NEU BEI WERGO – JULIUS BERGER UND DAS ASIAGO-FESTIVAL
- By Charlotte Schmitt
- 22.09.2025
DAS ASIAGO-FESTIVAL – EINE INSTITUTION IN NORDITALIEN
Jedes Jahr im August findet das Asiago-Festival, das seit nunmehr 50 Jahren existiert, im nördlichen Italien, im Herzen des Asiago-Plateaus, statt.
Die Hochebene von Asiago besteht aus sieben Gemeinden (italienisch: Altopiano dei Sette Comuni). Sie ist historisch und kulturell besonders interessant, da es sich um die kleinste Sprachinsel Europas handelt. Nur noch wenige Menschen sprechen „cimbrisch“, eine Mischung der bayerischen Sprache um das Jahr 1000 und der römisch/italienischen Sprache.
KLASSISCHE UND ZEITGENÖSSISCHE MUSIK AUF DEM ASIAGO-PLATEAU
Das Asagio-Festival präsentiert eine Woche lang Künstler und Künstlerinnen von internationalem Format, Weltpremieren und ein Programm von Kammer- bis Orgelmusik, von Kino bis zeitgenössischer Musik.
Jedes Jahr wird ein Komponist oder eine Komponistin zum Festival eingeladen, ein Werk „für Asiago“ zu schreiben. Bestandteil der Komposition sollen „Anklänge“ an die Geschichte von Asiago sein, beispielsweise Melodien der cimbrischen Kultur.
JULIUS BERGER - KÜNSTLERISCHER LEITER DES ASIAGO-FESTIVALS
Seit mehr als 50 Jahren ist der in Augsburg geborene Cellist Julius Berger aus dem Musikleben nicht mehr wegzudenken. Berger bereichert die Musikwelt in vielfältiger Weise, als Interpret, Pädagoge, Entdecker und Denker, der „ausgetretene Pfade“ nicht liebt. Als Solist und Kammermusiker ist er international tätig und hat über 75 CDs eingespielt.
Der Cellist ist seit vielen Jahren der künstlerische Leiter des Asiago Festivals. Übernommen hatte Julius Berger diese Aufgabe direkt von der Festival-Gründerin Fiorella Benetti-Brazzale, einer guten Freundin von ihm. Er hat dabei eine Reihe bedeutender Musiker und Musikerinnen wie auch Komponisten und Komponistinnen in den auf einer Hochebene der südlichen Voralpen gelegenen Ort geholt.
Weitere Informationen:
Asiago Festival (https://asiagofestival.it/)
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AsiagoDuo Berger & FriendsDas neue Album "Asiago" des kreativen Solisten Julius Berger ist eine kluge Anwendung und Fortentwicklung einer sehr erfreulichen, starken neuen Tendenz im Musikleben: fantasievolle Erschließungen neuer Repertoire-Felder durch Öffnung neuer Musik zu den riesigen Bereichen anderer Kulturen. Diese Entwicklung scheint im Fall des Violoncello geradezu provoziert durch dessen technische und traditionelle Repertoire-Grenzen. Julius Berger führt vor, wie man sogar in einer Landschaft wie den Alpen, die als Stammland bekannter traditioneller Volksmusikgeschichte mit der klassischen Musik eng verwoben zu sein scheint, bei genauem Hinschauen höchst spannende ganz andere Ethno-Potenziale entdecken kann. Aus dem kostbaren Fund der kleinen Volksgruppe der Cimbern, die sich aus dem Norden kommend vor Jahrhunderten im heutigen Oberitalien niedergelassen haben und dort bis heute mit eigener Sprache leben, entwickelt er ein abgerundetes CD-Programm neu geschriebener Musik. Diese ist größtenteils in dem seit 25 Jahren existierenden Asiago-Festival erstmals erklungen, und gewinnt in verschiedenen Kombinationen – solo, im Duett, mit präpariertem Klavier und mit Cello-Ensemble und Kammerorchester dem tiefen Streichinstrument und auch menschlicher Stimme ein großes, suggestiv-meditatives neues Repertoire ab.
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