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Werk der Woche – Jörg Widmann: Hornkonzert

Jörg Widmann ist derzeit Composer in Residence bei den Berliner Philharmonikern. Zum Abschluss dieser Zusammenarbeit hat er ein neues Werk für das Orchester uns seinen Solohornisten Stefan Dohr komponiert. Das Hornkonzert wird am 30. Mai in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Sir Simon Rattle, dem früheren Chefdirigenten des Orchesters, uraufgeführt.

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Werk der Woche – Jörg Widmann: Schumannliebe

Er hat seine Liebe für Robert Schumann nie verheimlicht: Der Komponist Jörg Widmann betrachtet ihn als sein großes Vorbild und hat seine Musik immer wieder von Schumanns Kompositionen inspirieren lassen. Am 4. Oktober 2023 wird die Uraufführung seines neuen Stücks Schumannliebe für Gesang und Ensemble in der Casa da Música in Porto, Portugal, zu hören sein. Der Bariton Matthias Goerne wird gemeinsam mit dem Remix Ensemble unter der Leitung von Peter Rundel musizieren. 

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Werk der Woche – Jörg Widmann: Kantate

300 Jahre Bach in Leipzig und 50 Jahre Widmann! Die neu komponierte Kantate von Jörg Widmann wird am 08.06.2023 mit dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester in der Thomaskirche zu Leipzig uraufgeführt. Im Eröffnungskonzert des Bachfests Leipzig übernimmt Andreas Reize, der 18. Nachfolger von Johann Sebastian Bach im Amt des Thomaskantors, die musikalische Leitung.

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WERK DER WOCHE - JÖRG WIDMANN: DAS GESICHT IM SPIEGEL

Jörg Widmann: Das Gesicht im Spiegel. Zu sehen sind zwei aus dem Boden heraus formende menschliche Gestalten, die noch nicht die volle Menschliche Form angenommen haben

Zwischen Romanze und Albtraum schwingt Das Gesicht im Spiegel wie ein Pendel. Der Opernerstling von Jörg Widmann wird am 12. September in Wien das erste Mal auf einer österreichischen Bühne gezeigt. Das Stück wird vom venezolanischen Regisseur Carlos Wagner inszeniert, die musikalische Leitung übernimmt Walter Kobéra und es ist Ausstattung von Christof Cremer zu sehen.

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Werk der Woche – Jörg Widmann: Zeitensprünge

Auf eine stolze Geschichte von 450 Jahren blickt die Staatskapelle Berlin zurück. 1570 wurde sie als “Kurfürstliche Hofkapelle” erstmals urkundlich erwähnt. Für den Festakt am 11. September 2020 hat das Orchester Jörg Widmann mit der Komposition eines neuen Werks beauftragt. Zeitensprünge heißt die neue Komposition, die nun unter der Leitung von Daniel Barenboim in der Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt wird. 

Auf musikalische Zeitreisen und auf stilistische Seitensprünge verweist Widmann mit seinem vielsagenden Titel. Denn in Zeitensprünge nimmt er immer wieder die Ästhetik verschiedener Epochen in der Geschichte des Orchesters in den Blick: Gleich am Anfang spielt ein Ensemble hinter der Bühne einen Renaissance-Tanz, etwa im Stil von Tilman Susato. Erst nach dem die Musizierenden nach und nach die Bühne betreten, wird das Dirigieren “erfunden” und ein Konzert nach heutigem Verständnis entspinnt sich.

Jörg Widmann – Zeitensprünge: ein Konzert für Orchester en miniature


Auf 450 Takte, symbolisch für das Alter des Orchesters, und damit 10 Minuten Spielzeit beschränkt sich Widmann. Doch darin verbirgt sich ein vielgestaltiges und vollgültiges Konzert für Orchester. Alle Instrumentengruppen erhalten Solopassagen, es gibt Teilensembles wie Fanfaren, mittelalterliche Bläsermusik und Gamben-Consorts sowie eine Fülle musikalischer Formen bis hin zum Kanon, der wie keine andere den Einklang der Vielen symbolisiert. 
Wenn ich vor dem Notenblatt sitze, denke ich nicht unaufhörlich: Du musst etwas Neues erfinden. Überhaupt nicht. Ich habe viele Harmonien im Kopf, die es noch nicht gab, Zusammenklänge, Kombinationen. Mein Problem ist es, dafür eine Form zu finden. Ich bin in einer Phase, wo ich mir neue Formen erkämpfe. - Jörg Widmann


Fotos: Marco Borggrve, Adobe Stock / spuno

Werk der Woche – Jörg Widmann: Partita

Das neue Orchesterwerk Partita von Jörg Widmann erlebt in vier Konzerten vom 29. März bis 4. April seine amerikanische Erstaufführung in der Boston Symphony Hall. Andris Nelsons dirigiert das Boston Symphony Orchestra, nachdem er das Stück erst kürzlich mit dem Gewandhausorchester in Leipzig zur Uraufführung gebracht hatte.

Partita entstand als Auftragswerk des Gewandhausorchesters Leipzig und des Boston Symphony Orchestra. In seiner Funktion als "Gewandhauskomponist" der aktuellen Spielzeit komponierte Widmann das Stück eigens für das Festkonzert zum 275. Jubiläum des Gewandhausorchesters und zur Amtseinführung des neuen Gewandhauskapellmeisters Andris Nelsons. Am 8. März wurde es in Leipzig uraufgeführt. In dem groß besetzten Werk, das unter anderem auch Wagnertuben erfordert, zeigt sich die Instrumentationskunst und stilistische Bandbreite des Komponisten.

Jörg Widmann – Partita: Fünf Reminiszenzen für das Gewandhausorchester Leipzig


Die fünf Sätze - Reminiszenzen genannt - besitzen dabei, wie typisch für eine Partita, ganz unterschiedliche Charaktere: Dem gewichtigen, zweiteiligen Kopfsatz folgt ein wehmütiges Andante und ein musikalisch humorvolles Divertimento. Die Sarabande und die abschließende Chaconne stehen mit ihren Bezeichnungen als Tanzsätze in der formalen Tradition von Partiten und barocken Orchestersuiten, deren prachtvoller Ouvertüre verschiedenartige Tanzstücke folgen. Auch bedient sich Widmann vieler musikalischer Zitate aus diversen Epochen. Damit soll sich die Komposition ästhetisch an die Historie des Gewandhausorchesters und die Stadt Leipzig anlehnen. Im zweiten Satz sind so etwa Elemente aus Mendelssohns Es-Dur Klarinettensonate zu hören, während im letzten Satz Anklänge an das Crucifixus aus Johann Sebastian Bachs h-moll-Messe durch die musikalische Textur hindurchschimmern, aber es gibt darin noch sehr viel mehr zu entdecken:
„‚Fünf Reminiszenzen für großes Orchester‘ heißt die Partita mit Nachnamen. Diese Reminiszenzen lassen Epochen der Geschichte des Gewandhausorchesters aus einem breiten Assoziationsstrom hervorblitzen: Mal bringt sich da harmonisch ein Tannhäuser in Stellung, mal loten unendlich lange unendlich schöne Holzbläser-Linien das weite Feld zwischen Dvořák, Tschaikowski und Rachmaninoff aus. - Leipziger Volkszeitung, 9.3.2018

In nächster Zeit werden weitere Werke des Gewandhauskomponisten in Leipzig zu hören sein: Am 12. und 13. April spielt das Gewandhausorchester Widmanns Kinderreime und Nonsensverse und am 19. und 20. April seine Komposition Trauermarsch.

Werk der Woche – Jörg Widmann: Au cœur de Paris

Der Komponist Jörg Widmann ist in dieser Saison Artist in Residence beim Orchestre de Paris. Zu dessen 50. Jubiläum erhielt er den Auftrag für ein neues Werk. Die Komposition Au cœur de Paris ("Im Herzen von Paris") für großes Orchester wird am 1. November 2017 in der Pariser Philharmonie unter der Leitung von Daniel Harding uraufgeführt. Widmann selbst wird bei dem Festkonzert anwesend sein und seine Fantasie für Klarinette solo spielen.



Paris – die Stadt der Liebe. Verliebte spazieren entlang, von nahem hört man zwei Musiker ein Chanson singen, es liegt ein Duft von gutem Essen in der Luft. In Au cœur de Paris lässt sich Widmann durch zwei Chansons von Edith Piaf inspirieren: zum einen La vie en rose und La ciel de Paris– zwei Chansons über das Verliebtsein. In La vie en rose singt eine Frau über ihre untersterbliche Liebe zu einem Mann, wohingegen La ciel de Paris eine Liebeserklärung an die Stadt ist.

Jörg Widmann -  Au cœur de Paris: ein musikalischer Gruß


Die Melodien der Chansons avancieren schnell zu Ohrwürmern, die den Zuhörer lange begleiten. So ging es vielleicht auch Widmann, der die Melodien zitiert, indem er das Orchester im Tutti die tänzerischen Linien singen lässt. Die Chansons vereinen schwere Gefühle mit musikalischer Leichtigkeit. Genau diese musikalische Vorstellung wollte Widmann für sein neues Werk einfangen.
Bei mir steht immer ein Klang am Anfang. Dieser Klang konkretisiert sich über Wochen, er verdichtet sich – in dieser Zeit schreibe ich noch nicht. Und irgendwann, wie beim Ausbruch einer Krankheit, kann ich gar nicht anders, dann schreibe ich, ich schreibe dann sehr dicht am Stück, bis es fertig ist. -  Jörg Widmann

Am 2. November 2017 wird das Konzert um 20:30 Uhr in Paris wiederholt und auf verschiedenen Portalen live übertragen und für Mediatheken zum späteren Abruf bereitgestellt, zum Beispiel ist es sechs Monate lang bei Arte Conzert zu hören.

Werk der Woche: Jörg Widmann – Babylon

Am 3. Juni 2017 ist Jörg Widmanns Oper Babylon erstmals nach ihrer Münchner Uraufführungsproduktion zu erleben. Im Concertgebouw Amsterdam wird sie im Rahmen des Holland Festivals konzertant aufgeführt. Es spielen das Radio Filharmonisch Orkest mit den Chören Groot Omreopkoor und Nederlands Kamerkoor unter der Leitung von Markus Stenz.



Mit Babylon schrieb der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk sein erstes und bislang einziges Opernlibretto. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Komponisten, der die Idee einer Babylon-Oper schon lange in sich getragen hatte. Die Oper umfasst sieben Bilder, die eine Geschichte rund um Liebe, Zerstörung, Tod und Rettung erzählen. Die Geschichte Babylons wird darin nicht umgeschrieben, Widmann rückt sie dennoch in ein neues Licht. Er wendet sich bewusst ab von der Biblischen Darstellung, nach der die Babylonier das uneingeschränkt Schlechte verkörpern.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen der jüdische Tammu, seine Seele und Inanna, eine babylonische Priesterin der gleichnamigen Göttin des Krieges und der freien Liebe. Tammu, der von Inanna verführt wird, erlebt im Traum die Sintflut Babylons durch den als Figur auftretenden Fluss Euphrat. Im Kontrast zur sinnlichen Liebe der Priesterin steht die Seele, die Tammu zurück zu gewinnen versucht. Um die Götter gewogen zu stimmen, soll ein Menschenopfer dargebracht werden. Die Wahl fällt auf Tammu und dieser wird als Höhepunkt einer wilden, karnevalistischen Neujahrsfeier auf dem babylonischen Turm hingerichtet. In ihrer beider Trauer vereinen sich die Seele und die babylonische Priesterin. Inanna kann Tammu schließlich retten; sie befreit ihn aus der Unterwelt, indem sie ihn beim Verlassen ebenjener nicht aus den Augen verliert: Eine Umdeutung des aus dem Orpheus-Mythos bekannten Motivs, in dem Orpheus sich nicht zu seiner Geliebten Eurydike umdrehen darf. Ein neuer Vertrag wird zwischen den Menschen und Göttern geschlossen, der die Ordnung wieder herstellt und die Zeit nach der noch heute bestehenden Sieben-Tage-Woche strukturiert.

Widmanns Babylon: Zwischen Chaos und Ordnung


Der Gedanke an Babylon ist unmittelbar mit dem Turmbau, dessen Fehlschlag und der Sprachverwirrung als Bestrafung für den Hochmut der Menschen verbunden. Diese Motive spielen im Libretto jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Dennoch muss das Publikum – auch bei einer konzertanten Aufführung – nicht darauf verzichten, denn Widmann hat diese Motive in seine Komposition eingebaut. So ist es kein Zufall, dass Babylon nach der babylonischen Zahl aus genau sieben Bildern besteht. Auch innerhalb der Oper taucht diese Zahl als ordnungsstiftendes Element immer wieder auf, sei es durch sieben Planeten, durch ein Affenseptett oder die finale Einführung der Sieben-Tage-Woche. Doch die Zahl Sieben ist nicht das einzig formgebende Element der Oper. Während das erste Bild etwa 45 Minuten dauert, verkürzen sich die Tableaus nach und nach bis zu einer Länge von sieben Minuten. Die Oper ist damit aufgebaut wie ein Zikkurat; mit jedem Bild kommt eine weitere Ebene des Tempelturmes hinzu. Neben all dieser Form und Ordnung herrscht in Babylon im Grunde Chaos. Widmann kommt dem mit großer Orchester- und Chorbesetzung und beachtlicher musikalischer Vielfalt nach. Der Komponist bedient sich aus Elementen unterschiedlichster Stile von alter bis neuer Musik, Tanz- und Marschmusik, verschiedener Formen bis hin zu Szenen, die zeitgleich ablaufen.
Der Turm wird in der Musik gebaut und die Sprachverwirrung findet nicht im Libretto, sondern in der Musik statt. Aus diesen disparaten Elementen nun doch ein stringentes Ganzes zu formen, dem habe ich mich voll und ganz ausgeliefert und das hat mich immer wieder zerrissen, weil es im Prinzip ein Ding der Unmöglichkeit ist. – Jörg Widmann

Das Concertgebouw Amsterdam bleibt auch in seiner zukünftigen Programmplanung beim Thema: Am 14., 15. und 16. März 2018 spielen Franz Welser-Möst und das Koninklijk Concertgebouworkest die halbstündige Babylon-Suite für großes Orchester, die Widmann aus seiner Oper formte.

 

Foto: © Wilfried Hösl (Inszenierung der Uraufführung in München)