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Werk der Woche – Pēteris Vasks: Concerto no. 2 "Klātbūtne" (Präsenz)

Pēteris Vasks vor einem abstrakten Hintergrund aus hellen, geschwungenen Licht- und Pflanzenformen in Grün-, Beige- und Goldtönen. Die Figur befindet sich rechts im Bild.

Im Schaffen von Pēteris Vasks nimmt die Suche nach geistiger Gegenwärtigkeit und menschlicher Verantwortung eine zentrale Rolle ein. Der lettische Komponist verbindet persönliche Erfahrungen des 20. Jahrhunderts mit einer Musik, die nach Trost, Hoffnung und innerer Wachheit sucht. Dabei entstehen Werke, die oft von großer emotionaler Direktheit geprägt sind und zugleich Raum für Kontemplation lassen. 

Das zweite Cellokonzert Klātbūtne – auf Deutsch „Präsenz“, auf Englisch „Presence“ – entstand 2011–2012 für Violoncello und Streichorchester. Es wurde 2012 im belgischen Gent von Sol Gabetta und der Amsterdam Sinfonietta unter der Leitung von Candida Thompson uraufgeführt. Das Werk entstand im Auftrag mehrerer europäischer Institutionendarunter der Amsterdam Sinfonietta und der Amsterdam Cello Biennale. 

Musik der Gegenwärtigkeit 

Bereits der Titel verweist auf das zentrale Anliegen des Konzerts. „Präsenz“ beschreibt weniger einen äußeren Zustand als eine Haltung des Hörens und Wahrnehmens. In den drei Sätzen – einer rahmenden Folge aus Cadenza, Andante cantabile, Allegro moderato und Adagio – entsteht ein Spannungsfeld zwischen lyrischer Innigkeitdramatischer Zuspitzung und stiller Reflexion. 

Innerhalb des Œuvres von Vasks steht das Werk exemplarisch für seine Fähigkeit, spirituelle und gesellschaftliche Fragen in eine unmittelbar zugängliche musikalische Sprache zu übersetzen. Die Solostimme tritt dabei nicht als virtuoser Gegenpol zum Orchester auf, sondern als Teil eines gemeinsamen musikalischen Atems. Gerade diese Verbindung von individueller Stimme und kollektiver Klanggemeinschaft verleiht dem Werk seine besondere Wirkung. 

Beim Stift Festival im niederländischen Oldenzaal wird das Werk am 25. August 2026 mit der Cellistin Maja Bogdanović und unter der Leitung von David Cohen aufgeführt. Das Konzert ist eine Hommage an Pēteris Vasks zu dessen 80. Geburtstag im Frühling dieses Jahres und präsentiert eine Reihe seiner Werke. Unter anderem sind neben dem zweiten Cellokonzert Solo- und Kammermusikwerke sowie sein zweites Violinkonzert zu hören. 

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Illustration: Patrick Gutenberg (Foto Pēteris Vasks), Hintergrund erstellt mit künstlicher Intelligenz 

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