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Freak-Sounds – Das neue Buch von Christoph Wagner

Titelbild: Trio mit Zither, USA, ca. 1920, © Sammlung Christoph Wagner

Wenn in der Musik von Tom Waits eine Singende Säge winselt, bei Björk, Nils Frahm oder in einer Filmmusik von Volker Bertelmann aka Hauschka die Glasharmonika ihre Aura verströmt, die britische Alternative-Sängerin PJ Harvey ihren Gesang mit einer Autoharp begleitet oder der Soundtrack zum Film Amelie den Klang des Toy Pianos weltweit bekannt macht, dann sind das Anzeichen dafür, dass diese Klangerzeuger, so ungewöhnlich sie im ersten Moment erscheinen, so obskur gar nicht sind.

 

Play more!

In seinem neuen Buch Freak-Sounds. Musik abseits der Norm widmet sich Christoph Wagner diesen Klängen abseits der Norm. Man findet sie im avantgardistischen Jazz, an den Rändern der Popmusik, in Volksmusiken außerhalb unseres Hörhorizonts, in Kompositionen der Frühen und der Neuen Musik, und in Stilformen zwischen den Gattungen, für die wir keine Namen haben. Ihre spezifischen Eigenheiten prädestinieren sie in der Gegenwart dazu, von Musikern und Musikerinnen mit einem Faible für außergewöhnliche Klänge neu entdeckt zu werden. Es sind solche Freak-Sounds, die uns, weil sie so ungewohnt sind, besonders faszinieren.

 

Vater-und Sohn-Duo für Singende Säge, ca. 1925;
© Sammlung Christoph Wagner

Das Leben der Zürcher Avantgarde-Musikerin und Säge-Spielerin Dorothea Schürch hat seine eigenen Tücken. Mit einer Singenden Säge zu Konzerten zu reisen, kann im Zeitalter der peniblen Flugsicherheitskontrollen ein Problem sein. „Ich war in den USA unterwegs, und das Sicherheitspersonal an den Flughäfen fand das gar nicht interessant, dieses Instrument auf dem Tisch zu sehen“, erzählt die Musikerin. „Ich habe versucht zu erklären, dass das ein Musikinstrument ist. Da sagt die Dame: ,Play!‘ Ich schraubte also meine Säge zusammen, reibe den Bogen mit Kolophonium ein und spiele dann im Stehen, was nicht einfach ist. Ich dachte: ,Einen Ton, und dann hört sie ja, dass es klingt.‘ Aber sie: ,Play more!‘ Dann habe ich angesetzt und in dem Moment, als ich diese Melodie spielte, war es auf einmal totenstill in diesem ganzen Saal, weil sich alle fragten: ,Was hören wir? Was ist das? Woher kommt das?‘ Ich hatte noch nie solch aufmerksame Zuhörer.

 

Das Salz in der Suppe

Freak-Sounds lassen uns aus dem Gefängnis des Gewohnten ausbrechen und neue Horizonte erschließen. Ohne ihre Impulse wären in der Musik Stillstand, Stagnation und Einförmigkeit die Folge. Freak-Sounds sind die Hefe im Teig des musikalischen Mainstreams, sie sind das Salz in der Suppe. In insgesamt 38 Porträts stellt der britisch-schwäbische Autor die außergewöhnlichen Klangerzeuger und ihre Musiker:innen vor.

 

“Es macht schlicht Vergnügen, diesen Tüftler:innen und Spezialist:innen in die Karten gucken zu dürfen. Interviews wie mit dem Zeichner und Plattensammler Robert Crumb, dem Vibrafonisten Christopher Dell, der am liebsten am Laptop musizierenden Perkussionistin Ikue Mori und Schlagzeuger Eric Schaefer sind für sich allein lesenswert. Ein Personenregister erleichtert das Nachschlagen.”
(Eric Mandel in Jazzthing)

 

Das Buch eignet sich bestens als Weihnachtsgeschenk!

 

 

Mehr über Christoph Wagner

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