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Werk der Woche – Fazıl Say: Bosphorus Romance

Eine nächtliche Szenerie zwischen den Welten: Fazıl Say lehnt entspannt im Vordergrund, dahinter entfaltet sich das funkelnde Panorama des Bosporus. Die illuminierte Brücke und die Ortaköy-Moschee spiegeln sich glanzvoll im dunklen Wasser Istanbuls.

Es gibt Stücke, denen man ansieht – oder besser: anhört –, dass sie nicht für das Archiv, sondern für einen ganz bestimmten Menschen geschrieben wurden. Fazıl Says Bosphorus Romance ist genau so ein Fall. Wer Says Schaffen verfolgt, weiß um seine Vorliebe für die großen, energetischen Gesten. Hier jedoch schlägt er leisere, beinahe intime Töne an. Die Komposition ist ein musikalisches Präsent an die Flötistin Aslıhan And Say, mit der der Komponist seit Oktober 2025 verheiratet ist. Dass sie bei der Uraufführung am 22. März 2026 im Prinzregententheater München selbst auf der Bühne steht, verleiht dem Ganzen eine Authentizität, die über das rein Handwerkliche weit hinausgeht.

Die Struktur des Werks liest sich wie eine Abfolge von Momentaufnahmen. Es beginnt mit einem weitgespannten Hauptthema, das weniger an Postkartenidylle als vielmehr an das eigentümliche Licht erinnert, das über dem Wasser des Bosporus liegt. Darauf folgt eine Szene, die beinahe ohne Worte auskommt: die Begegnung zweier Menschen in einem Park. Die Flöte übernimmt hier den erzählenden Part, eingebettet in die Streicher des Münchener Kammerorchesters. Es ist eine Musik der Zwischentöne, die schließlich in eine eher abwartende, nächtliche Stimmung übergeht.

Bosphorus Romancy von Fazıl say: Musikalische Begegnung zweier Menschen

Wer bei Say auf den Rhythmus wartet, wird auch in Bosphorus Romance nich enttäuscht, muss sich aber bis zum Ende gedulden. Den Abschluss bildet ein "Köçekçe" – ein traditioneller Tanz, der hier allerdings in einen modernen, kammermusikalischen Kontext gesetzt wird. Es ist dieser Kontrast zwischen der fast privaten Melancholie des Beginns und der extrovertierten Energie des Finales, der das Stück ausmacht. Unter der Leitung von Daniel Giglberger verspricht dieser Abend eine Begegnung auf Augenhöhe: zwischen Orient und Okzident, aber vor allem zwischen zwei Menschen, deren private Verbindung hier zur öffentlichen Kunstform wird.

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Fotos: Fethi Karaduman (Portrait Fazıl Say), Santoelia / Adobe Stock (Hintergrund)

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