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Werk der Woche – Ludger Vollmer: Rummelplatz

Künstlerische, stilisierte Darstellung des Komponisten Ludger Vollmer. Er steht im Vordergrund, leicht lächelnd, vor einer surrealen, in Rottönen gehaltenen Landschaft mit rauchenden Fabriken, sanften Hügeln und einer gewundenen Straße, die das Setting vo

Was treibt einen Menschen an, sich in den Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkriegs in eine unsichere Zukunft zu stürzen und im sächsischen Erzgebirge, in einer Uranmine der Wismut AG, nach "dem Gelben" zu suchen? Es ist die Hoffnung auf ein besseres Leben, die die Protagonisten des Romans Rummelplatz von Werner Bräunig antreibt. Der Roman, eine schonungslose, authentische Momentaufnahme der frühen DDR, liefert die Vorlage für die neue Oper von Ludger Vollmer, die am 20. September 2025 in Chemnitz zur Uraufführung kommt.

Ein Auftragswerk für Chemnitz 2025 – Europäische Kulturhauptstadt

Die Neuinszenierung ist ein wichtiges Auftragswerk der Oper Chemnitz und Teil der Festivitäten rund um das Jahr 2025, in dem Chemnitz zur Kulturhauptstadt Europas wird. Unter dem Motto "C the Unseen" ("Das Ungesehene sehen") möchte die Stadt Chemnitz ihre Rolle als europäische Stadt und ihr reiches, aber oft übersehenes kulturelles Erbe zur Schau stellen.

Ludger Vollmer, 1961 in Berlin geboren, ist ein Künstler, der sich schon immer zwischen den Welten bewegt hat. Zunächst zum Werkzeugmacher ausgebildet, entschied er sich später für ein Musikstudium in Weimar und Leipzig. Dieser ungewöhnliche Weg prägt seine Arbeit bis heute: Seine Musik vereint technische Präzision mit emotionaler Tiefe. Mit Opern wie Gegen die Wand oder Tschick hat er sich einen Namen als Komponist gemacht, der aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreift und für die Bühne verarbeitet. Seine Tonsprache ist modern und packend, oft von einem rhythmischen, fast filmischen Sog geprägt. Die Musik ist dabei keine bloße Begleitung, sondern treibt die Handlung voran und taucht tief in die Psyche der Charaktere ein.

Die Faszination des Stoffs, ein Komponist zwischen den Welten

Werner Bräunigs Roman Rummelplatz, entstanden zwischen 1959 und 1967, wurde in der DDR verboten und erst nach der Wende in der Originalfassung veröffentlicht. Er beschreibt die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bergarbeiter in den Uranminen mit einer ungeschönten Direktheit, die damals unerwünscht war. Die Oper Rummelplatz knüpft an diese rohe Energie an und widmet sich den Schicksalen der jungen Menschen, die in der Hoffnung auf Wohlstand und Glück in die Minen abwandern.

Die musikalische Gestaltung von Vollmer sowie das Libretto von Jenny Erpenbeck stellen dabei eine spannende Auseinandersetzung mit der Romanvorlage dar. Die Inszenierung von Frank Hilbrich und das Bühnenbild von Volker Thiele versprechen eine beeindruckende Visualisierung dieser post-industriellen Welt, die gleichzeitig melancholisch, aber auch voller Leben ist. Musikalisch geleitet von Benjamin Reiners, wird das Ensemble der Oper Chemnitz die emotionalen Höhen und Tiefen der Charaktere zum Leben erwecken.

Die Uraufführung der Oper findet am 20. September 2025 im Opernhaus Chemnitz statt. Nach der Premiere folgen weitere sieben Vorstellungen bis Ende November, in denen das Publikum in die Geschichte eintauchen kann.

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Foto Ludger Vollmer: Thomas Müller, Illustration und Texte erstellt mithilfe Künstlicher Intelligenz

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