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Thomas Larcher in der Wigmore Hall: Unser Komponist im Fokus

Porträt eines Mannes mit Brille in dunkler Jacke, der nachdenklich in die Kamera blickt. Neblige Landschaft im Hintergrund.

Thomas Larcher, 1963 in Innsbruck geboren, ist bekannt für seine Fähigkeit, lyrische Schönheit mit roher Intensität zu verbinden. Seine Musik, die von führenden Orchestern und Ensembles weltweit aufgeführt wird, erforscht Themen wie Transformation, Stille und den Raum zwischen Dissonanz und Harmonie. Die Wigmore Hall, in der er seit den frühen 2000er-Jahren regelmäßig zu Gast ist, widmet seinem Schaffen nun ein ganztägiges Porträt – Teil der renommierten Reihe Composer in Residence und ein Höhepunkt der kommenden Konzertsaison.

„Für mich geht es beim Komponieren immer um Transformation“, sagt Larcher im Wigmore-Hall-Podcast, der seine Residenz vorstellt. „Es geht darum, Klänge von einem Zustand in einen anderen zu führen – und den Hörer auf eine Reise mitzunehmen, die er nicht erwartet hat.“

 

Drei Konzerte mit Thomas Larcher

Der Thomas Larcher Focus Day entfaltet sich über drei Konzerte – am Vormittag, Nachmittag und Abend – und bietet jeweils eine andere Perspektive auf sein Werk. Der Tag beginnt mit der britischen Erstaufführung seines Streichquartetts Nr. 5 out of the bluest blue, einem Werk von schwebender Transparenz, das neben Ravels Streichquartett in F steht – eine inspirierte Kombination zweier sehr unterschiedlicher Erkundungen von Farbe und Licht.

Am Nachmittag folgen Kammermusikwerke wie Kraken, Nucleus und A Padmore Cycle, die Larchers Fähigkeit zeigen, Lyrik in Spannung zu finden. Am Abend wird er schließlich selbst am Klavier zu hören sein – mit seinen eigenen Werken Poems und Klaviersonate, bevor er gemeinsam mit Paul Lewis Musik von Beethoven und Schubert interpretiert.

Einen Komponisten zu erleben, der seine eigene Musik interpretiert, ist ein seltenes Ereignis. Es offenbart oft verborgene Nuancen. Larchers Klavierspiel ist zugleich präzise und poetisch – geprägt von einem tiefen Verständnis jener Klangwelt, die er selbst erschafft. Im Zusammenspiel mit Lewis’ Interpretationen entsteht so ein faszinierender Dialog über Intention, Ausdruck und das sich wandelnde Leben einer Partitur.

„Ich betrachte das Klavier als eine Landschaft“, erklärt Larcher im selben Podcast. „Manchmal ist sie schroff und schwer zu durchqueren, manchmal sanft und fließend. Aber sie ist nie statisch. Ich möchte, dass die Hörer spüren, dass sie sich durch etwas Lebendiges bewegen.“

 

Klang als Erzählung

Larchers Musik wird oft als „cinematisch“ beschrieben, fordert jedoch stets aktives Zuhören. Seine Partituren entfalten sich wie Geschichten – mal zart und intim, mal kantig und intensiv –, stets getragen von einem erzählerischen Faden unter der Oberfläche.

„Ich komponiere nicht, um zu erklären“, sagt er. „Ich komponiere, um zu fragen. Jedes Stück ist eine Frage – manchmal an mich selbst, manchmal an den Hörer. Wenn die Musik Sie an einen unerwarteten Ort führt, dann hat sie vielleicht ihren Zweck erfüllt.“

 

Vorab hören

Für alle, die das Konzert besuchen möchten – oder einfach ihr Verständnis vertiefen wollen – ist die Podcast-Episode Composer in Residence: Thomas Larcher der Wigmore Hall ein Muss. Im Gespräch mit Moderator Ian Skelly spricht Larcher offen über seine Einflüsse, seinen sich wandelnden Stil und die bleibende Bedeutung von Musik, die Menschen direkt anspricht.

Die Episode dient zugleich als Einführung und Wegweiser zum Focus Day und hilft dem Publikum, sich intensiver mit der Musik auf der Bühne zu verbinden.

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