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Werk der Woche – Jörg Widmann: Schumannliebe

Er hat seine Liebe für Robert Schumann nie verheimlicht: Der Komponist Jörg Widmann betrachtet ihn als sein großes Vorbild und hat seine Musik immer wieder von Schumanns Kompositionen inspirieren lassen. Am 4. Oktober 2023 wird die Uraufführung seines neuen Stücks Schumannliebe für Gesang und Ensemble in der Casa da Música in Porto, Portugal, zu hören sein. Der Bariton Matthias Goerne wird gemeinsam mit dem Remix Ensemble unter der Leitung von Peter Rundel musizieren. 

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Werk der Woche – Andrew Norman: Die Reise zum Mond

Ein 120 Jahre alter Film als Inspiration für ein Kinderstück: Am 18. Februar 2023 gelangt Die Reise zum Mond des Amerikanischen Komponisten Andrew Norman in einer neuen deutschsprachigen Kammerversion an der Hamburgischen Staatsoper zur Uraufführung. In der Spielstätte Opera stabile steht Luiz de Godoy am Pult, die fantasievolle Inszenierung stammt von Stephan Witzlinger. 

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Werk der Woche – Xian Xinghai: Yellow River

Xian Xinghai: Yellow River

Yellow River ist ein etwas anderes Klavierkonzert: Das mit Politik aufgeladene Werk, basierend auf der Kantate mit demselben Namen von Xian Xinghai, wird von den Nürnberger Sinfonikern nach Deutschland gebracht. Unter musikalischer Leitung von Renchang Fu und Haiou Zhang am Piano kann man das Stück am 8. Oktober in Nürnberg und am 10. Oktober in Hamburg hören.

Xian Xinghai ist einer der bekanntesten Repräsentanten chinesischer Musik aus europäischer Sicht. Sein studentischer Weg führte ihn 1931 - 1935 nach Paris, wo er als erste asiatische Person am Konservatorium, unter zum Beispiel Paul Dukas, Komposition studierte. In dieser Zeit schrieb er die Kantate “Huang He (Yellow River)” als Reaktion auf den Zweiten Sino-Japanischen Krieg. Aufgrund der deutschen Invasion wurde jedoch seine Heimreise verhindert. Xian kam in Kasachstan unter, bis er 1945 aufgrund gesundheitlicher Mängel nach Moskau ging, wo er im gleichen Jahr aufgrund deren Folgen erlag. 

 

Yellow River von Xian Xinghai, ein Komponist des Volkes

Während der chinesischen Kulturrevolution sollte dieses Werk eine Renaissance erfahren. Da keine westliche Musik gespielt werden durfte, waren viele professionelle Musiker:innen arbeitslos. So wurde der kluge Schachzug getätigt, dieses historisch relevante Stück zu einem Klavierkonzert umzuschreiben und die chinesische Welt der Orchestermusik wieder aufleben zu lassen. Nach einigen Interviews mit Zeitzeugen des Krieges wurde das Konzert durch die Zusammenarbeit von Yin Chengzong, Chu Wanghua, Liu Zhuang und Sheng Lihong geschrieben. Durch die Umwandlung der Instrumentation zu einem konventionellen Sinfonieorchester, bis auf eine chinesische Flöte, entstand ein Verbund chinesischer und europäischer Ästhetik. Das Klavierkonzert Yellow River ist somit ein historisches Dokument und Vermächtnis einer komplizierten Phase chinesischer Kulturpolitik.

 

Ah, der Gelbe Fluss!

Du bist die Wiege der chinesischen Nation!

Fünftausend Jahre alte Kultur,

Stammen von dir;

Wie viele Heldengeschichten,

Spielen an deiner Seite!

 

Das Klavierkonzert Yellow River wird am 8. Oktober in Nürnberg in der Meistersingerhalle und am 10. Oktober in Hamburg in der Elbphilharmonie gespielt.

 

Info-Box:

Aufführungsmaterial

Studienpartitur

Nürnberger Sinfoniker

Elbphilharmonie

 

Foto: Zimu / Adobe

Werk der Woche – Krzysztof Penderecki: Die Teufel von Loudun

Erst vor wenigen Tagen ist der Komponist Krzysztof Penderecki verstorben. Nun zeigt die Hamburgische Staatsoper ihm zu Ehren ab dem 13. April mit Die Teufel von Loudun einen seiner größten Opernerfolge als Video on Demand. Die Produktion der Uraufführung von 1969 ist Teil einer Reihe von Videos aus der Ära des Intendanten Rolf Liebermann, die das Opernhaus während der vorstellungsfreien Zeit online zeigt. Henryk Czyz dirigiert in der Inszenierung von Konrad Swinarski mit der Ausstattung von Lidia und Jerzy Skarzynski.

Die Handlung berichtet von der französischen Stadt Loudun. Sie war in den Jahren 1633–64 Schauplatz von Vorfällen, die in ganz Europa Aufsehen erregten, in einer Mischung aus religiös eiferndem Abscheu und Voyeurismus von den Zeitgenossen verfolgt und umfänglich dokumentiert wurden. Urbain Grandier, der Ortsgeistliche von Loudun, wurde 1633 beschuldigt, die Nonnen des gerade neu gegründeten Ursulinenklosters, allen voran die Priorin Jeanne, verhext zu haben. Unter der Folter bereute er zwar seinen lockeren Lebenswandel – er hatte Verhältnisse mit zwei Frauen, von denen eine ein Kind von ihm erwartete – weigerte sich aber standhaft trotz vorgelegter “Beweise”, ein Geständnis über sein Teufelswerk abzulegen. Im Sommer 1634 wurde er auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Noch jahrelang beschäftigte die Besessenheit der Nonnen Exorzisten und Ärzte; ihr Ende fanden die Ereignisse erst, als Kardinal Richelieu die finanzielle Unterstützung des Klosters einstellte.

Krzysztof Penderecki: Die Teufel von Loudun – eine Oper über Toleranz


Der Prozess gegen Urbain Grandier wurde von François de Pitaval in seine Sammlung berühmter Kriminalfälle aufgenommen; diese Quelle sowie die autobiografischen Erzählungen der Priorin Jeanne aus dem Jahr 1644 und zwei 1634 und 1693 erschienene Berichte über den Prozess standen Aldous Huxley zur Verfügung, als er sich 1952 in The Devils of Loudun mit dem Thema auseinandersetzte. Acht Jahre später dramatisierte John Whiting Huxleys Dokumentation; diese Fassung in der deutschen Übersetzung von Erich Fried diente Penderecki als Ausgangspunkt für sein Libretto, in dem er den Akzent deutlich auf die politische Ebene verlegte. 
Für Penderecki ist die Teufel von Loudun ein Stück über Toleranz und Intoleranz. Grandier fällt einer politischen Intrige zum Opfer, aber auch Jeanne ist nicht eigentlich seine Kontrahentin, sondern ein Opfer religiös-politischer Fanatiker; ihre erotischen Wahnvorstellungen werden von Richelieus Handlangern zur benötigten Teufelsbesessenheit aufgeputscht. – Wolfram Schwinger 

Die Produktion der Uraufführung ist noch bis zum 27. April im Streaming-Angebot der Staatsoper Hamburg zu sehen. Abgesehen von Die Teufel von Loudun werden dort in diesem Zeitraum La Passione und Fidelio gezeigt.

Werk der Woche – Kurt Weill: Die sieben Todsünden

Die sieben Todsünden ist eines der bekanntesten Werke von Kurt Weill. Am 21. September ist das gemeinsam mit Bertolt Brecht verfasste "Ballet Chanté" erstmals in einer neuen Fassung mit einem kleinen, 15 Instrumente umfassenden Ensemble zu hören. Sarah Maria Sun in der Rolle der Anna steht an der Seite des Ensemble Modern unter der Leitung von HK Gruber auf der Bühne beim Beethovenfest Bonn. Gruber hat die neue Instrumentierung gemeinsam mit Christian Muthspiel in Zusammenarbeit mit der Kurt Weill Foundation und Schott Music verfasst.


Brechts Text ist nicht in seiner Zeit gefangen, sondern sehr aktuell. Heute sind "Die sieben Todsünden" als Manifest gegen den entfesselten, männerdominierten Kapitalismus zu verstehen und sie sind ein gefährliches Stück – für die Kapitalisten. Denn hier offenbart sich die Funktionsweise unserer Welt. Das Werk sagt uns heute noch viel mehr als vor 20 oder 30 Jahren. (HK Gruber)

Die sieben Todsünden: Ein ikonisches Werk in neuer Instrumentierung


Auf Anregung der Kurt Weill Foundation for Music stellt die neue Gruber/Muthspiel-Fassung bietet eine Möglichkeit für kleine Ensembles, Theater und Tanzcompagnien dar, Die sieben Todsünden auf die Bühne zu bringen. Das Stück ist nun auch für singende Schauspielerinnen in den Hauptrollen zu bewältigen. So eröffnen sich neue Möglichkeiten, diesen modernen Klassiker in kreativen Produktionen und an neuen Spielorten zu entdecken. Anna I und Anna II (eine oder zwei Sopranistinnen) der neuen Fassung werden von einem Männer-Vokalquartett und einem wie folgt besetzten Ensemble begleitet:

1 (auch Picc.) · 0 · 2 · 1 - 1 · 1 · 1 · 0 - S. (P. · Beck. · Tamt. · 3 Tomt. · gr. Tr. mit Beck.) (1 Spieler) - Klav. · Banjo (auch Git.) - Str. (1 · 1 · 1 · 1 · 1)

Spätestens seit seinem weltweit erfolgreichen Dreigroschenoper-Album mit dem Ensemble Modern vor 20 Jahren ist HK Gruber einer der prominentesten Weill-Interpreten. Die neue Fassung zeigt sein tiefes Verständnis von Weills Kompositionsweise und bleibt der Originalversion treu. Unter Beibehaltung der Tonarten bewahren die Bearbeiter die charakteristischen Klangfarben und den dramatischen Zugriff der Version mit großem Orchester.

Im Oktober gehen Ute Lemper und die Kammerakademie Potsdam mit der Originalfassung von Die sieben Todsünden auf Tournee. Unter anderem gastieren sie in der Tonhalle Düsseldorf, der Elbphilharmonie Hamburg, der Alten Oper Frankfurt, in Nikolaisaal Potsdam und in der Berliner Philharmonie.
Die vielbeachtete Stuttgarter Produktion aus der vergangenen Spielzeit (Foto) ist ab März 2020 wieder zu sehen. Sie stellte die erste Zusammenarbeit sämtlicher Sparten der Staatstheater nach über zehn Jahren dar. Darin tritt die Elektroclash-Ikone Peaches als Anna auf und ergänzt den Abend mit einer Performance ihrer größten Hits unter dem Motto "Seven Heavenly Sins".

 

Foto: Staatstheater Stuttgart / Bernhard Weis