• Qualität seit über 250 Jahren
  • Über 350 Partnerhändler weltweit
  • Sicher einkaufen mit Trusted Shop
Erich Wolfgang Korngold

Erich Wolfgang Korngold

Herkunftsland: Österreich
Geburtstag: 29. Mai 1897
Todestag: 29. November 1957

in Kürze

Straussiana
Musikalische Leitung: Patrick Hahn
Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
14. April 2026 | Dresden (Deutschland) , Kulturpalast
Konzert D-Dur
Musikalische Leitung: Sir Antonio Pappano
Orchester: London Symphony Orchestra
16. April 2026 | London (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Barbican Hall

Über Erich Wolfgang Korngold

Musik ist Musik, ob sie für die Bühne, das Dirigentenpult oder fürs Kino ist. Die Form mag sich ändern, die Art, sie zu notieren, mag unterschiedlich sein, aber der Komponist darf  keinerlei Zugeständnisse machen in Bezug auf das, was er für seine eigene musikalische Überzeugung hält. (Erich Wolfgang Korngold)

Erich Wolfgang Korngold, geboren am 29. Mai 1897 in Brünn (heute Brno), zweiter Sohn des Musikkritikers Julius Korngold, war ein musikalisches Wunderkind. Richard Strauss und Giacomo Puccini gehörten zu den Bewunderern der kompositorischen Fähigkeiten des musikalisch frühreifen Kindes. Gefördert vom Vater, bekam Korngold mit sechs Jahren den ersten Unterricht in Musiktheorie. Im Alter von neun Jahren trug er Gustav Mahler seine Märchenkantate „Gold“ vor, woraufhin Mahler ihm Alexander von Zemlinsky als Lehrer vorschlug. 1910 wurde an der Wiener Hofoper unter Franz Schalk die Ballett-Pantomime Der Schneemann uraufgeführt. Das Werk wurde in den Feuilletons diskutiert, wobei mancher die kindliche Autorschaft anzweifelte. 1916 wiederholte die von Bruno Walter geleitete Premiere der Einakter Violanta und Der Ring des Polykrates den Publikumserfolg. Mit 20 leistete Korngold seinen Militärdienst als Rekrut der Musikkapelle eines Infanterieregimentes. Drei Jahre später begann der Siegeszug seiner Oper Die tote Stadt über die europäischen Bühnen. Mit seiner vierten Oper Das Wunder der Heliane (1927) geriet Korngold zwischen die Fronten eines teilweise von seinem Vater initiierten Kulturstreits, der sich an Kreneks Zeitoper „Johnny spielt auf“ entzündete. 1929 begann mit der Bearbeitung von Johann Strauß‘ „Fledermaus“ die Zusammenarbeit mit Max Reinhardt. Der Regisseur holte Korngold für die Produktion von „A Midsummer Night’s Dream“ 1934 nach Hollywood, wo sich der Komponist 1938 in Folge der Besetzung Österreichs durch die Nazis niederließ. Korngold avancierte zu einem der gefragtesten Filmmusikkomponisten der USA. In der Nachkriegszeit versuchte der Komponist erfolglos, auf den europäischen Kunstmusik-Bühnen wieder Fuß zu fassen. Korngold starb am 29. November 1957 in Hollywood.

Korngolds Werke für die Musiktheaterbühne ließen ihn neben Richard Strauss zum meistgespielten deutschsprachigen Opernkomponisten der 1910er bis 1930er Jahre werden. Die Oper Die tote Stadt (1916-1919) gehört bis heute zum festen Repertoire der Theaterbühnen. Das Libretto nach Rodenbachs Roman „Bruges-la-morte“ erarbeitete Korngold gemeinsam mit seinem Vater unter dem Pseudonym Paul Schott. Korngolds Musik zur symbolistisch morbiden Textvorlage steigert sich auf der Grundlage spätromantischer Klangwelten zu einer eigenständig expressiven Sprache, die die Psychologie der Handlung detailliert nachzeichnet. Das Wunder der Heliane (1923-1926), das der Komponist selbst für sein bedeutendstes Werk hielt, markiert einen Wendepunkt im Schaffen Korngolds. Der ins Monumentale ausgedehnte Orchesterapparat und die Anforderungen an die Sänger stoßen an die Grenzen der Aufführbarkeit. Im Laufe seiner zweiten Karriere als Filmkomponist der Warner Brothers Studios perfektionierte der Komponist die Gattung der symphonischen Filmmusik. Mit Klassikern wie „The Adventures of Robin Hood" (1938), „The Sea Hawk“ (1940) und „The Sea Wolf“ (1941) wurde Korngold zum einflussreichen Mitbegründer des „Sound of Hollywood“.

Das Violinkonzert (Konzert in D-Dur, 1937-1939/1945), das Cellokonzert (Concerto in C, 1946) und die Sinfonie in Fis für großes Orchester (1947-1952) garantieren heute die Präsenz von Korngolds Werken auf den Konzertbühnen. Die drei Kompositionen zählen zu den Spätwerken des Komponisten und verbinden die Erkenntnisse des klassischen Komponisten mit den Erfahrungen aus der Arbeit am Film. Teilweise hat Korngold bei den Konzertwerken auf vorhandenes Filmmusikmaterial zurückgegriffen. Die Solostimmen werden virtuos geführt, der Orchestersatz wechselt kunstvoll die Klangfarben, die emotional dichte Musik ist geprägt durch ein nobel-sehnsuchtsvolles Melos. Vor allem in der Sinfonie paart sich anspruchsvolle Rhythmik mit einer bis zur Atonalität ausgeweiteten, schroffen Chromatik.

Korngolds Filmmusiken wurden vier mal für den Oscar nominiert. Der Komponist erhielt den Preis für den "Best Original Score" 1937 („Anthony Adverse“) und 1939 („The Adventures of Robin Hood“). Seit 1995 wird der Erich-Wolfgang-Korngold-Preis von der Stiftung Deutsche Kinemathek als Auszeichnung für das Lebenswerk eines herausragenden Filmmusik-Komponisten vergeben.

Werkliste

Chronologie

1897
Geboren am 28. Mai in Brünn (heute Brno) als Sohn des späteren Wiener Musikkritikers Dr. Julius Korngold
1903
Unterricht in Klavier und Musiktheorie
1905
Erste erhaltene Komposition
Juni 1906
Korngold spielt Gustav Mahler seine Märchenkantate "Gold" vor; dieser bezeichnet ihn als Genie und vermittelt ihm Alexander von Zemlinsky als Lehrer
1909
Der Vater lässt Privatdrucke der ersten Klaviersonate und der Klavierstücke "Don Quixote" und "Der Schneemann" herstellen, um sie an Musiker zu verschicken
1910
Die Ballettpantomime "Der Schneemann" wird in Zemlinskys Orchestrierung an der Wiener Hofoper aufgeführt. Die Universal-Edition druckt das Klaviertrio als op. 1
1911/12
Mit der "Sinfonietta", die auf dem "Motiv des fröhlichen Herzens" basiert, demonstriert Korngold die Beherrschung des großen spätromantischen Orchesterapparates
1916
Die beiden Einakter "Violanta" und "Der Ring des Polykrates" werden in München unter Bruno Walter uraufgeführt. Siegfried Trebisch macht Korngold auf Rodenbachs Roman "Bruges-la-morte" aufmerksam, den er selbst ins Deutsche übertragen hat. Julius und Erich Korngold erarbeiten aus diesen Vorlagen unter dem Pseudonym Paul Schott das Libretto zu der Oper "Die tote Stadt"
1917
Der Zwanzigjährige wird als Rekrut zur Musikkapelle eines Infanterieregimes einberufen
1920
Uraufführung der Oper "Die tote Stadt". Das symbolistische, dem Jugendstil verwandte Werk mit dekorativen und expressionistischen Elementen in der Musik tritt einen beispiellosen Siegeszug durch die europäischen Bühnen an
1921
"Lieder des Abschieds" für Alt und Orchester beendet
1923
Korngold bearbeitet "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauss für das Theater an der  Wien
1924
heiratet Luise von Sonnenthal. Zusatzverdienste durch das Dirigieren und Bearbeiten von Operetten
1927
Uraufführung der Oper "Das Wunder der Heliane", die Korngold für sein bedeutenstes Werk hält. Der Erfolg der früheren Opern wird jedoch nicht erreicht: diesmal ist Křeneks "Jonny spielt auf" die Oper des Jahres. Korngold wird als Professor an die Staatliche Hochschule für Musik in Wien berufen
1929
Beginn der Zusammenarbeit mit Max Reinhardt: Neuinszenierung der "Fledermaus" von Johann Strauss in Berlin
1932
Korngold beginnt die Arbeit an der Oper "Die Kathrin". Uraufführung der "Baby-Serenade", die erstmals auch Jazz-Elemente verarbeitet
1934/35
Erster Amerikaaufenthalt: Bearbeitung von Mendelssohns Musik für Max Reinhardts Film "A Midsummer Night's Dream"
1935/36
Zweiter Amerikaaufenthalt: Korngold schreibt Filmmusiken für Paramount und Warner. "Anthony Adverse" wird mit dem "Oscar" für die beste Filmmusik des Jahres 1936 ausgezeichnet
1937
Uraufführung des Liederzyklus' "Unvergänglichkeit". Das Wiener Publikumsinteresse lässt nach, und die politische Lage in Österreich wird durch antisemitische Tendenzen immer ungünstiger
1938
Wieder in Hollywood, werden die Korngolds vom nationalsozialistischen "Anschluss" Österreichs überrascht. Erst jetzt entschließt sich Korngold, regelmäßig Filmmusiken zu schreiben. Für die Musik zu "The Adventures of Robin Hood" erhält er seinen zweiten "Oscar"
1939
Uraufführung der Oper "Die Kathrin" in Stockholm
bis 1946
komponiert Korngold nur Filmmusik und unterstützt durch seinen Verdienst viele Flüchtlinge. Zusammen mit Max Steiner steht er für einen neuen Hollywood-Musikstil; die genau illustrierende und doch selbstständige Musik greift durch Stimmungsmalerei und die Einführung von Leitmotiven teilweise aktiv in die Dramaturgie des Films ein
ab 1945
Versuche, zur klassischen absoluten Musik zurückzufinden: 1946 Uraufführung des Cellokonzerts, 1947 Uraufführung des Violinkonzerts, beide Werke nach Motiven aus Filmmusiken
1949
Rückkehr nach Wien. Erfolgreiche Uraufführung der "Sinfonischen Serenade" op. 39 unter Wilhelm Furtwängler 1950. Andere Korngold-Aufführungen werden aber kaum noch besucht und erhalten schlechte Kritiken
1951
Enttäuscht fahren die Korngolds wieder nach Amerika
1951
Radiopremiere von "Die stumme Serenade"
1947-52
entsteht als letztes großes Werk die "Sinfonie in Fis"
1954
Europareise zur Uraufführung der Sinfonie, zur szenischen Uraufführung der Komödie "Die stumme Serenade" und zur Arbeit an seiner letzten Filmmusik "Magic Fire"
1957
Korngold plant eine zweite Sinfonie und eine Oper über Grillparzers "Das Kloster bei Sendomir". Er stirbt am 29. November an den Folgen einer Hirnthrombose

Artikel

Aufführungen

Absteigend sortieren

Seite:

  • Straussiana
    Musikalische Leitung: Patrick Hahn
    Orchester: Sächsische Staatskapelle Dresden
    14. April 2026 | Dresden (Deutschland) , Kulturpalast
  • Konzert D-Dur
    Musikalische Leitung: Sir Antonio Pappano
    Orchester: London Symphony Orchestra
    16. April 2026 | London (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Barbican Hall
  • The Sea Hawk Suite
    Musikalische Leitung: Hans Casteleyn
    Orchester: Euregio Jeugdorkest
    18. April 2026 | Antwerp (Belgien) , Anna 3
  • Die tote Stadt
    Musikalische Leitung: Dominik Beykirch
    19. April 2026 | Weimar (Deutschland) , Deutsches Nationaltheater
  • The Sea Hawk Suite
    Musikalische Leitung: Hans Casteleyn
    Orchester: Euregio Jeugdorkest
    19. April 2026 | Eindhoven (Niederlande) , Muziekgebouw
  • Streichquartett Nr. 2
    19. April 2026 | Liverpool (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , The Tung Auditorium
  • Märchenbilder
    Musikalische Leitung: Florian Ludwig
    Orchester: Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach
    22. April 2026 | Reichenbach im Vogtland (Deutschland) , Neuberinhaus
  • Konzert D-Dur
    Musikalische Leitung: Matthew Halls
    Orchester: Tampere Filharmonia
    24. April 2026 | Tampere (Finnland) , Tampere-talo
  • The Sea Hawk Suite
    Musikalische Leitung: Fabian Gabel
    Orchester: BBC Symphony Orchestra
    24. April 2026 | London (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Barbican Hall
  • Märchenbilder
    Musikalische Leitung: Florian Ludwig
    Orchester: Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach
    24. April 2026 | Greiz (Deutschland) , Vogtlandhalle
  • Die tote Stadt
    Musikalische Leitung: Dominik Beykirch
    30. April 2026 | Weimar (Deutschland) , Deutsches Nationaltheater
  • Die tote Stadt
    Musikalische Leitung: Marc Niemann
    2. Mai 2026 | Bremerhaven (Deutschland) , Stadttheater, Großes Haus — Premiere
  • Concerto in C
    Musikalische Leitung: Teddy Abrams
    Orchester: National Arts Center Orchestra
    6. Mai 2026 | Ottawa, ON (Kanada) , Southam Hall
  • Concerto in C
    Musikalische Leitung: Teddy Abrams
    Orchester: National Arts Center Orchestra
    7. Mai 2026 | Ottawa, ON (Kanada) , Southam Hall
  • Konzert D-Dur
    Musikalische Leitung: Tom Woods
    Orchester: Miskolci Szimfonikus Zenekar
    7. Mai 2026 | Miskolc (Ungarn) , Művészetek Háza
  • Konzert D-Dur
    Musikalische Leitung: Aleksandar Marković
    Orchester: Štátna filharmónia Košice
    7. Mai 2026 | Košice (Slowakei) , Dom umenia
  • Die tote Stadt
    Musikalische Leitung: Marc Niemann
    8. Mai 2026 | Bremerhaven (Deutschland) , Stadttheater, Großes Haus
  • Konzert D-Dur
    Musikalische Leitung: Paavo Järvi
    Orchester: Tonhalle-Orchester Zürich
    8. Mai 2026 | Zürich (Schweiz) , Tonhalle
  • Die tote Stadt
    Musikalische Leitung: Mario Hartmuth
    9. Mai 2026 | Hannover (Deutschland) , Opernhaus — Premiere
  • Die tote Stadt
    Musikalische Leitung: Dominik Beykirch
    9. Mai 2026 | Weimar (Deutschland) , Deutsches Nationaltheater
  • Absteigend sortieren

    Seite: