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Werk der Woche - Franz Liszt: Sardanapalo

Franz Liszt ist berühmt für seine virtuosen Klavierwerke und seine Sinfonischen Dichtungen. Weniger bekannt ist hingegen sein musikdramatisches Schaffen. Viele Aufzeichnungen zeugen von Liszts Beschäftigung mit der Gattung der Oper, die aber meist nicht über Fragmente hinausging. Am weitesten ausgearbeitet sind die Skizzen zur Oper Sardanapalo. Diese wurden in den vergangenen Jahren von dem Musikwissenschaftler David Trippett rekonstruiert. Am 9. April 2019 wird das Opernfragment im serbischen Novi Sad konzertant aufgeführt.

Anfang der 1840er Jahre wollte Liszt seine schöpferische Bandbreite erweitern, indem er sich der Oper zuwandte. Dafür schwebten ihm unter anderem Stoffe von Goethe, Dumas und Dante vor. Besonders die Werke des englischen Dichters Lord Byron interessierten ihn und er blieb schließlich an dessen Tragödie Sardanapalus von 1821 hängen. Das Libretto zur Oper schrieb ein italienischer Dichter, der für Liszt und die Nachwelt anonym bleiben sollte und mit dem Liszt über eine gemeinsame Freundin korrespondierte. 1850 begann Liszt mit der Komposition des ersten Akts. Die Textfassung für die weiteren Akte blieb jedoch problematisch und unvollendet, was ein möglicher Grund dafür war, dass die Arbeit an der Oper nicht fortgesetzt wurde.

Der namensgebende König Sardanapalo war der letzte König von Assyrien. Wichtiger als Politik, Krieg und Macht waren dem Hedonisten die Freuden des Lebens, besonders die Liebe zu seiner Kurtisane Mirra. Der Staatsmann Beleso kann Sardanapalo schließlich überzeugen, doch in den Krieg zu ziehen – der erste Akt endet mit der Vorahnung der kommenden Schlachten. Doch der Krieg geht verloren, und im Angesicht der Niederlage lässt sich Sardanapalo zusammen mit Mirra inmitten von Düften und Gewürzen verbrennen. Diesen Suizid im Exzess wollte Liszt wohl zum furiosen Finale seiner Oper machen.

Franz Liszt: Sardanapalo – eindrucksvolles, rekonstruiertes Opernfragment


Über 150 Jahre nachdem Liszt den ersten Akt zu Sardanapalo komponierte, übernahm der Musikwissenschaftler Trippett in seiner Rekonstruktion nun die Arbeit, die Liszt einst seinem Assistenten Joachim Raff zugedacht hatte, wie dessen Notizen belegen. Liszts Aufzeichnungen zum ersten Akt enthalten bis auf wenige fehlende Passagen die auskomponierten Singstimmen und ein Particell. Die darin enthaltenen Angaben zur Orchestrierung übernahm Trippett und rekonstruierte zudem fehlende Stellen.
Diese Lücken und die vielfältigen Kurzschriften sind nicht so überraschend, wenn man bedenkt, dass Liszt dieses Manuskript nur für sich selbst geschrieben hat und dass er jeweils genau wusste, was er meinte. Seine musikalische Erinnerungsfähigkeit war phänomenal, er musste nur notieren, was für ihn nicht offensichtlich war. Diesen Kompositionsprozess aufzudröseln und die kreative Entscheidungsfindung nachzuvollziehen, war, wenn man so will, absolut faszinierend. –  David Trippett

Bei der Aufführung in Serbien spielt das Orchester des Serbischen Nationaltheaters unter der Leitung von Gianluca Marcianò. Kürzlich erschien zudem die Ersteinspielung der rekonstruierten Oper beim Label audite. Die Aufnahme entstand bei der konzertanten Uraufführung von Sardanapalo im August 2018 in Weimar. Die Staatskapelle Weimar, die Liszt zu Lebzeiten selbst für einige Jahre geleitet hatte, führte das Opernfragment unter der Leitung von Kirill Karabits auf, in den Gesangsrollen brillierten Joyce El-Khoury, Airam Hernández und Oleksandr Pushniak. Die Entstehungsgeschichte des Opernfragments ist damit aber immer noch nicht vollendet, denn eine szenische Uraufführung steht noch aus…

 

 

Bild: Eugène Delacroix - Der Tod des Sardanapal (1827/1828)

Werk der Woche - Erich Wolfgang Korngold: The Sea Hawk

Der Hollywood-Abenteuerfilm The Sea Hawk aus dem Jahr 1940 handelt von wilden Seeschlachten, mutigen Freibeutern und prunkvollen Königshäusern, von rasselnden Säbeln und krachenden Pistolen. Den musikalischen Rahmen für diese monumentale Szenerie gestaltete der Komponist Erich Wolfgang Korngold. Heutzutage ist die spannende Filmmusik oft im Konzert zu hören, so unter anderem am 3. April 2019 in Kaiserslautern mit dem Orchester des Pfalztheaters unter der Leitung von Uwe Sandner und am 7. April 2019 im britischen Royal Tunbridge Wells mit dem dortigen Symphony Orchestra und dem Dirigenten Roderick Dunk.

Der österreichische Komponist Erich Wolfgang Korngold hatte im frühen 20. Jahrhundert großen Erfolg mit seinen Opern, allen voran mit Die tote Stadt. Nachdem er 1934 mit seiner Familie in die USA emigrierte, wurde Korngold zu einem der gefragtesten Komponisten in Hollywood. Er schrieb die Musiken für rund 20 Filme und wurde zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet. Bis heute ist Korngolds Kompositionsstil prägend für die Gattung der sinfonischen Filmmusik. Für die Film-Experten von CineFix gilt die Musik von The Sea Hawk sogar als Nummer 1 der „Top 10 Scores of All Time“.

Filmstar Errol Flynn mimt in The Sea Hawk (deutscher Titel: Der Herr der sieben Meere) den Freibeuter Geoffrey Thorpe, dessen Geschichte an die Biografie des englischen Seefahrers Sir Francis Drake angelehnt ist. Vor dem Hintergrund des Krieges zwischen den beiden Seemächten Spanien und England im späten 16. Jahrhundert kämpft Thorpe in dem Film von Regisseur Michael Curtiz im Auftrag der britischen Krone gegen die Spanier. Nach vielen Verwicklungen gelingt es Thorpe, die britischen Streitkräfte vor einem verheerenden Angriff der spanischen Armada zu warnen, was gemeinhin als Metapher auf den gerade entflammenden Zweiten Weltkrieg und die deutschen Aggressionen interpretiert wird. Thorpe wird nach der geglückten Rettung seiner Heimat von Königin Elizabeth I. reich belohnt.

Erich Wolfgang Korngold: The Sea Hawk – musikalischer Rahmen für ein filmisches Seeabenteuer


Mit seiner Filmmusik knüpft Korngold an seine vorherigen kompositorischen Erfahrungen im Bereich von Opern- und Schauspielmusik an. So verwendet er auch weiterhin die Leitmotivtechnik, um bestimmte Figuren, Situationen und Assoziationen musikalisch zu kennzeichnen. Die spätromantische Harmonik und der Einsatz von einem groß besetzten Sinfonieorchester ermöglichen eine ausdrucksstarke und effektvolle Klanggestaltung in der Tradition von Wagner und Strauss, mit der Korngold das im Film Sichtbare auf der emotionalen Ebene der Musik verstärkt.
Musik ist Musik, ob sie für die Bühne, das Dirigentenpult oder fürs Kino ist. Die Form mag sich ändern, die Art, sie zu notieren, mag unterschiedlich sein, aber der Komponist darf keinerlei Zugeständnisse machen in Bezug auf das, was er für seine eigene musikalische Überzeugung hält. – Erich Wolfgang Korngold

Die Filmmusik Korngolds ist auch ohne bewegte Bild als eigenständige und kurzweilige Instrumentalmusik tragfähig. Bei Schott gibt es dazu zwei Varianten der Musik zu The Sea Hawk für den Konzertsaal: das ikonische Hauptthema als 6-minütiges Theme from the motion picture und eine umfangreichere 17-minütige Suite, die von Patrick Russ aus der Filmmusik zusammengestellt wurde. Beim Konzert in Kaiserslautern kann man die Korngoldsche Filmmusik gleich doppelt erleben, denn neben The Sea Hawk wird dort auch die Fanfare aus dem Film Kings Row gespielt, die unüberhörbar Inspiration für spätere Blockbuster wie Superman und Star Wars lieferte. Im Bürgersaal Stadtbergen ist am 7. April 2019 die Symphonische Suite zu The Adventures of Robin Hood zu erleben. Und das bekannte Konzert D-Dur für Violine und Orchester, in dem Korngold aus seinen Filmmusiken zitiert, wird am 4. und 5. April 2019 vom Nationalen Estnischen Symphonieorchester in Tarto und Tallinn aufgeführt.

 

Werk der Woche - Fazıl Say: Concerto for percussion and orchestra

Reiche Schlagzeugklänge und bunte Orchesterfarben lässt Fazıl Say in seinem Concerto for percussion and orchestra op. 77 verschmelzen. Mit dem Schlagzeuger Martin Grubinger als Solist wird das Werk am 29. März 2019 in Dresden uraufgeführt. Im Konzertsaal des Kulturpalasts spielt die Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Andris Poga.

Der türkische Komponist und Pianist Say widmet sein neues Konzert dem österreichischen Schlagzeug-Ausnahmetalent Grubinger, der schon bei der Uraufführung von anderen Werken Says mitgewirkt hat. Dabei fordert Say seinen Solisten nahezu durchgängig, denn die Solopartie ist sehr dicht und ohne größere Pausen geschrieben. Nicht nur ihre musikalische Verbundenheit eint Say und Grubinger, sondern auch ihr Einsatz für soziale Gerechtigkeit und Freiheit, durch die Musik und darüber hinaus.

Das neue Concerto besteht aus vier Sätzen, die jeweils nach dem für den Satz prägenden Perkussionsinstrument benannt sind. So dominiert im ersten Satz das "Waterphone", ein Instrument mit einem wassergefüllten Metallkorpus, aus dem verschieden große Metallstäbe herausragen. Wenn diese Stäbe in Schwingung versetzt werden, erzeugen sie geheimnisvolle Klänge, die je nach der Bewegung des Wassers im Korpus ihren Klang verändern. Im zweiten Satz sind Pauken und Rototoms (Trommeln mit verschiedenen Tonhöhen) die Instrumente im Fokus, für die Say melodische Passagen komponiert hat. Vibraphon und glockenähnliche Campana spielen im ruhigeren dritten Satz, und im letzten Satz agieren Marimbaphon und Boobams, mit Membranen bespannte Rohre, die beim Anschlagen einen hohlen, weichen Klang ergeben.

Fazıl Say: Concerto for percussion and orchestra – reiche Schlagzeugklänge im Fokus


Im Concerto verbinden sich, wie für Say typisch, Elemente aus verschiedenen Musiktraditionen: Instrumente aus dem euroamerikanischen Kulturraum und Anweisungen wie "walking bass" und "dirty" gehen eine Symbiose mit ungeraden Taktarten, anatolischen Skalen, Taksim-Improvisationen und Spielanweisungen wie "köçekçe" und "Slow Belly Dance" ein. Ostinate Motive, die sich nach und nach verändern und verbinden, prägen das Klangbild des Konzerts.
Mein Stil hat sich immer wieder verändert. […] Als ich in Deutschland studierte, habe ich viele Einflüsse aus der türkischen Folklore in meiner Musik entdeckt; und heute habe ich einen Stil gefunden, der mich widerspiegelt, der individuell ist und mich sehr zufrieden macht. Dazu gehören auch die tonalen und folkloristischen Elemente. Das steckt so in meinem Blut. Und was im Blut steckt ist beim Komponieren primär, das Intellektuelle sekundär. – Fazıl Say

Am Tag nach der Uraufführung steht Says Concerto for percussion and orchestra am 30. März 2019 ein weiteres Mal in Dresden mit der gleichen Besetzung auf dem Spielplan und am 31. März 2019 spielen alle Beteiligten Ausschnitte aus dem Werk in der Matinee Phil zu Entdecken für junge Hörer. Moderator Malte Arkona erklärt Wissenwertes zur Musik und den Instrumenten, wobei sich Says Schlagzeugkonzert durch seine besondere Satzstruktur besonders gut für ein junges Publikum eignet, da pro Satz immer ein oder zwei Schlaginstrumente vorgestellt werden. Grubinger spielt das Concerto im Laufe des Jahres in weiteren europäischen Städten, unter anderem am 23. August 2019 in Wiesbaden beim Rheingau Musik Festival, am 13. September 2019 in Bremen und am 18. und 19. September 2019 in Basel.

 

 

Foto: Marco Borggreve

Werk der Woche - Charles Ives: Central Park in the Dark

In fußläufiger Entfernung zum weltberühmten Central Park in New York liegt die Spielstätte der New York Philharmonic, die David Geffen Hall im Lincoln Center. So ist das berühmte Orchester der ideale Klangkörper, um Central Park in the Dark von Charles Ives aufzuführen. Dirigent des Konzertes am 21. März 2019 ist Chefdirigent Jaap van Zweden.

Ives komponierte das Stück im Jahr 1906, damals noch unter dem sperrigen Titel A Contemplation of Nothing Serious or Central Park in the Dark in "The Good Old Summer Time". Es ist Teil der Three Outdoor Scenes, zusammen mit dem sehr ruhigen Orchesterwerk The Pond und dem quirlig-lebendigen Hallowe‘en für Klavier und Streichquartett.

Die erste dokumentierte Aufführung von Central Park in the Dark fand erst im Jahr 1946 statt, da Ives, der 1874 geboren wurde, erst spät Erfolg mit seinen Kompositionen hatte. So war es gut, dass er im Hauptberuf für eine Versicherung arbeitete, um seinen Kompositionsstil frei von finanziellen Abhängigkeiten zu entfalten.

Charles Ives: Central Park in the Dark – Nächtliches Porträt des berühmten Parks


Central Park in the Dark vereint die beiden Charaktere der anderen Stücke aus Three Outdoor Scenes. Es beginnt leise, mit einer Folge atonaler Akkorde in den Streichern. Sie lassen eine eigenartige Atmosphäre entstehen, die nostalgische Wärme und nächtliche Melancholie ausstrahlt. Über der Streicher-Klangfläche lässt Ives kurze Motive oder Melodien aufblitzen, die Geräusche der Stadt darstellen, welche die Ruhe des Parks durchdringen. Im Verlauf des Stückes wird das Geschehen dichter, mehr und mehr musikalische Ereignisse überlagern sich, bevor die Komposition schlagartig leise wird und im sanften Wiegen der Streichakkorde vergeht.
"Die Streicher verkörpern die nächtlichen Geräusche und das Schweigen der Dunkelheit – sie werden unterbrochen von Geräuschen des Casinos am kleinen See – von Straßensängern, die von der Kreuzung des Circle herüberkommen und bruchstückhaft die Melodien jener Tage anstimmen – von einigen Nachtschwärmern aus Healys Bar – von der gelegentlich vorbeifahrenden Hochbahn – von einem Krach in der Ferne – von Zeitungsjungen, die ihre ‚Extrablatt‘-Rufe schreien – von elektrischen Klavieren, die sich in dem Apartment-Hauseinen Kampf der Ragtimemusiken liefern – eine Feuerspritze – ein Droschkenpferd läuft davon – wieder ist die Dunkelheit zu hören – ein Echo, das über den Teich klingt – und dann gehen wir nach Hause."
Charles Ives

Die New Yorker Philharmoniker kombinieren Ives´ Central Park in the Dark mit Werken von Johannes Brahms und John Adams. Weitere Aufführungen gibt es am 23. und am 26. März 2019, ebenfalls in der David Geffen Hall.

 

 

Foto: von greips auf Pixabay

 

Werk der Woche - Hans Werner Henze: Der Prinz von Homburg

Mehr als 20 Opern hat der Komponist Hans Werner Henze geschrieben, darunter solche Meisterwerke wie Elegie für junge Liebende, Die Bassariden und Der junge Lord. Etwas weniger bekannt ist die 1960 uraufgeführte Oper Der Prinz von Homburg. Sie feiert in einer neuen Inszenierung von Stephan Kimmig am 17. März 2019 an der Staatsoper Stuttgart Premiere. Die musikalische Leitung liegt beim Stuttgarter Generalmusikdirektor Cornelius Meister.

Der Oper liegt das Theaterstück Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin von Heinrich von Kleist zugrunde. Den Impuls zur Komposition bekam Henze von dem italienischen Regisseur Luchino Visconti, mit dem er 1957 das Ballett Maratona di Danza erarbeitet hatte. Für das Libretto konnte Henze Ingeborg Bachmann gewinnen, mit der eng befreundet war. Sie richtete das etwa 150 Jahre alte Theaterstück für Musiktheater ein und adaptierte es für die Gegenwart der 1950er Jahre.

Der namensgebende Prinz von Homburg wird unfreiwillig zur zentralen Figur in einem Geflecht von Schuld und Versöhnung, Recht und Unrecht. Da er von einem Tagtraum abgelenkt ist, als die Taktik für die bevorstehende Schlacht besprochen wird und anschließend auf eigene Faust mit seinen Untergebenen ins Gefecht zieht, handelt er gegen die Befehle seiner Vorgesetzten. Obwohl seine Truppe einen entscheidenden Anteil am Sieg hat, wird er für die Missachtung der Befehle als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt. Zwar wird ihm eine Begnadigung in Aussicht gestellt, doch dafür müsste der Prinz seine Tat leugnen, was ihm sein Idealismus aber verbietet.

Hans Werner Henze: Der Prinz von Homburg – Musikdrama über Schuld und Versöhnung


Henze vertont das Drama sehr unmittelbar und nahbar und lässt die Zuhörer tief in die Geschichte eintauchen, indem er die verschiedenen Ebenen der Handlung differenziert darstellt: Traum und Wirklichkeit, Krieg und Frieden, Freiheit und Zwang. Dafür wechselt Henze zwischen freier Tonalität und seriellen Kompositionstechniken und gestaltet damit traditionelle Formen wie Passacaglia, Fuge und Rondo. Die Singstimmen sind über weite Strecken klar und rezitativisch geführt und lassen Raum für die Sprache Kleists und Bachmanns. In lyrisch-ariosen Passagen zeigt sich aber auch immer wieder die Innenwelt der Charaktere.
„Im „Prinz von Homburg“ handelt es sich um die Verherrlichung eines Träumers, um die Zerstörung des Begriffs vom klassischen Helden, es geht gegen die blinde, phantasielose Anwendung der Gesetze und um die Verherrlichung menschlicher Güte, deren Verständnis auch in tiefere und kompliziertere Bezirke hineinreicht, als es „normal“ wäre, und die einem Menschen seinen Platz in dieser Welt einräumen will, obwohl er ein Schwärmer ist und ein Träumer, oder vielleicht gerade deswegen.“
Hans Werner Henze

Der Prinz von Homburg ist in dieser Saison noch in fünf weiteren Vorstellungen im Opernhaus in Stuttgart zu erleben. Im Staatstheater am Gärtnerplatz in München feiert außerdem am 23. Mai 2019 Der junge Lord Premiere, und einen Monat später am 23. Juni 2019 die Elegie für junge Liebende im Theater Aachen.

 

 

Foto: Theater an der Wien / Wilfried Hösl

Werk der Woche - John Casken: Madonna of Silence

John Caskens Madonna of Silence für Posaune und Orchester wird am 28. Februar 2019 in der Bridgewater Hall in Manchester uraufgeführt. Das Werk wurde vom Hallé Orchestra für seine Solo-Posaunistin Katy Jones in Auftrag gegeben. Die Uraufführung dirigiert Jamie Philips.

Madonna of Silence ist nach einer Zeichnung von Michelangelo benannt, die Casken zum ersten Mal in einer Galerie in Nottinghamshire sah. Die Zeichnung diente anderen Künstlern der Zeit als Vorlage für Gemälde und Kupferstiche. Caskens Komposition besteht aus einem Satz, doch seine Handlung ist in drei Teile gegliedert: die nachdenkliche Madonna, die Hymne der Madonna und die Klagen der Madonna. Diese Teile zeigen sich besonders eindringlich in der Posaunenstimme: Sie beginnt leise und kontemplativ und symbolisiert den inneren Monolog der Madonna, geht dann in eine sangliche Hymne über, bevor zum Ende hin traurige und klagende Gesten ihr Spiel dominieren.

John Casken: Madonna of Silence – „Drama einer von Unbehagen und Vorahnung erfüllten Szene“


Caskens Bezugnahme auf Michelangelos Bild geht weit über den Titel hinaus. Seine Komposition dringt in jeden Aspekt des Bildes vor. So zeigen sich die Persönlichkeiten, Motivationen und Geschichten der abgebildeten Figuren in der Interaktion zwischen Posaune und Orchester.
„Die Madonna ist nicht die zarte junge Frau, die wir normalerweise mit solchen gemalten Szenerien verbinden […] in ihrer rechten Hand hält sie ein offenes Buch. Ist das ein Buch der Propheten, das die Wahrheit über das Kind in ihrem Schoß offenbart? Josef ragt hinter ihrer linken Schulter auf und betrachtet die Szene als nachdenklicher und besorgter Zeuge. Das Jesuskind ist weit davon entfernt, ein Kind zu sein. Seine Haltung auf dem Schoß der Madonna ist bereits die der Pietà, als der tote Christus vom Kreuz abgenommen wird. Und, wer ist die mysteriöse Figur im Hintergrund mit dem Finger an den Lippen, die 'Pst!' zu flüstern scheint? Möchte sie Ruhe, um das Kind nicht zu wecken, oder ist es eine Ermahnung, nicht über das zu sprechen, was im Leben von Christus noch alles geschehen wird?“
(John Casken)

Aufgrund der Beziehung der vier Figuren untereinander bezeichnet Casken Madonna of Silence als Drama für Posaune und Orchester und nicht als Konzert. In diesem Frühjahr werden noch weitere Kompositionen von Casken in Großbritannien aufgeführt: Lines from a Wanderer wird am 30. April 2019 in der Wigmore Hall in London und am 15. Mai beim Brighton Festival gespielt. Und das Melodram Kokoschka´s Doll wird gleich mehrere Aufführungen an verschiedenen Orten im Vereinigten Königreich erleben.

 

 

Bild: Giulio Bonasone: Jungfrau und Kind mit den Heiligen Josef und Johannes der Täufer (nach Michelangelos Madonna del Silenzio), 1561, Metropolitan Museum of Art

Werk der Woche - Aribert Reimann: Fragments de Rilke

Auf die Suche nach dem „secret de la vie“, dem Geheimnis des Lebens begibt sich das neue Werk Fragments de Rilke von Aribert Reimann, das am 23. Februar 2019 in der Berliner Philharmonie uraufgeführt wird. Der Zyklus für Sopran und Orchester entstand als Auftragskomposition des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin, das das Werk im Rahmen seines Festivals „Brahms-Perspektiven“ auch zum ersten Mal aufführen wird. Die Sopranpartie singt Rachel Harnisch, am Pult steht Chefdirigent Robin Ticciati.

Während der Entstehung seiner bis dato letzten Oper „L‘Invisible“ (2011-2017) begann Reimann, sich mit den französischen Fragmenten von Rainer Maria Rilke auseinanderzusetzen. In seinem Œuvre finden sich bereits Vertonungen einiger dieser Texte für Singstimme und Klavierbegleitung; mit den neuen Orchesterliedern erweitert Reimann nun das Klangspektrum in der Begleitung.

Aribert Reimann: Fragments de Rilke – Gedanken über das Menschsein


Rilke schrieb die Texte, die Reimann für seine neuesten Lieder ausgewählt hat, im Zeitraum von 1911 bis 1926 in Italien, Frankreich und der Schweiz. Sie thematisieren den Kern des Menschseins und fragen, was das Leben prägt, ob es das Schicksal, die Liebe oder etwas Göttliches sein könnte. Als gedankliches Ziel beschreibt Reimann das letzte Fragment „Profond amour qui de la terre s’élève“ (Tiefe Liebe, die von der Erde sich erhebt).

Fragments de Rilke besteht aus einem Prélude, 12 Fragmenten und Zwischenspielen. Die Übergänge zwischen den einzelnen Teilen sind fließend, obwohl  Reimann jedes der Fragmente mit einer eigenen Klanglichkeit ausstattet. Im fünften Fragment etwa vermittelt er durch ein schnelles Tempo und viele Taktwechsel eine unregelmäßig-fließende Lebendigkeit, die noch von einer leisen Begleitung der Holzblasinstrumente verstärkt wird. Das neunte Fragment hingegen steigert sich zu einem Tutti-Fortissimo. Zum Ende hin lässt Reimann die Musik wieder zur Ruhe kommen, wenn lange Notenwerte und eine reduzierte Dynamik das Geschehen prägen und auch das Tempo langsamer wird.
„Alles was geschieht,
setzt
eine Maske auf unser Antlitz, das nie
wagt endgültig zu sein.
[…]
Wind, welcher Erinnerung, welchen Lebens Wind
legte im Vorüberfliegen eine Maske auf mein Sein“
(Fragments V und VI)

In der Einführung zum Uraufführungskonzert von Fragments de Rilke wird Reimann mit dem Musikwissenschaftler Habakuk Traber im Gespräch zu erleben sein. Doch nicht nur in Berlin, auch in anderen Städten werden in der kommenden Zeit seine Lieder aufgeführt: Am 10. März 2019 sind in Chemnitz Reimanns Bearbeitungen "Acht Lieder und ein Fragment von Felix Mendelssohn Bartholdy …oder soll es Tod bedeuten“ zu hören. Und am 22. März 2019 werden in Karlsruhe die Drei Gedichte der Sappho für Sopran und neun Instrumente aufgeführt.

 

Werk der Woche - Jörg Widmann: Babylon

Im Rahmen des Festival Présences wird am 16. Februar 2019 die Babylon-Suite von Jörg Widmann im Grand Auditorium de Radio France in Paris aufgeführt. Das Orchestre National de France spielt unter der Leitung von Nicholas Collon. Die Aufführung wird begleitet von Videoinstallationen von Studierenden der École Estienne.

Die Babylon-Suite ist an Widmanns Oper Babylon angelehnt. Sie extrahiert die Essenz der monumentalen und groß besetzten Oper in ein etwa 30-minütiges Werk. Widmann verlegte dabei die Singstimmen nicht einfach in einzelne Instrumentalstimmen, vielmehr ging es ihm darum, den Stimmklang möglichst gut in die Orchestersprache einzupassen, selbst wenn dafür Veränderungen bis hin zur Neukomposition nötig waren. Die Suite ist von einem vielfältigen und großen Schlagwerkapparat geprägt und verbindet ganz verschiedene musikalische Elemente wie lyrische Melodien, majestätische Hymnen und volkstümliche Marschmusik.

Jörg Widmann – Babylon-Suite: Schwesterwerk der Oper


Die Oper Babylon basiert auf einem Libretto des Kulturwissenschaftlers und Philosophen Peter Sloterdijk. Zusammen mit Widmanns Musik entsteht eine ganz eigene Interpretation des biblischen Mythos über die Stadt Babylon, die den Fokus nicht auf den Turmbau und die göttliche Strafe dafür legt. Stattdessen setzt sie sich mit dem Zusammenleben der verschiedenen Kulturen in der Stadt und deren gesellschaftlicher Ordnung auseinander.

Protagonist der Oper ist Tammu, ein Jude im babylonischen Exil, der sich in der Fremde aber gut eingelebt hat. Er ist gefangen zwischen zwei unterschiedlichen Frauen: Die Seele, seine jüdische Gefährtin, liebt er wie eine Schwester, von der babylonischen Priesterin Inanna hingegen fühlt er sich sexuell angezogen. Als Tammu als Menschenopfer für die Götter hingerichtet wird, sind beide Frauen in ihrer Trauer verbunden. Inanna gelingt es jedoch, ihren Geliebten Tammu aus dem Totenreich zu retten und dadurch die Grundlage für eine neue gesellschaftliche Ordnung in Babylon zu legen. Denn die Rettung Tammus hat die Sinnlosigkeit von Menschenopfern aufgezeigt.

In den beiden Frauenfiguren spiegeln sich ihre verschiedenen Kulturen wider: die monotheistische und monogame Kultur der jüdischen Bevölkerung, die auch im Exil erhalten bleibt, und die multikulturelle babylonische Kultur, die vielen Göttern und der freien Liebe huldigt. Das zeigt sich besonders stark im fünften Bild, in der die jüdische Bevölkerung einen Klagepsalm anstimmt ("An den Wassern von Babel, da saßen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten."), während die Babylonier in einer ausgelassenen Zeremonie ihren Göttern huldigen. Widmann vertont diese Stelle als fulminante Steigerung, für die er einen 17-stimmigen Kontrapunkt verwendet und das Orchester in bis zu 70 Stimmen aufteilt.
„Meine Aufgabe als Komponist war es, die widerstreitenden Energien so drastisch wie möglich in ihrer Unterschiedlichkeit zu formulieren und trotzdem eine Möglichkeit zu finden, dass die Szenen ein Ganzes ergeben. Das Bauprinzip der Oper gleicht, beginnend mit einem riesigen Fundament und sich nach oben verjüngend, dem Babel-Turm.“
(Jörg Widmann)

Am 9. März 2019 kommt in der Staatsoper Unter den Linden in Berlin eine neu überarbeitete Fassung der Oper zur Uraufführung. In der Inszenierung von Andreas Kriegenburg sind dort Mojca Erdmann als Die Seele, Susanne Elmark als Inanna und Charles Workman als Tammu zu sehen, es dirigiert Christopher Ward. Schon einige Tage vorher, am 25. und 26. Februar 2019, stimmt Generalmusikdirektor Daniel Barenboim das Berliner Publikum mit der Babylon-Suite auf die neue Opernproduktion ein. Ob als Oper oder als Suite - der Babylon-Mythos ist in Widmanns Kompositionen lebendig und vermag es, uns zu einem anderen Blick auf unsere heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu verhelfen.

 

 

Foto: Bayerische Staatsoper München / Wilfried Hösl

Werk der Woche - Gavin Bryars: Requiem

Am 9. Februar 2019 wird in Amsterdam das neue Requiem von Gavin Bryars uraufgeführt – als Ballett. Choreograph David Dawson verarbeitet das aus zehn Sätzen bestehende und auf liturgischen Texten beruhende Werk als Teil seiner aktuellen Produktion mit den Tänzerinnen und Tänzern des Niederländischen Nationalballetts. Es musizieren Orchester, Chor und Vokalsolisten der Nationale Opera & Ballet unter der Leitung von Matthew Rowe.

Der Auftrag zu dem neuen Stück ist das Ergebnis einer langjährigen und erfolgreichen kreativen Beschäftigung des Choreographen Dawson mit der Musik von Bryars. Dawson nutzte Bryars' String Quartet No. 3 für sein Ballett Reverence, und gemeinsam erarbeiteten beide eine Produktion für das Ballet Vlaanderen in Antwerpen, an deren Ende die Komposition The Third Light für Streichorchester stand.

Gavin Bryars: „Mein persönlichstes Requiem“


Die Gattung Requiem, die christliche Totenmesse, ist für Bryars nicht neu. Er hat bereits mehrere Werke geschrieben, die sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Thematik befassen. Seine erste Requiem-Komposition, das Cadman Requiem (1989), schrieb er in Erinnerung an seinen Freund Bill Cadman. Es wurde vom Hilliard Ensemble uraufgeführt. Ein Jahr später komponierte er After the Requiem, das Material aus seinem vorherigen Werk verarbeitet. Zusammen erschließen diese beiden Kompositionen eine Periode der Trauer, des Verlusts und des Akzeptierens, wobei das zweite Werk geschrieben wurde, in „diesem Gemütszustand, der bleibt, wenn das Trauern (theoretisch) vorbei ist.“, wie es Bryars selbst ausdrückt. Dennoch sieht er sein neues Requiem als eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit der Gattung:
„Das ist auf jeden Fall mein persönlichstes Requiem. Davids Idee, dass die Tänzer Engel darstellen, als Wesen zwischen Himmel und Erde, erscheint mir sehr stark. Es ist ein schönes Bild, das einen speziellen Trost anbietet: Musiker und Sänger, die die Tänzer durch Raum und Zeit schweben lassen.“
Gavin Bryars

Bryars und Dawson wollen mit dem Requiem das Vergehen der Zeit und die Essenz des Glaubens erkunden. Dawson beschrieb das Stück darüber hinaus als eine Methode, die Vergangenheit anzunehmen und sich an sie zu erinnern, um nicht alte Fehler zu wiederholen. Bis zum 1. März 2019 wird die Ballettproduktion noch sechs weitere Male in Amsterdam aufgeführt.

 

Foto: Het Nationale Ballet / Alain Honorez

Werk der Woche – Pēteris Vasks: 2. Symphonie

Monumentale Klanggewalt und zarte, lyrische Melodien – zwischen diesen beiden Extremen pendelt die 2. Symphonie für großes Orchester von Pēteris Vasks. Am 1. Februar 2019 wird die Symphonie im Rahmen des Winnipeg New Music Festival in Kanada erstmals auf dem nordamerikanischen Kontinent aufgeführt. Unter dem Motto „Cosmic Time“ spielt das Winnipeg Symphony Orchestra unter der Leitung ihres Chefdirigenten Daniel Raiskin.

Die Symphonie war eine Auftragskomposition der BBC und des Bournemouth Symphony Orchestra und wurde 1999 in London uraufgeführt. Seitdem wurde sie vielfach gespielt, jedoch ausschließlich in Europa. Obwohl das Werk nur aus einem Satz besteht, hat es mit rund 40 Minuten Spieldauer eine ausgeprägte Länge. Und auch die Besetzung der Symphonie ist sehr groß, umfasst unter anderem mehrfach besetzte Bläserstimmen, Klavier, Celesta, Harfe und einen großen Schlagwerkapparat.

Pēteris Vasks - 2. Symphonie: klanggewaltiges Orchesterwerk mit traurigem Hintergrund


Mit dieser gewaltigen Besetzung möchte Vasks dem Leid, das seine lettischen Landsleute unter deutscher und russischer Besatzung im 20. Jahrhundert erleben mussten, Ausdruck verleihen. So herrscht vorwiegend eine düstere Atmosphäre. Viele bedrohliche Stellen im Forte prägen die Symphonie, etwa gleich zu Beginn. Hier werden die Angst und die Verzweiflung der Menschen dargestellt. Doch dabei belässt Vasks es nicht. Immer wieder finden sich in der 2. Symphonie auch Momente voller Optimismus und Hoffnung  in melancholisch-zarten Themen und flirrenden Streicherklängen, in volksliedhaften Melodien oder Vogelstimmen-Motiven.
"Ich bin der Meinung, dass jeder ehrliche Komponist nach einem Ausweg aus den Krisen suchen muss, die zu seiner Zeit herrschen. Hin zu mehr Ausgewogenheit, zum Glauben. Ein Komponist kann aufzeigen, wie die Menschheit die ihr innewohnende Passion zur Selbstzerstörung besiegen kann. Wenn wir dergestalt einen Ausweg finden, einen Anlass, Hoffnung zu schöpfen, dann will ich es gern als meine eigene Sache ausgeben. "
Pēteris Vasks

Diese geradlinige Haltung ist unter anderem in der Biografie von Vasks begründet, war er doch unmittelbar von den in ihrer Freiheit beschränkten Lebensbedingungen in der UdSSR betroffen. Geboren 1946 in Lettland, konnte er als Pfarrerssohn nicht in seinem Heimatland studieren. Er ging für sein Kontrabass-Studium nach Litauen und spielte anschließend in verschiedenen lettischen Orchestern, bevor er in den 1970er Jahren doch noch sein Studium der Komposition in Riga aufnehmen konnte. Auch weiterhin musste er jedoch viele Repressalien erleiden, da seine Musik nicht mit der künstlerischen Doktrin des Staates konform war. Heute ist Vasks einer der bekanntesten und meistgespielten Komponisten der ehemaligen Sowjetunion. Seine Kompositionen wurden vielfach ausgezeichnet und außerdem sehr oft als Grundlage für Ballettproduktionen eingesetzt. So wurde die 2. Symphonie in den 20 Jahren seit ihrer Uraufführung schon dreimal „vertanzt“ – vom Ballett am Rhein, dem Lettischen Nationalballett und ballettmainz.

Beim Winnipeg New Music Festival in Kanada wird von Vasks nicht nur die 2. Symphonie  gespielt. Im Konzert „New Visions“ am 30. Januar erklingen außerdem das Violinkonzert Vientuļais eņģelis (Einsamer Engel) als kanadische Erstaufführung und Dona nobis pacem für gemischten Chor und Streichorchester.