Werk der Woche – Jean Sibelius: Violin-Konzert d-Moll
- By Christopher Peter
- 24.08.2025
Es ist eines der beliebtesten Violinkonzerte überhaupt – und gleichzeitig ein Werk mit ungewöhnlicher Entstehungsgeschichte. Jean Sibelius hatte sein Violin-Konzert d-Moll ursprünglich mit großem Orchester konzipiert, doch die Uraufführung 1904 misslang. Der Komponist zog das Werk zurück und überarbeitete es vollständig. Die heute bekannte Version stammt von 1905 – und zählt zu den meistgespielten romantischen Violinkonzerten der Welt.
Weniger bekannt, aber künstlerisch äußerst reizvoll ist die ursprüngliche Fassung von 1904. Sie hat bis heute eine große Fangemeinde – gerade weil sie durch ihre klangliche Fülle und Virtuosität noch direkter die sinfonischen Dimensionen des Konzerts spürbar macht. Doch der große Orchesterapparat beider Fassungen macht Aufführungen oft schwer umsetzbar.
Neue Bearbeitung für kleinere Klangkörper – Sibelius’ Violinkonzert in neuer Fassung
Mit einer neuen Bearbeitung für reduziertes Orchester schafft Thomas Dorsch hier Abhilfe – ganz ohne die musikalische Substanz zu verändern. Das Arrangement orientiert sich an der finalen Fassung von 1905, besetzt aber ein kleineres Orchester mit zweifachem Holz, einer Posaune und ohne Tuba. So wird das Werk auch für kleinere Klangkörper und Spielstätten zugänglich – bei gleichbleibender Wirkung.
Am 30. August 2025 feiert die neue Fassung nun Uraufführung in Lüneburg beim Abschlusskonzert der International Masterclass for Conductors Hamburg 2025. Es spielt das Orchester der Lüneburger Sinfoniker unter der Leitung von Thomas Dorsch. Solistin ist Yaojin Zhang an der Violine.
Das Violin-Konzert d-Moll von Sibelius ist in allen Fassungen exklusiv bei Robert Lienau erschienen – einem Verlag der Schott Music Group.
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Komponistenprofil Jean Sibelius
Violin-Konzert d-Moll in reduzierter Fassung von Thomas Dorsch: Werkseite mit Online-Partitur
Fotos: Daniel Nyblin (Sibelius), HydraFilms (Hintergrund)