Werk der Woche – Edmund Finnis: Cello Concerto
- By Christopher Peter
- 16.11.2025
Der britische Komponist Edmund Finnis (*1984) gehört zu den bedeutendsten zeitgenössischen Stimmen, deren Musik oft als "schimmernd" und "tänzerisch" beschrieben wird. Im November 2025 richtet sich die musikalische Welt gespannt auf Kalifornien: Am 21. November 2025 feiert sein Cello Concerto in der ikonischen Walt Disney Concert Hall in Los Angeles seine mit Spannung erwartete Uraufführung.
Die Vermessung des Lichts: Ein neues Cellokonzert für Sheku Kanneh-Mason
Das rund 20-minütige Werk ist maßgeschneidert für den Ausnahmesolisten Sheku Kanneh-Mason, der als charismatischer Cellist ein Millionenpublikum begeistert. Kanneh-Mason, der nur Musik spielt, an die er "wirklich, wirklich glaubt", lobt Finnis als "einen ganz, ganz besonderen Komponisten". Die Uraufführung erfolgt mit den Los Angeles Philharmonic unter der Leitung des dynamischen spanischen Dirigenten Roberto González-Monjas.
Finnis, der in seiner Jugend selbst Cellist war, beschreibt das Werk als eine zutiefst persönliche Reflexion über "das Cello, Singen, Ausdruck, Leben". Diese Intimität ist der Schlüssel zur dreisätzigen Architektur des Konzerts, die sich wie eine Reise durch verschiedene Lichtzustände anfühlt.
Ein zutiefst persönliches Gespräch: Cello, Gesang, Leben
Satz I: Der schimmernde Raum Der erste Satz beginnt mit dem Orchester, das einen weiten, „schimmernden Raum“ erschafft. Das Cello spinnt darüber lange, lyrische Linien, die sich stetig intensivieren. Es ist die musikalische Vermessung eines akustischen Lichtspiels, das mit pulsierender Energie arbeitet.
Satz II: Nächtlicher Klagegesang Der zentrale, nächtliche Satz ist ein tief empfundenes Lament (Klagegesang). Hier liegt der persönlichste Moment: Finnis nutzt die tiefen, resonanten Klänge des Cellos, die sich ausdehnen und zusammenziehen, "als ob langsame, tiefe Atemzüge".
Satz III: Strahlende Ekstase Aus dieser Stille bricht der Finalsatz in eine "fließende, treibende Energie" aus. Das Cello nimmt die Bewegung auf, und die Musik ergießt sich unaufhaltsam. Der Gesang des Cellos wird „strahlend, ekstatisch“, unterstützt durch das volle Orchester inklusive farbenreichem Schlagwerk.
Globale Relevanz und zukünftige Stationen
Die Bedeutung des Cello Concerto wird durch seine beispiellose transatlantische Co-Kommission unterstrichen: Neben den LA Phil tragen die Dresdner Philharmonie, das Melbourne Symphony Orchestra (MSO) und das London Symphony Orchestra (LSO) das Projekt. Dies garantiert dem Werk einen Platz im internationalen Spielplan: Europäische Erstaufführung: Mai 2026 bei der Dresdner Philharmonie, Australische Erstaufführung: August 2026 mit dem Melbourne Symphony Orchestra, Britische Erstaufführung: Herbst 2026 mit dem LSO.
Diese globale Unterstützung, zusammen mit Finnis’ neuer Partnerschaft mit Schott Music, markiert den endgültigen Aufstieg des britischen Komponisten in die erste Reihe der internationalen Gegenwartsmusik. Die Uraufführung in Los Angeles, eingebettet in das Programm "Elgar’s Enigma", verbindet Finnis’ Werk dabei subtil mit der großen Tradition des britischen Lyrismus.
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Foto Edmund Finnis: Venetia Jollands