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Werk der Woche – Carl Orff: Der Mond

Fast 80 Jahre nach der Uraufführung von Carl Orffs Märchenoper Der Mond hat es das Stück nun auch nach Taiwan geschafft: Das Taipei Symphony Orchestra bietet am 4. August 2017 eine szenische Produktion im National Theater Taipei dar und damit die taiwanesische Erstaufführung.

Vorlage für den Einakter, dessen Libretto Orff selbst schrieb, ist das Märchen Der Mond aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Schon dort erstrecken sich die drei Schauplätze – Himmel, Erde, Unterwelt – über den ganzen Kosmos, für dessen Ordnung der heilige Petrus verantwortlich ist. Dieses Universum lässt Orff aus der Sicht eines kleinen Jungen erzählen und wählt deswegen für sein Stück die Bezeichnung "kleines Welttheater".

Zu der vertikalen Hierarchie vom Himmel bis zur Unterwelt kommt die horizontale Teilung der Erde. Diese besteht aus zwei spiegelgleichen Ländern, die je eine Hälfte der Bühne einnehmen sollen.

Carl Orffs Der Mond: Ein kleines Welttheater als Parabel für die Ordnung des Kosmos


Von den beiden Hälften der Erde wird zunächst nur jeweils diejenige erhellt, auf der sich der Mond befindet. Die andere Seite hingegen befindet sich nachts in völliger Dunkelheit. Von dort kommen vier Burschen, die auf der hellen Seite den an einen Baum gebundenen Mond entdecken; ohne zu zögern stehlen sie ihn, um ihr eigenes Dorf auf der dunklen Seite der Erde zu erhellen. Als sie Jahre später nacheinander sterben, wird je ein Viertel des Mondes mit ihnen begraben und in die Unterwelt gebracht. Dort zu seinem Ganzen vereint, weckt der Mond mit seinem Licht die Toten aus ihrer Grabesruhe. Diese nehmen ihre alte zügellose Lebensweise wieder auf. Vom Tumult in der Unterwelt alarmiert, steigt Petrus hinab, um für Ordnung zu sorgen. Allerdings verfällt auch er dem Alkohol und feiert mit, bis er schließlich, müde geworden, die Unterweltler wieder zur Vernunft bringt und den Mond mit an den Himmel nimmt, wo er fortan die ganze Welt erleuchtet.

Die Musik setzt sich zusammen aus Modellen des Orff-Schulwerkes für den Mond, aus Klängen wie bei "In Taberna" aus Carmina Burana für die Unterwelt sowie aus Gassenhauern und Tanzmusik, um das Leben der einfachen Leute zu illustrieren. Dazu verwendet er eine große romantische Orchesterbesetzung mit reichlich Schlagwerk.
Diese Erzählung, die ich in den von Wilhelm und Jakob Grimm gesammelten und herausgegebenen 'Kinder- und Hausmärchen' fand, nahm ich als Vorlage für ein Stück, das ein nachdenkliches Gleichnis von der Vergeblichkeit menschlichen Bemühens, die Weltordnung zu stören und gleichzeitig eine Parabel vom Geborgensein in eben dieser Weltordnung werden sollte. – Carl Orff

An drei aufeinanderfolgenden Tagen, vom 4. bis zum 6. August 2017 ist das Stück in Taipei zu sehen. Ein Tipp für Freunde der Musik von Carl Orff in Mitteleuropa, die nicht so weit reisen wollen: Das Marionettentheater München spielt am 12. August eine Puppenumsetzung von Carmina Burana. Auf der Profilseite von Carl Orff finden Sie weitere Aufführungstermine.

Werk der Woche: Julian Anderson – The Imaginary Museum

Am 26. Juli 2017 wird Julian Andersons neues Klavierkonzert The Imaginary Museum bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall in London aus der Taufe gehoben. Der Pianist Steven Osborne, dem das Werk gewidmet ist, spielt gemeinsam mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter der Leitung von Ilan Volkov.



The  Imaginary Museum ist ein gemeinsames Auftragswerk des BBC Radio 3, des Bergen Filharmoniske Orkester und des Sydney Symphony Orchestra. In dem gleichnamigen Buch von André Malraux erörtert dieser, dass nur in unserem Kopf eine zusammenhängende Sammlung von Kunst entstehen kann, da die großen Werke auf Museen der ganzen Welt verteilt sind. Von dieser Idee inspiriert schickt Anderson das unbeweglichste aller Instrumente – das Klavier – auf eine akustische Reise. In sechs Sätzen beschwört er die unterschiedlichsten Orte herauf: von der einfachen Konzerthalle über einen Wasserstrudel im Meer bis zur australischen Wüste mitsamt Vogelgezwitscher. Steven Osbornes virtuoses und facettenreiches Spiel diente als weitere Inspiration für dieses kontrastreiche Werk.

Eine Reise für das Klavier


Die variierende Akustik seiner virtuellen Standorte setzt Anderson in der klanglichen Gestaltung seines Werkes um, indem sich die musikalische Beziehung zwischen dem Klavier und dem Orchester ständig ändert. Manchmal führt der Solist, mal erfolgt ein Wechselspiel aus  Motiv und Echo und am Ende des fünften Satzes werden sogar die traditionellen Rollen vertauscht und das Orchester übernimmt den Solopart, während das Klavier nur begleitet.
Musik mit Bildern zu verknüpfen ist möglicherweise strittig oder problematisch. Obwohl ich während der Arbeit an diesem Werk Bilder im Kopf hatte, ist es absolut machbar, das komplette Werk zu hören, ohne irgendeinen Gedanken an etwas anderes als den Klang zu verschwenden. Es ist in erster Linie ein imaginäres Museum - die Vorstellungskraft der Zuhörer sollte beim Hören des Werkes völlig frei sein. Julian Anderson

Die norwegische Erstaufführung des Klavierkonzerts The Imaginary Museum findet am 14. September mit dem Bergen Filharmoniske Orkester in der Grieghalle in Bergen statt. Im nächsten Jahr folgt die Aufführung mit dem Sydney Symphony Orchestra.

 

Foto: © John Batten (Julian Anderson)

Werk der Woche: The Harry Partch Edition

Das Ensemble Musikfabrik brachte Harry Partchs Delusion of the Fury im August 2013 – ganze 45 Jahre nach der Uraufführung in den USA – bei der Ruhrtriennale zur europäischen Erstaufführung. Dabei entstand die Idee, das einzigartige Notenbild seiner Werke in einer Faksimile-Edition festzuhalten. Wenig später erschien mit Delusion of the Fury die erste Ausgabe der Publikationsreihe The Harry Partch Edition; in den vergangenen Monaten ist die Zahl der Veröffentlichungen auf zwölf gestiegen.



Die Faksimile-Edition The Harry Partch Edition ermöglicht einen tiefen Einblick in die ganz eigene musikalische Welt des Komponisten. Dabei lassen die Titel seiner Werke zunächst nicht erahnen, wie außergewöhnlich seine Kompositionen sind. So behandelt Daphe of the Dunes die antike Sage von Daphne und Apollo und The Lord is My Shepherd  ist eine Vertonung des bekannten 23. Psalms. Auch die Anlässe, zu denen Partch komponierte, unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Komponisten. Rotate the Body in All Its Planes ist als musikalische Untermalung einer Turnaufführung entstanden, Two Settings from "Finnegan’s Wake" komponierte er für eine Sopranistin, von deren Stimme er begeistert war, und die erst kürzlich veröffentlichte Ausgabe Summer 1955 ist eine schlichte Ansammlung verschiedener Werke, die in diesem Zeitraum komponiert wurden.

Das Besondere am Gesamtwerk von Harry Partch ist aber, dass er nicht nur Komponist sondern auch ein sehr erfinderischer Instrumentenbauer war. Um seine Klangvorstellungen zu verwirklichen, griff er auf exotische Instrumente entlegener Kulturen zurück. Doch da auch das nicht ausreichte, entwickelte er zahlreiche Instrumente selbst. Die Möglichkeiten, die sich ihm dadurch in seinen Kompositionen eröffneten, konnte Partch in vollem Maße ausschöpfen.

The Harry Partch Edition: ein einzigartiger musikalischer Kosmos


Mit seinen Kenntnissen als Instrumentenbauer entwickelte Partch nicht nur eine große Sammlung von Instrumenten verschiedenster Klangfarben, sondern passte diese auch an sein eigenes Tonsystem an, das er im Laufe der Zeit verfeinerte. Statt der üblichen zwölf temperierten Halbtonschritte verwendet er in vielen seiner Stücke ein System aus 43 Mikrotönen und war damit ein Pionier der Mikrotonalität. Auch beim Bau seiner Instrumente zeigt Partch seine unerschöpfliche Kreativität: Das „Chromelodeon I“ ist eine Erweiterung eines Harmoniums für sein Tonsystem. Für viele seiner anderen Instrumente verwendete er gewöhnliche Alltagsgegenstände, die er für seine Zwecke anpasste - beim „Zymo-Xyi“ erklingen Schnaps- und Likörflaschen, beim „Bloboy“ sind es Lufthupen eines Autos und bei der „MazdaMarimba“ Glühlampen.
Die Richtung, in der ich mich in den letzten vierundvierzig Jahren bewegt habe, hat viel mit den Tätigkeiten und Handlungen des Urmenschen zu tun, so wie ich ihn mir vorstelle. Der Urmensch entdeckte magische Klänge in den Materialien seiner Umgebung: in einem Schilfrohr, einem Stück Bambus, einem bestimmten, auf eine gewisse Weise gehaltenen Holzstück, oder in einer über eine Kalebasse oder einen Schildkrötenpanzer – irgendeinen Resonanzkörper – gespannte Haut. Als nächstes gestaltete er dann den Gegenstand, das Medium, das Instrument so schön, wie er konnte. Der letzte Schritt erfolgte dann fast automatisch: die Verwandlung der magischen Klänge und der visuellen Schönheit in etwas Geistiges.  - Harry Partch

Die nächste Ausgabe der Faksimile-Edition The Harry Partch Edition wird Ring around the Moon sein. Ebenso sind für dieses Jahr noch Castor and Pollux, Windsong und Oedipus geplant.

 

Foto: MazdaMarimba des Ensembles Musikfabrik

Werk der Woche: Olli Mustonen – String Quartet No. 1

Am 12. Juli 2017 findet die Uraufführung von Olli Mustonens String Quartet No. 1 im norwegischen Gravdal statt. Es wird im Rahmen des Lofoten International Chamber Music Festivals vom Engegård Quartet aufgeführt.



Zwar umfassen Mustonens Kompositionen Werke unterschiedlichster Besetzung, von Solo-Stücken für Klavier – dem Instrument, auf dem er als gefragter Pianist selbst zu Hause ist – bis hin zu großformatigen Symphonien. Ein Streichquartett hat er bislang jedoch noch nicht geschrieben. Also erscheint es folgerichtig, dass Mustonen, dessen Werke in der klassisch-romantischen Tradition verwurzelt sind, sich auch dieser Gattung zuwendet: Schließlich entwickelte das Streichquartett, das unter Joseph Haydn zu seiner klassischen Form fand, einen Ruf als anspruchsvollste Disziplin der Kammermusik.

Mustonens String Quartet No. 1: Mit Leidenschaft und Feuer


Während es im 20. Jahrhundert Bestrebungen gab, die klare Form der Gattung aufzulösen, bleibt Mustonen ihr treu. Sein erstes Streichquartett zeigt den klassischem viersätzigen Aufbau und Anlehnung an die Tempi der Quartette im 18. Jahrhundert.  So ist der dritte Satz Grave  eher langsam, bevor der vierte Satz Impetuoso, con passione e molto rubato - Con fuoco all'Ungherese einen „feurigen“ Abschluss bringt. Auch in der musikalischen Gestaltung fließen Elemente der damaligen Kompositionstechnik wie motivisch-thematische Arbeit oder der durchbrochene Stil, in dem die Melodie abwechselnd von den verschiedenen Stimmen übernommen wird, ein. Anhand der freieren Gestaltung in Tempo und Harmonik ist dennoch unverkennbar, dass Mustonen ein zeitgenössischer Komponist ist. So ist der erste Satz Impetuoso, con passione e molto rubato – Misterioso mit dem Zusatz „quasi senza tempo“  versehen und enthält zudem eine Kadenz der Bratsche, die nur minimal von den anderen Streichern begleitet wird. Der zweite Satz Furioso e pesante ist hingegen der einzige, dessen Tempo sich in seinem Verlauf nicht ändert.
Olli Mustonen ist ein postmoderner Komponist, der einen Bogen über die klassische westliche Musik vom Barock zum Minimalismus, von der späten Romantik zu einer neuen Spiritualität des 21. Jahrhunderts schlägt. Musik vermag für ihn das Geheimnis des Lebens einzufangen. - Susanna Välimäki

Das Lofoten Festival widmet Mustonen als Pianist und Komponist in diesem Jahr einen programmatischen Schwerpunkt. Neben seinem String Quartet No.1 werden am 11. Juli sein Nonetto No. 2 und das Piano Quartet gespielt, am 12. Juli folgt zudem sein Piano Quintet, bei dem Mustonen selbst am Klavier auftritt.

 

Foto: Engegård Quartet

Werk der Woche: Conlon Nancarrow – Studies for Player Piano

Conlon Nancarrow komponierte fast ausschließlich für ein Instrument: das mechanische Selbstspielklavier "Player Piano". Die Studies for Player Piano sind eine Sammlung von über 50 Einzelwerken. Am 8. Juli 2017 führt das Ensemble Modern im Auditório Claudio Santoro in Campos do Jordão die Study No. 7  in einer Bearbeitung für Kammerorchester erstmals in Brasilien auf. Es dirigiert Vimbayi Kaziboni.



Nachdem der 1912 in Arkansas geborene Komponist zu Beginn seiner Komponistenlaufbahn auch Kammermusik geschrieben hatte, komponierte er ab den späten 1940er Jahren mehrere Jahrzehnte lang nur noch Stücke ohne Instrumentalisten: Da er mit der Umsetzung seiner Werke häufig unzufrieden war und auch die Interpreten gelegentlich ihren Unmut über die Komplexität dieser Kompositionen äußerten, suchte Nancarrow nach einer Alternative ohne Musiker. Fortan komponierte er sämtliche Werke für Player Piano. Dazu kaufte er sich ein solches Instrument, das er nach seinen Klangvorstellungen modifizierte, ebenso wie die nötige Maschine, um die Notenrollen per Hand zu stanzen. Jedes Stück nannte er schlicht „Study“ und versah die entstandenen Werke mit einer vorlaufenden Nummerierung. In einigen der früheren Studies verarbeitete er Elemente aus Jazz oder Tango, spätere Werke legte er als Kanon an. Gemeinsam ist allen - neben der Instrumentierung - die rhythmische Komplexität, die Nancarrow in akkuraten mathematischen Berechnungen auf die Rollen übertrug.

Conlon Nancarrows Studies for Player Piano: eine rhythmische Herausforderung


In den 1980er Jahren erlebte der zurückgezogen in Mexiko lebende Nancarrow durch die Zusammenarbeit mit György Ligeti einen enormen Aufschwung seiner Bekanntheit und Popularität. Von der Verbindung aus mathematischer Präzision und musikalischer Expressivität fasziniert, kam der Wunsch auf, die Studies for Player Piano für Instrumentalisten spielbar zu machen. Mittlerweile sind viele Pianisten in der Lage, die Studies aufzuführen und es gibt zahlreiche Arrangements für unterschiedliche Besetzungen. Das Ensemble Modern spielt  Nancarrows Study No. 7, die mit sechs Minuten Aufführungsdauer schon zu den längeren und komplexesten der frühen Studies zählt. Dem Stück liegen zwei verschiedene Tempi zu Grunde, Geschwindigkeit und Dichte nehmen ständig zu. Um sowohl den rhythmischen Anforderungen als auch dem musikalischen Ausdruck gerecht zu werden, ist eine äußerst exakte Spielweise erforderlich. Die Bearbeitung für Kammerorchester stammt von Yvar Mikhashoff.
Ich schreibe einfach nur Musik. Und es geschieht wie von selbst, dass viele meiner Stücke unspielbar sind. Ich habe nicht die geringste Absicht, sie unspielbar zu machen. Einige wenige meiner Stücke können sogar ganz leicht gespielt werden - einige wenige. – Conlon Nancarrow

Eine weitere Aufführung der Study No. 7 präsentiert das Ensemble Modern im Rahmen seiner Brasilien-Tournee am 10. Juli 2017 in São Paulo.

 

Foto: © Otfried Nies (Conlon Nancarrow)

Werk der Woche: Mark-Anthony Turnage – Greek

Auch fast 30 Jahre nach ihrer Uraufführung wird Mark-Anthony Turnages erste Oper Greek fast jährlich in neuen Produktionen aufgeführt. Am 26. Juni feiert die Neuinszenierung von Wolfgang Nägele im Rahmen der Münchner Opernfestspiele Premiere, es dirigiert Oksana Lyniv.



Mit Greek, das er 1988 als Auftragswerk für die Münchner Biennale komponierte, etablierte sich Turnage als international angesehener Komponist. Das Libretto beruht auf dem gleichnamigen Theaterstück von Steven Berkoff aus dem Jahr 1980. Der Ödipus-Mythos, in dem der Titelheld wie prophezeit zunächst seinen Vater tötet und anschließend seine Mutter heiratet, wird in das heruntergekommene, problembehaftete und brutale Londoner East End der 1980er Jahre übertragen: Aus Ödipus wird Eddy, sein leiblicher Vater – in der griechischen Mythologie der König – ist in der modernen Variante ein Manager und das Orakel von Delphi wird zu einem Wahrsager auf dem Jahrmarkt.

Turnages Greek: Ödipus in Thatchers London


Turnages Oper kommt mit nur vier Sängern und 19 Instrumentalisten aus. Für die Sänger bedeutet das, dass sie gleich mehrere Figuren übernehmen müssen. Einzig der Darsteller von Eddy bleibt fortwährend in dieser Rolle und muss dennoch seine Wandelbarkeit unter Beweis stellen. Unmittelbar nachdem er den Manager erschlagen hat, verliebt er sich in dessen Frau, ohne zu wissen, dass es sich dabei um seine Mutter handelt und vollzieht einen abrupten Wechsel von Gewaltbereitschaft zu Sanftheit. Ebenso folgt auf seinen triumphalen Sieg über eine Sphinx die erschütternde Erkenntnis über die seine Herkunft und die Ehe zu seiner Mutter.

In zwei 45-minütigen Akten vermittelt Turnage das Bild eines apokalyptischen geteilten Großbritanniens, indem er sich einer Vielzahl an kontrastierenden Musiktraditionen bedient. Dadurch, dass Turnage Elemente aus Jazz, Hip-Hop und sogar Fußball-Gesängen einbaut, reflektiert er sowohl das moderne Setting der Oper als auch die Vielfalt der  Gesellschaft.
Ich hatte schon immer ein Problem damit, dass große Teile unserer Gesellschaft keinen Zugang zu klassischer Musik finden. Aber dennoch wurde ich kein politischer Künstler, zumindest nicht, bis ich Hans Werner Henze traf. Mit Anfang 20 richtete ich mich dann sehr gegen Thatcher und die Konservativen, was sich in Greek widerspiegelt. – Mark-Anthony Turnage

Greek wird am 26. und 27. Juni sowie am 3. und 4. Juli im Postpalast in München gespielt. Eine weitere Produktion folgt bei dem diesjährigen Edinburgh International Festival. Dort wird es am 5. und 6. August, dem Eröffnungswochenende, unter der Leitung von Stuart Stratford in der Inszenierung von Joe Hill-Gibbins gespielt. Am 2. und 3. Januar 2018  finden Aufführungen dieser Produktion am Theatre Royal in Glasgow statt.

 

Foto: © Wolfgang Hilse (Komische Oper Berlin, Inszenierung 2002)

Werk der Woche: Aribert Reimann - Die Gespenstersonate

In Berlin ist Aribert Reimann in diesem Jahr allgegenwärtig; an allen drei großen Opernhäusern stehen Neuinszenierungen seiner Opern auf dem Programm. Am 25. Juni 2017 feiert Die Gespenstersonate an der Staatsoper im Schiller Theater in einer Inszenierung von Otto Katzameier Premiere. Die Staatskapelle Berlin spielt unter der Leitung von Michael Wendeberg im Rahmen des INFEKTION! Festivals für neue Musik.



Reimanns Oper Medea aus dem Jahr 2010 wird aktuell an der Komischen Oper gespielt. Im Herbst 2017 folgt die Uraufführung des neuen Musiktheater-Triptychons  L’invisible an der Deutschen Oper. Mit Die Gespenstersonate an der Staatsoper wird die Berliner Reimann-Reihe vervollständigt: Eine Anerkennung, die in dieser Form nur wenigen Komponisten zuteilwurde.

Wie schon Reimanns erste Oper Ein Traumspiel ist auch Die Gespenstersonate von 1984 aus einem Text des schwedischen Schriftstellers August Strindberg entstanden. Der Student Arkenholz, der die Gabe besitzt Tote zu sehen, wird von Direktor Hummel in das Haus des Obersts eingeführt, um dort um die Tochter des Hauses, das Fräulein, zu werben. Bei einem grotesken "Gespenstersouper" mit den Jahr für Jahr gleichen Gästen offenbaren sich Verstrickungen und düstere Geheimnisse. Mit der Frau des Obersts, der Mumie, die nunmehr im Wandschrank lebt, hatte Direktor Hummel einst eine Liaison, aus der das Fräulein hervorgegangen ist. Da Direktor Hummel den Mord an einem Milchmädchen begangen hat, wird er von der Mumie dazu verurteilt, sich im Schrank zu erhängen. Auch der Oberst ist nicht das, was er vorgibt zu sein: Er ist weder adelig, noch war er beim Militär. Selbst das unschuldige Fräulein ist krank und verkraftet die Realität nicht, mit der Arkenholz sie konfrontiert. Er selbst bleibt allein und desillusioniert zurück.

Die Gespenstersonate von Aribert Reimann: Eine Illusion zerbricht


Die Bewohner des Hauses geben sich den Anschein einer feinen Gesellschaft, zu der der Student Arkenholz Zugang begehrt. Innerhalb des Hauses sind die Personen in ihren Trugbildern gefangen, verdammt auf ewig in gleicher Routine zu leben. Direktor Hummel, obgleich von der Mumie letztlich zum Tode verurteilt, bricht durch die Einführung von Arkenholz mit der Tradition des immer gleichen Gespenstersoupers. Entsprechend kraftvoll und variabel ist sein musikalischer Ausdruck. Meist von tiefen Instrumenten wie Kontrabass, Fagott oder Bassklarinette begleitet, versucht er die Geschichte in seinem Interesse zu lenken. Die Mumie hingegen ist kraftlos, ihre Stimme brüchig, ihr Text immer wieder unterbrochen. Erst als sie über Hummel richtet, findet sie zu längst vergangener Vitalität zurück. Das charakteristische Instrument für den Oberst ist die Trompete. Diese soll die Illusion aufrecht erhalten, die er mit der Lüge über seinen militärischen Hintergrund geschaffen hat. Zart und zerbrechlich kommt der Sopran des Fräuleins, begleitet von der Flöte, daher. Sie ist von dem Netz aus Lügen, das sie umgibt, eingenommen und bereits fast in die Gespensterwelt entrückt.
In jeder Oper sollte jede Person ihre eigene Art des Singens haben, jeder hat sein eigenes Psychogramm, seine ihm eigene Art sich zu äußern. Das muss in der Strukturentwicklung der Singstimme angelegt sein, ebenso das musikalische Umfeld, das die betreffende Person umgibt. – Aribert Reimann

Nach der Premiere ist Die Gespenstersonate zwischen dem 27. Juni und dem 9. Juli noch in sechs weiteren Aufführungen auf der Werkstattbühne an der Staatsoper im Schiller Theater zu erleben.

 

Foto: © Wolfgang Runkel (Inszenierung der Oper Frankfurt)

Werk der Woche: Andrew Norman – A Trip to the Moon

Andrew Normans erste Oper A Trip to the Moon bringt Profis und Laien zusammen. Das Chorprojekt Vokalhelden gehört zum Education-Programm der Berliner Philharmoniker und gibt singfreudigen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit, gemeinsam mit den Philharmonikern unter dem Dirigat von Simon Rattle eine professionelle Aufführung zu verwirklichen. Die konzertante Uraufführung in deutscher Übersetzung findet am 17. Juni 2017 in der Philharmonie Berlin statt.



Die Inspiration für seine Steampunk-Oper A Trip to the Moon erhielt Norman aus dem gleichnamigen Stummfilm von Georges Méliès aus dem Jahr 1902 – der wohl erste Science-Fiction-Film. Der Filmpionier tritt in Normans Werk sogar selbst als eine der Hauptfiguren auf.
Es ist eine Geschichte, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht: Raumfahrt, interkultureller Austausch, Angst, Bedrohung und Freundschaft sind Themen, die wohl nie ihren Reiz verlieren. Eine Gruppe von Wissenschaftlern reist mit einer Rakete zum Mond. Diese muss jedoch repariert werden, bevor sie ihre Rückreise antreten können. Dabei begegnen die Forscher den Mondmenschen. Die vorsichtigen Annäherungsversuche der beiden fremden Kulturen werden unterbrochen, als eines der Mondkinder verschwindet und die Wissenschaftler in Verdacht geraten. Letztendlich klärt sich alles auf: Die Wissenschaftler können das Monster, das in Wirklichkeit für die Entführung verantwortlich ist, mit ihren Regenschirmen vertreiben. Aus Dankbarkeit erhalten sie von den Mondmenschen magische Stäbe, mit denen sie ihre Rakete wieder startklar machen können.

Normans A Trip to the Moon: Kommunikation mit Hindernissen


Anders als in Méliès’ Film A Trip to the Moon müssen die Zuschauer in Normans Oper der Handlung nicht ohne Ton und Sprache folgen. Doch die Mondmenschen sprechen nicht die Sprache der Wissenschaftler, sondern ihre ganz eigene: Moonish. Neue Wege der Kommunikation müssen gefunden werden. Die Musik dient einerseits zur Illustration der Unterschiede und andererseits zum besseren Verständnis des Geschehens und als Brücke zwischen den Kulturen. Während die Wissenschaftler nicht singen, sondern nur sprechen, kommunizieren und singen die Mondmenschen in ihrer fremd anmutenden Sprache, die nur aus Vokalen besteht. Durch Imitation dieses Gesanges nähert sich Georges der Mondbewohnerin Eoa an und schafft die Grundlage für einen Austausch.  Für die Mondbewohner spielt die Musik noch eine weitere wichtige Rolle: Jedem Kind ist ein eigener Ton einer Tonleiter zugeordnet, nur wenn alle Töne erklingen, können die Mondbewohner sicher sein, dass keines fehlt. Auch in der Besetzung bringt Norman verschiedene Welten zusammen: Das Stück ist für Profis und Laien, Kinder und Erwachsene. So werden die Berliner Philharmoniker von jugendlichen Instrumentalisten und die professionellen Solisten von den Vokalhelden-Chören aus Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen unterstützt.
Wie sich herausstellte, ist eine neue Sprache zu erfinden eine ganze Menge Arbeit! Aber mich begeisterte das Potential, das darin steckt, selbst Silben mit Tonhöhen und Bewegungen zu kombinieren, um so eine neue gestische Welt zu erschaffen. Mein Ziel war, das Publikum in die Rolle des „Anderen“ zu versetzen, der sich ohne Hilfe einer gemeinsamen Sprache zurechtfinden muss. - Andrew Norman

Nach einer weiteren Aufführung in der Philharmonie Berlin am 18. Juni wird A Trip to the Moon am 9. Juli im Barbican Centre in London durch das London Symphonie Orchestra, die LSO Discovery Choirs und den LSO Community Choir aufgeführt. Am 2. und 3. März 2018 kommt das Werk nach Los Angeles. Dort wird es vom Orchester Los Angeles Philharmonic und dessen Chören in der Walt Disney Concert Hall gespielt.

 

Illustration: Doro Huber

Werk der Woche: Stefan Heucke – Deutsche Messe

Die Deutsche Messe von Stefan Heucke nach einer Übersetzung von Norbert Lammert wird am 10. Juni 2017 uraufgeführt. Unter dem Dirigat von Steven Sloane spielt das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit dem Rundfunkchor Berlin in der Stephanskirche Mainz. Als Solisten treten Juliane Banse (Sopran), Birgit Remmert (Alt), Tilman Lichdi (Tenor) und Michael Nagy (Bass) auf.



Es ist nicht die erste Zusammenarbeit von Stefan Heucke und Bundestagspräsident Norbert Lammert. Schon 2010 hatte Heucke Lammerts neue Übersetzung des "Pater noster" in seinem Chorwerk Unser Vater vertont. So ist es wenig verwunderlich, dass Lammert unmittelbar nach dieser Komposition mit dem Vorschlag, seine Messübersetzung zu vertonen, an Heucke herantrat. Der Kompositionsauftrag erfolgte schließlich durch das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin. Die Deutsche Messe ist für 4 Solisten, Chor und Orchester komponiert und besteht aus den Sätzen Erbarmen (Kyrie), Ehre (Gloria), Glaube (Credo), Anbetung (Sanctus), Unser Vater (Pater noster) und Friede (Agnus Dei). Nach der Gattungstradition der Missa solemnis enthält sie damit die fünf Kerntexte der katholischen Messe. Lammert fügt dem Text jedoch seine Pater noster-Übersetzung hinzu. Heucke verwendet hierfür in seinem Werk die bereits von ihm komponierte Vertonung und erweitert diese für die größere Besetzung. Für die Komposition der Messe setzte sich Heucke intensiv mit den Messvertonungen von Guillaume de Machaut über Beethoven bis in heutige Zeit auseinander. Er kreiert damit ein Werk, das sowohl seinem persönlichen Anspruch als zeitgenössischem Komponisten entspricht als auch in der Tradition anderer großer Messkompositionen steht.

Heuckes Deutsche Messe: Ein Zeichen des Dialoges


Nicht umsonst findet die Uraufführung im Reformationsjahr 2017 statt. Mit seiner Übersetzung der Bibel ins Deutsche machte Martin Luther die Heilige Schrift für alle zugänglich, die der lateinischen Sprache nicht mächtig waren. Auch eine neue Messordnung führte er ein. Luthers Übertragung der römisch-katholischen Messe für den reformatorischen Gottesdienst erfolgte jedoch nur unter starker Änderung der ursprünglichen Liturgie. Lammert hingegen übersetzt alle Ordinariumstexte der lateinischen Messe. Obwohl seine Fassung keineswegs die erste deutschsprachige ist, zeigt sich hier eine deutliche Parallele zu Luther. Trotz dieser Reminiszenz an Luthers Bibelübersetzung und der Terminierung der Aufführung im Lutherjahr ist Heuckes Deutsche Messe keineswegs ein rein reformatorisches Werk. Durch die Zusammenarbeit des katholischen Lammert mit dem protestantischen Heucke setzen beide ein Zeichen für die Ökumene und den Dialog zwischen den Konfessionen. Das zeigt sich auch musikalisch: Getreu der zeitgemäßen Wortwahl ist auch Heuckes Tonsprache modern. Dennoch lässt er durch Anklänge aus der Gregorianik und Luther-Chorälen Elemente aus den Traditionen beider Konfessionen einfließen.
Mir schwebt vor, die Ströme der uralten gregorianischen Hymnen, die auch in die protestantische Kirchenmusik eingeflossen sind, weiter zu verfolgen und so ein Werk der Synthese zu schaffen, das die gesungene Musik der Gläubigen in der Kirche ebenso umfasst, wie die Tradition der mittelalterlichen Vokalpolyphonie, der klassisch-romantischen Chorsymphonik  bis hin zu Zwölftontechnik und was aus ihr folgte. – Stefan Heucke

Nach der Uraufführung folgen am 11. und 12. Juni Aufführungen des Werkes im Steintor-Varieté in Halle und im Konzerthaus Berlin.

 

Foto: © Jonas Holthaus (Rundfunkchor Berlin)

Werk der Woche: Jörg Widmann – Babylon

Am 3. Juni 2017 ist Jörg Widmanns Oper Babylon erstmals nach ihrer Münchner Uraufführungsproduktion zu erleben. Im Concertgebouw Amsterdam wird sie im Rahmen des Holland Festivals konzertant aufgeführt. Es spielen das Radio Filharmonisch Orkest mit den Chören Groot Omreopkoor und Nederlands Kamerkoor unter der Leitung von Markus Stenz.



Mit Babylon schrieb der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk sein erstes und bislang einziges Opernlibretto. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten, der die Idee einer Babylon-Oper schon lange in sich getragen hatte. Die Oper umfasst sieben Bilder, die eine Geschichte rund um Liebe, Zerstörung, Tod und Rettung erzählen. Die Geschichte Babylons wird darin nicht umgeschrieben, Widmann rückt sie dennoch in ein neues Licht. Er wendet sich bewusst ab von der Biblischen Darstellung, nach der die Babylonier das uneingeschränkt Schlechte verkörpern.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen der jüdische Tammu, seine Seele und Inanna, eine babylonische Priesterin der gleichnamigen Göttin des Krieges und der freien Liebe. Tammu, der von Inanna verführt wird, erlebt im Traum die Sintflut Babylons durch den als Figur auftretenden Fluss Euphrat. Im Kontrast zur sinnlichen Liebe der Priesterin steht die Seele, die Tammu zurück zu gewinnen versucht. Um die Götter gewogen zu stimmen, soll ein Menschenopfer dargebracht werden. Die Wahl fällt auf Tammu und dieser wird als Höhepunkt einer wilden, karnevalistischen Neujahrsfeier auf dem babylonischen Turm hingerichtet. In ihrer beider Trauer vereinen sich die Seele und die babylonische Priesterin. Inanna kann Tammu schließlich retten; sie befreit ihn aus der Unterwelt, indem sie ihn beim Verlassen ebenjener nicht aus den Augen verliert: Eine Umdeutung des aus dem Orpheus-Mythos bekannten Motivs, in dem Orpheus sich nicht zu seiner Geliebten Eurydike umdrehen darf. Ein neuer Vertrag wird zwischen den Menschen und Göttern geschlossen, der die Ordnung wieder herstellt und die Zeit nach der noch heute bestehenden Sieben-Tage-Woche strukturiert.

Widmanns Babylon: Zwischen Chaos und Ordnung


Der Gedanke an Babylon ist unmittelbar mit dem Turmbau, dessen Fehlschlag und der Sprachverwirrung als Bestrafung für den Hochmut der Menschen verbunden. Diese Motive spielen im Libretto jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch muss das Publikum – auch bei einer konzertanten Aufführung – nicht darauf verzichten, denn Widmann hat diese Motive in seine Komposition eingebaut. So ist es kein Zufall, dass Babylon nach der babylonischen Zahl aus genau sieben Bildern besteht. Auch innerhalb der Oper taucht diese Zahl als ordnungsstiftendes Element immer wieder auf, sei es durch sieben Planeten, durch ein Affenseptett oder die finale Einführung der Sieben-Tage-Woche. Doch die Zahl Sieben ist nicht das einzig formgebende Element der Oper. Während das erste Bild etwa 45 Minuten dauert, verkürzen sich die Tableaus nach und nach bis zu einer Länge von sieben Minuten. Die Oper ist damit aufgebaut wie ein Zikkurat; mit jedem Bild kommt eine weitere Ebene des Tempelturmes hinzu. Neben all dieser Form und Ordnung herrscht in Babylon im Grunde Chaos. Widmann kommt dem mit großer Orchester- und Chorbesetzung und beachtlicher musikalischer Vielfalt nach. Der Komponist bedient sich aus Elementen unterschiedlichster Stile von alter bis neuer Musik, Tanz- und Marschmusik, verschiedener Formen bis hin zu Szenen, die zeitgleich ablaufen.
Der Turm wird in der Musik gebaut und die Sprachverwirrung findet nicht im Libretto, sondern in der Musik statt. Aus diesen disparaten Elementen nun doch ein stringentes Ganzes zu formen, dem habe ich mich voll und ganz ausgeliefert und das hat mich immer wieder zerrissen, weil es im Prinzip ein Ding der Unmöglichkeit ist. – Jörg Widmann

Das Concertgebouw Amsterdam bleibt auch in seiner zukünftigen Programmplanung beim Thema: Am 14., 15. und 16. März 2018 spielen Franz Welser-Möst und das Koninklijk Concertgebouworkest die halbstündige Babylon-Suite für großes Orchester, die Widmann aus seiner Oper formte.

 

Foto: © Wilfried Hösl (Inszenierung der Uraufführung in München)