Werk der Woche – Gerald Barry: Salome
- By Christopher Peter
- 10.03.2025
Eine neue Perspektive: Am 15. März 2025 feiert Gerald Barrys Oper Salome ihre langerwartete Uraufführung am Theater Magdeburg. Unter der musikalischen Leitung von Jérôme Kuhn und in der Regie von Julien Chavaz verspricht diese Produktion eine außergewöhnliche Auseinandersetzung mit Oscar Wildes berühmtem Drama. Die amerikanische Sopranistin Alison Scherzer übernimmt die Titelrolle.
Eine Salome, die alles auf den Kopf stellt
Beim Titel Salome denken viele unweigerlich an die berühmte Oper von Richard Strauss. Doch Gerald Barry schlägt einen völlig anderen Weg ein. Wildes Salomé von 1891 ist ein Stück voller Sinnlichkeit, Machtspiele und fataler Obsessionen. Barrys Musik verwandelt diese Welt jedoch in ein groteskes Theater voller absurder Wendungen und scharfkantiger Kontraste. Während Strauss opulente Klangfarben nutzt, setzt Barry auf schroffe Brüche, ironische Verzerrungen und eine klangliche Überspitzung, die das Drama aus einer völlig neuen Perspektive zeigt.
Vom Exzess zur Groteske – Barrys musikalische Handschrift
Gerald Barry ist bekannt für seinen eigenwilligen Humor und seine schlagartig wechselnden musikalischen Stimmungen. In Salome werden Sprachgrenzen eingerissen: Die Magdeburger Inszenierung kombiniert Englisch, Französisch und Deutsch. Barrys Musik unterstreicht die groteske Seite der Handlung – eine Salome, die weit entfernt ist von den sinnlichen Melodiebögen der Strauss’schen Version.
Ein verspätetes Debüt – Die lange Reise der Oper
Eigentlich hätte Salome bereits 2021 in Los Angeles uraufgeführt werden sollen, doch die Corona-Pandemie machte dem Plan einen Strich durch die Rechnung. Nun kommt das Werk in Magdeburg endlich auf die Bühne und verspricht, das Publikum mit seiner radikalen Neuinterpretation des Stoffes zu überraschen.
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Weitere Informationen
Komponisten-Profil Gerald Barry
Werk-Seite zu Salome auf der Schott-Website
Veranstaltungsseite des Theaters Magdeburg
Foto: Frances Marshall