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Leih-/Aufführungsmaterial

Die tote Stadt

Oper in drei Bildern
Libretto von Paul Schott frei nach Georges Rodenbachs Roman "Bruges-la-morte"
"Die tote Stadt" war von Anfang an ein durchschlagender Erfolg. Bei der Uraufführung 1920 war der Komponist Korngold, der später in Hollywood Karriere als Filmkomponist machte, gerade einmal 23 Jahre alt. Das Libretto, ein vielschichtig gebrochenes, morbides Liebesdrama zwischen dem um seine verstorbene Frau Marie trauernden Paul und Maries Ebenbild Marietta, beruht auf dem symbolistischen Kultroman "Burges-la-Morte" von Georges Rodenbach von 1892.
Bestellnummer: LS 2648-01
Ausgabe: Aufführungsmaterial

Produktdetails

Beschreibung

INHALT


Paul wohnt zurückgezogen in Brügge, der alten Stadt der Grachten und des fahlen Lichts. Er trauert um seine verstorbene Frau Marie, zu deren Andenken er ein ganzes Zimmer hergerichtet hat. Weder seine Haushälterin noch sein Freund Frank können ihn dazu bewegen, von der Toten abzulassen. Nur eine zufällige Bekanntschaft lockt ihn aus der Lethargie: Die junge, lebenslustige Tänzerin Marietta gleicht der Verstorbenen aufs Haar. Paul gibt ihr Maries alte Laute und legt ihr ihren Seidenschal um. Als Marietta das schwermütige Lied anstimmt, das Marie immer sang, bringt ihn die Ähnlichkeit fast um den Verstand. Einige Zeit später sucht Paul Marietta vor ihrem Haus auf und beobachtet, wie eine Gauklertruppe um seine Angebetete wirbt. Paul versucht Marietta zu kränken. Er verrät ihr, nur die verstorbene Marie in ihr geliebt zu haben, beschwört dadurch aber nur Mariettas Verführungskünste herauf und muss erkennen, dass er ihr, der Lebenden, verfallen ist. Nach der gemeinsamen Liebesnacht quält ihn sein Gewissen. Marietta will Paul „gar nicht – oder ganz!“ und ist bereit, den Kampf mit dem Geist der Toten aufzunehmen. Paul, der gegen die Schändung seiner „Kirche des Gewesenen“ vorgehen will, erwürgt Marietta mit der goldenen Haarflechte seiner Frau. Doch die Leiche verschwindet, Marietta kommt ins Zimmer und holt Rosen und Schirm, die sie bei ihrer ersten Begegnung mit Paul vergessen hatte. Haben Gauklertreiben, Liebesnacht und Mord nur in seiner Phantasie stattgefunden? Paul kehrt in die Wirklichkeit zurück und beschließt, die tote Stadt Brügge zu verlassen.


KOMMENTAR


Der Stoff geht auf Georges Rodenbachs Brughes-la-Morte zurück, ein Kultroman der Zeit, von dem der Autor auch eine Bühnenversion anfertigte. In der Übersetzung von Siegfried Trebitsch war das Stück als Das Trugbild 1906 am Deutschen Theater Berlin herausgekommen. Als Korngold es 1916 las, begeisterte er sich für eine Opernfassung. Der Autor Hans Müller-Einigen begann mit der Einrichtung des Librettos, die Korngolds Vater vollendete. Julius Korngold verwendete dafür das Pseudonym Paul Schott, eine Kombination aus dem Namen des Protagonisten der Oper und Korngolds Verlag in Mainz. Der junge Komponist war fasziniert von dem symbolistischen Stoff und schuf eine in allen Orchesterfarben schillernde Partitur. Kaleidoskopartig stehen unterschiedliche Elemente nebeneinander: Melodienselige Arien, avancierte Harmonik, psychoanalytischer Tiefgang und geradezu filmische Übergänge zwischen Realität und Traumsphäre. „Von der Musik möchte ich in geziemender Zurückhaltung nur so viel sagen dürfen“, schrieb Korngold, „dass ich gerade des traumhaft-phantastischen Charakters der Handlung wegen das Streben auf äußerste dramatische Knappheit richtete … Und noch mehr als zuvor war ich bei aller Wahrung der dramatischen Funktionen eines im Dienste von Stimmung, Schilderung und psychologisch-dramatischer Charakteristik farbig und thematisch geführten Orchesters auf Hervortreten des singenden Menschen, auf Gefühl und Affekt widerspiegelnde, dramatische Gesangsmelodie bedacht.“ Der Erfolg des Werkes liegt darin, dass es Raum für unterschiedliche Interpretationen lässt. Man kann es als surrealistisches Traumstück inszenieren oder als realistischen Krimi mit einem verblendeten Mörder. Das Stück – so geschlossen es scheint – lebt von seinen Gegensätzen. Je nachdem, ob man sich für Vergangenheit oder Gegenwart, Tod oder Leben, Traum oder Wachen, Spiel oder Ernst entscheidet, lässt es sich anders erzählen. Das Intermezzo der Gaukler scheint aus der traumhaften und elegischen Erinnerungsgeschichte herauszufallen. Die Truppe bietet zwar durch ihre Lebenslust und ihren Witz einen Kontrast, spiegelt aber zugleich die makabre Düsternis der Geschichte. Die jungen Leute spielen halb im Scherz die Nonnenerweckung aus Giacomo Meyerbeers Robert le diable nach. Marietta fällt die Rolle der Héléna zu, die dort eine wiedererweckte Tote ist. Für Paul, der nicht mehr zwischen Traum und Realität unterscheiden kann, aber auch für den Zuschauer, der nicht weiß, ob er einer realen oder einer eingebildeten Szene beiwohnt, bleibt ungeklärt, ob Marietta tatsächlich eine Wiedergängerin Maries ist.  Seit den ersten Aufführungen sind die Bilder der Geschichte – Grachten, Kanäle, alte flämische Fassaden Kirchen, Glocken, Kreuze, Frauenhaar, Schmuck usw. – zu Bezugspunkten neuer Lesarten geworden. Auch die zeitgenössischen Kunstformen haben sich darin abbilden können. In den 1920er-Jahren kleideten Ausstatter die Sänger gerne in Jugendstil-Kostüme, während der Bühnenbildner Ludwig Sievert bereits für die Frankfurter Neuinszenierung von 1921 ein verwinkeltes Bühnenbild mit verzerrten Perspektiven nach Art eines Cabinets des Dr. Caligari baute. Heute kann die Handlung glaubhaft in einer modernen Wohnung spielen (Simon Stone am Theater Basel 2016) und bietet Raum für Bilder aus Thrillern oder Horrorfilmen (Mariusz Trelinski am Teatr Wielki in Warschau 2017). Das Meisterwerk des erst 23-jährigen Erich Wolfgang Korngold war einer der größten Bühnenerfolge der Zwanzigerjahre. Die Opernhäuser in Hamburg und Köln spielten gleichzeitig die Uraufführung. In der Wiener Erstaufführung 1921 sang Maria Jeritza, die als Marietta weltberühmt wurde und entscheidend zum Erfolg des Stückes an der New Yorker Metropolitan Opera beitrug.


Orchesterbesetzung

3 (2. u. 3. auch Picc.) · 2 · Engl. Hr. · 2 · Bassklar. · 2 · Kfg. - 4 · 3 · Basstrp. · 3 · 1 - P. S. (Glsp. · Xyl. · Trgl. · hg. Beck. · Tamt. · Tamb. · kl. Tr. · gr. Tr. m. Beck. · Ratsche · Rute) (1 Spieler) - Mand. · 2 Hfn. · Cel. · Klav. · Harm. - Str. -
Bühnenmusik: 2 Es-Klar. - 2 Trp. - S. (7 tiefe Gl. · Trgl. · Beck. · kl. Tr. · gr. Tr. · Tamb. · Windmasch.) - Org. -
Erhöht aufgestellt (über dem Orchesterraum): 2 Trp. · 2 Pos. (jeweils möglichst mehrfach besetzt)

Person Cast

Paul · Tenor - Marietta, Tänzerin / die Erscheinung Mariens, Pauls verstorbener Gattin (eine Sängerin für beide Rollen) · Sopran - Frank, Pauls Freund · Bariton - Brigitta · Alt - Juliette, Tänzerin · Sopran - Lucienne, Tänzerin · Mezzosopran - Gaston, Tänzer · Mimikerrolle - Victorin, der Regisseur · Tenor - Fritz, der Pierrot · Bariton - Graf Albert · Tenor - Beghinen, die Erscheinung der Prozession, Tänzer und Tänzerinnen · Chor

Weitere Informationen

Titel:
Die tote Stadt
Oper in drei Bildern
Libretto von Paul Schott frei nach Georges Rodenbachs Roman "Bruges-la-morte"
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1916 - 1920
Opus:
op. 12
Spieldauer:
145 ′
Uraufführung:
4. Dez 1920 · Hamburg, Staatstheater (D)
Musikalische Leitung: Egon Pollak
Inszenierung: Hans Loewenfeld
(szenisch)

4. Dez 1920 · Köln, Opernhaus (D)
Musikalische Leitung: Otto Klemperer
Inszenierung: Fritz Rémond
(szenisch) (zeitgleiche Uraufführung in Hamburg und Köln)
Reihe:

Technische Details

Bestellnummer:
LS 2648-01

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Audio:

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