Werk der Woche – Enjott Schneider: Kabbala – Die Wege des Lichts
- By Christopher Peter
- 21.09.2025
Was verbindet das mystische jüdische Erbe der SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz mit dem vielfach ausgezeichneten Filmmusikkomponisten Enjott Schneider? Es ist das neue Oratorium Kabbala – Die Wege des Lichts, das am 27. September 2025 im Dom zu Speyer seine Uraufführung feiert. Dieses Oratorium ist das Herzstück einer besonderen Konzertreihe, die das musikalische Erbe der drei UNESCO-Welterbestätten würdigt.
Seit 2021 sind die SchUM-Stätten von Speyer, Worms und Mainz als erstes jüdisches UNESCO-Welterbe Deutschlands anerkannt. "SchUM" ist eine Abkürzung für die hebräischen Namen der drei Städte (Schpira, Warmaisa, Magenza), die vom 11. bis zum 14. Jahrhundert als Wiege der aschkenasischen Kultur galten. Die Konzertreihe ist eine Hommage an diese einzigartige Geschichte und verbindet das neue Werk Schneiders mit einem weiteren bedeutenden, von jüdischen Wurzeln inspirierten Werk: den Chichester Psalms von Leonard Bernstein.
Vom Komponisten der Leinwand zum Mystiker der Musik
Enjott Schneider ist ein Name, den man vielleicht nicht sofort mit geistlicher Musik in Verbindung bringt. Als einer der profiliertesten deutschen Komponisten hat er in seiner Karriere über 150 Kino- und Fernsehfilme vertont. Für seine Arbeit an Filmen wie Schlafes Bruder oder Herbstmilch erhielt er zahlreiche Preise. Seine Musik ist oft einem breiten Publikum bekannt, ohne dass dieses seinen Namen kennt.
Doch neben der Filmbranche ist Schneider auch ein meisterhafter Komponist für die Konzertbühne. Sein Oratorium Kabbala – Die Wege des Lichts offenbart eine andere Facette seines Schaffens. Das Libretto, in hebräischer Sprache von ihm selbst aus biblischen Worten und Psalmen zusammengestellt, widmet sich der Kabbala, der "Seele des Judentums". Es geht um die Erforschung des mystischen Lichts, das die Schöpfung durchdringt, und um die Suche nach dem göttlichen Funken im menschlichen Leben.
Magie des Klanges: Eine spirituelle Reise in die Seele des Judentums
Das Oratorium ist für einen Altus, einen gemischten Chor, Solovioline und Orchester geschrieben. Eine besonders herausragende Rolle spielt die Solovioline, gespielt von Ingolf Turban. Ein faszinierendes Detail: Die Geige wurde aus 30.000 Jahre altem Kauri-Holz aus Neuseeland gefertigt, was ihr laut Turban einen magischen und einzigartigen Klang verleiht. Unter der musikalischen Leitung von Dieter Hauß und den Chören (Mozartchor Speyer, Wormser Kammerensemble, Ensemble Chordial) verspricht das Werk eine spirituell und klanglich außergewöhnliche Erfahrung.
Nach der Uraufführung am 27. September im Dom zu Speyer wird die Konzertreihe fortgesetzt: am 8. November in der Dreifaltigkeitskirche in Worms und am 9. November in der Christuskirche in Mainz.
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Foto Enjott Schneider: Manfred Schneider, Hintergrund erstellt mithilfe künstlicher Intelligenz