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Werk der Woche – Jörg Widmann: Hornkonzert

Jörg Widmann (Foto) ist derzeit Composer in Residence bei den Berliner Philharmonikern. Zum Abschluss dieser Zusammenarbeit hat er ein neues Werk für das Orchester uns seinen Solohornisten Stefan Dohr komponiert. Das Hornkonzert wird am 30. Mai in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Sir Simon Rattle, dem früheren Chefdirigenten des Orchesters, uraufgeführt.

Das Ergebnis ist ein sieben Sätze umfassendes, fast 40-minütiges Hornkonzert. Die Sieben ist bei Widmann spätestens seit seiner Oper Babylon zu einer zentralen Zahl geworden. Nach dem einleitenden Satz Traumbild ist der zweite Satz Andantino grazioso von Widmanns Verehrung für die Musik von Carl Maria von Weber geprägt. Ein Thema aus dessen Horn-Concertino wird hier liebevoll umkreist und variiert. Der dritte Satz, Scherzo à la surprise, zeichnet sich durch eine überaus virtuose Darbietung sowohl des Horns als auch des Orchesters aus. Dabei offenbart sich hier ein in sich trügerischer Final-Charakter.

Hornkonzert von Jörg Widmann: ein Traum in sieben Sätzen

Emotionales Herzstück ist jedoch das Adagietto, ein Satz nur für Solohorn mit Streichern, Harfe und Celesta. Im fünften Satz, Zwischenwelt, übernimmt das Orchester in dichten Klangballungen das Kommando, bis der Satz in verfremdeten Obertonstrukturen und Fanfarengesten in Geräusch- und Luftklängen versinkt. Nach dem verhangen-rätselhaften sechsten Satz, Vorahnung, folgt mit dem Hornkonzert eines der wenigen echten Finali, die Widmann geschrieben hat. Hier wird der Versuch unternommen, Elemente aus allen vorangegangenen Sätzen zusammenzuführen, zu bündeln und organisch in eine Verdichtung des zugleich Dunkel-Abgründigen und Überschwänglich-Leichten zu führen.

Es ist ein lange gehegter Traum von mir, eines Tages ein Hornkonzert zu schreiben. Seit frühester Jugend liebe ich das Horn. In Stefan Dohr habe ich den idealen Hornisten für die Verwirklichung dieses Ansinnens gefunden. In vielen Gesprächen und Sessions mit ihm durfte ich noch tiefer als bisher in die Eigenheiten und Besonderheiten der Klanglichkeit des Horns hineintauchen. (Jörg Widmann)

Nach weiteren Aufführungen in der Berliner Philharmonie am 31. Mai und 1. Juni erlebt das Hornkonzert nationale Erstaufführungen mit dem Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem Stavanger Symphony Orchestra, dem Brussels Philharmonic und dem Luzerner Sinfonieorchester. Die Berliner Philharmoniker hatten das Stück gemeinsam mit diesen Orchestern in Auftrag gegeben.

 

Weitere Informationen:

Jörg Widmann: Komponistenprofil 

Hornkonzert: Werkdetails und Online-Partitur 

Website Berliner Philharmoniker

 

Foto: Berliner Philharmoniker

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