• Qualität seit über 250 Jahren
  • Über 350 Partnerhändler weltweit
  • Sicher einkaufen mit Trusted Shop

Werk der Woche – Pēteris Vasks: Violinkonzert "Fernes Licht"

Porträt von Pēteris Vasks: Der Komponist blickt mit einem sanften Lächeln in die Kamera. Er trägt ein weinrot-grau gestreiftes Poloshirt. Der Hintergrund zeigt eine hellgraue Häuserzeile in weicher Unschärfe.

Wenn die Musikwelt am 16. April 2026 den 80. Geburtstag von Pēteris Vasks begeht, wird ein Komponist geehrt, dessen Werk wie kaum ein anderes als ethischer Kompass fungiert. Vasks’ Tonsprache ist geprägt von einer tiefen Menschlichkeit und jener spirituellen Klarheit, die den baltischen Stimmen eine so unverwechselbare Resonanz verleiht. Stellvertretend für sein reiches Schaffen steht in dieser Woche das erste Violinkonzert Tālā gaisma aus den Jahren 1996/97. Es ist ein Stück, das ohne den historischen Umbruch von 1991 und die schicksalhafte Wiederbegegnung mit dem Jugendfreund Gidon Kremer wohl nie das Licht der Welt erblickt hätte.

Der Titel „Fernes Licht“ beschwört das Bild einer besseren Zukunft herauf – eine Ahnung von Harmonie, die in weiter Ferne glimmt, während die Gegenwart noch von den Schatten der Vergangenheit gezeichnet ist. Vasks verarbeitet hier persönliche Kindheitssplitter und die kollektive Erfahrung der lettischen Emanzipation. Musikalisch äußert sich dies in extremen Kontrasten: Auf Momente meditativer Ruhe, die an lettische Volksweisen erinnern, folgen eruptive Ausbrüche. In drei hochvirtuosen Kadenzen wird die Solovioline bis an den Rand des aleatorischen Chaos geführt, gipfelnd in einem aggressiven, fast gewaltsam stampfenden Valse Macabre. Doch das Chaos behält bei Vasks nie das letzte Wort; die Musik findet stets zurück in eine lichte, versöhnliche Ordnung.

Am 17. April 2026 verwandelt sich die Münchener Herz-Jesu-Kirche in einen besonderen Resonanzraum für dieses Jubiläum. Das Münchner Rundfunkorchester, das bereits durch preisgekrönte Einspielungen als exzellenter Vasks-Interpret hervorgetreten ist, musiziert unter der Leitung von Ivan Repušić. Als Solist übernimmt Stanko Madić den anspruchsvollen Part der Violine. Dass an diesem Abend auch der Chor des Bayerischen Rundfunks mit Werken wie Pater noster und Da pacem, Domine mitwirkt, unterstreicht die spirituelle Tiefe des Programms.

Weltweit finden rund um den Geburtstag Konzerte statt, so etwa am 23. April im Dom von Riga, wo unter anderem seine Missa und The Fruit of Silence die archaische Kraft seiner Musik beschwören. Das Team von Schott Music gratuliert Pēteris Vasks zu diesem Jubiläum. Seine Musik spricht mit großer Humanität, Klarheit und emotionaler Kraft und inspiriert seit Jahrzehnten Hörer weltweit. Wir sind stolz auf unsere langjährige Zusammenarbeit und wünschen ihm nur das Beste, Gesundheit und viele weitere erfüllte Jahre. 

Mehr erfahren:


Foto Pēteris Vasks: Patrick Gutenberg

Teilen: