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Werk der Woche – Erich Wolfgang Korngold: Violanta

Illustration einer nächtlichen Szene in Venedig mit dunklen Palazzi und der Silhouette der Rialtobrücke. Dynamische, leuchtend rote Wellenlinien mit Musiknoten über dem Kanal. Rechts befindet sich ein historisches Schwarz-Weiß-Porträt des jungen Korngold

Am 25. Januar 2026 rückt die Deutsche Oper Berlin ein Werk ins Rampenlicht, das wie kaum ein zweites den Übergang von der Spätromantik zur Moderne verkörpert: Erich Wolfgang Korngolds Einakter Violanta. Unter der musikalischen Leitung von Sir Donald Runnicles und in der Regie von David Hermann wird dieses psychologisch dichte Kammerspiel neu befragt. Die Produktion verspricht eine tiefgehende Auseinandersetzung mit einem Werk, das weit über den Status eines „Jugendwerks“ hinausreicht.

Ein Wunderkind versetzt die Musikwelt in Staunen: Als Korngold die Partitur zu Violanta vollendete, war er gerade erst 17 Jahre alt. Die Uraufführung 1916 in München unter Bruno Walter war eine Sensation. Giacomo Puccini, der den jungen Komponisten später in Wien traf, äußerte bewundernd:

Er hat so viel Talent, er könnte uns die Hälfte davon abgeben und hätte immer noch genug für sich selbst. (Giacomo Puccini)

Diese Begabung zeigt sich in Violanta durch eine vollendete Beherrschung des großen Orchesters. Historisch steht das Werk im Kontext des Wiener „Fin de Siècle“: Während die Welt um ihn herum in den Ersten Weltkrieg stürzte, schuf Korngold ein hochemotionales Porträt menschlicher Abgründe, das die Grenze zwischen tonaler Tradition und expressiver Moderne auslotet.

Zwischen Racheschwur und emotionalem Ausnahmezustand

Die Handlung führt uns in das Venedig der Renaissance. Während draußen der Karneval tobt, herrscht im Inneren des Hauses von Simone Trovai eine klaustrophobische Stille. Seine Frau Violanta hat einen Plan: Sie will den verführerischen Prinzen Alfonso, der ihre Schwester in den Tod getrieben hat, in eine Falle locken. Ihr Mann soll den Vollstrecker spielen. Doch die Begegnung verläuft anders als geplant: In einem großen orchestralen Dialog wandelt sich Violantas Hass in ein unkontrollierbares Verlangen. Das Stück endet nicht mit dem geplanten Mord, sondern mit einer Tragödie, bei der Violanta zwischen die Fronten von Pflichtgefühl und Leidenschaft gerät und schließlich durch die Hand ihres Mannes stirbt.

Die psychologische Tiefenbohrung an der Bismarckstraße: In der aktuellen Berliner Produktion verzichtet Regisseur David Hermann auf historisierenden Venedig-Kitsch. Er konzentriert sich stattdessen auf die psychologische Konstellation des Dreiecksspiels. Unterstützt wird dieser Ansatz durch die musikalische Expertise von Sir Donald Runnicles. Bekannt für seine Interpretationen von Strauss und Wagner, ist Runnicles der ideale Partner, um die feinen Schattierungen und die fast „filmische“ Farbigkeit von Korngolds Orchestersatz freizulegen und dem Publikum die Komplexität dieser Partitur nahezubringen.

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Werkseite Violanta 

Veranstaltungsseite Deutsche Oper Berlin

Komponistenprofil Erich Wolfgang Korngold

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