Das Akkordeon – ein Instrument zwischen Tradition und Moderne
- By Adrian Rüdiger
- 12.12.2025
Instrument des Jahres 2026: Das Akkordeon
Egal ob Ziehharmonika, Handharmonika, Schifferklavier oder Quetschkommode – gemeint ist immer das Akkordeon. Zeit also, sich das Instrument des Jahres 2026 einmal genauer anzuschauen. Wie funktioniert ein Akkordeon und wann wurde es erfunden? Was gibt es für Akkordeons und wo finde ich die besten Noten, um mit dem Akkordeonspiel anzufangen oder um auf der Konzertbühne zu glänzen?
Wie funktioniert ein Akkordeon? Balg, Tasten, Knöpfe und Klangzauber erklärt
Im Zentrum steht der Balg – das „Herz“ des Instruments. Durch Ziehen oder Drücken wird durch ihn Luft in das Innere des Akkordeons geleitet. Diese strömt über kleine Metallzungen, die zu vibrieren beginnen und so die Töne erzeugen.
Gesteuert wird dieser Luftstrom über die Knöpfe oder Tasten, die man auf beiden Seiten des Akkordeons findet. Auf der rechten Seite wird der eigentliche Melodiepart gespielt, ähnlich wie auf einem Klavier. Die linke Seite ist für die Begleitung zuständig und bietet Bass- und Akkordknöpfe – ein komplettes kleines Orchester in der linken Hand. Bei den meisten Akkordeons besteht die linke „Begleitungsseite“ aus Knöpfen während für die rechte „Melodieseite“ eine Klaviertastatur zur Verfügung steht. Diese Instrumente nennt man daher auch Piano-Akkordeon. Allerdings gibt es auch Varianten, bei denen beide Seiten mit Knöpfen versehen sind – sogenannte Knopf-Akkordeons.
Je nach Bauart des Akkordeons erklingt beim Ziehen ein anderer Ton als beim Drücken – entsteht der gleiche Ton handelt es sich um ein chromatisches Akkordeon. Werden unterschiedliche Töne erzeugt hören wir ein diatonisches Instrument.
Viele Akkordeons bieten außerdem unterschiedliche Register, mit denen sich der Klang verändern lässt: mal warm und rund, mal hell und tänzerisch.
Die Geschichte des Akkordeons: Von der Volksmusik auf die großen Bühnen
Noch heute denkt man bei Akkordeon-Musik häufig zuerst an sehnsuchtsvolle Klänge in Seemannskneipen, alpenländische Volkstänze oder melancholische Melodien in den Straßen von Paris. Und mit all diesen Vorstellungen im Kopf liegt man richtig. Das Akkordeon hat sich seit seiner Erfindung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in vielen Kulturen als volkstümliches Instrument etabliert. Unter dem Namen Akkordeon wurde es 1829 von Cyrill Demian in Wien patentiert. Untrennbar mit dem Akkordeon verbunden ist die Firma Hohner aus dem Baden-Württembergischen Trossingen. Ab 1903 wurden hier Handharmonikas produziert und über die Jahrzehnte konnte die Firma die weltweite Marktführerschaft im Akkordeonbau erlangen.
Bereits Ende des 19. Jahrhunderts konnte sich das Akkordeon als beliebtes Instrument in der Unterhaltungsmusik etablieren. Längst hat das Akkordeon aber auch Einzug in den Jazz und die moderne Pop- und Rockmusik gehalten.
Doch auch auf den klassischen Bühnen ist mittlerweile immer häufiger das Akkordeon zu entdecken. Zum einen gibt es zahllose Bearbeitungen von bekannten klassischen Werken, zum anderen Originalkompositionen von berühmten Komponisten wie Astor Piazzolla.
Auch Komponisten zeitgenössischer klassischer Musik nutzen den exotischen Klang des Akkordeons inzwischen gerne für ihre Kompositionen. So zum Beispiel zu hören in Sebastian Hillis Komposition Teddy aus dem Jahr 2023, Benjamin Schweitzers hidden tracks von 2008 oder Dobrinka Tabakovas Concerto for Accordion and Orchestra - Sublime Dreams of Living Machines, das 2025 Uraufgeführt wurde.
Akkordeon lernen: Ein ideales Instrument für Groß und Klein
Ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – das Akkordeon eignet sich für jedes Alter und jedes Einstiegsniveau. Ein gutes Einsteigermodell erhält man auch schon in einer Preisspanne zwischen 500–1500 €. Kinderinstrumente wiegen ungefähr 3 kg während ausgewachsene Akkordeons schon mal bis zu 12 kg schwer werden können.
Welches ist das richtige Akkordeon für mich?
Es gibt unterschiedliche Akkordeon-Bauarten. Jede davon hat ihre ganz eigenen Stärken und Reize. Das diatonische und chromatische Knopf-Akkordeon eignet sich hervorragend für traditionelle und volkstümliche Musik – ist das anfänglich kompliziert anmutende System einmal verstanden und verinnerlicht, lassen sich schnell einfache und harmonisch weniger komplexe Stücke spielen.
Wer flexibel sein will und lieber in den Bereichen Jazz, Pop, Rock oder auch Klassik unterwegs ist, sollte zum chromatischen Piano-Akkordeon greifen.
Wo finde ich passende Noten für Akkordeon?
Der Schott-Shop bietet zahlreiche Akkordeon-Schulen und Noten für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Mit dem Hohner-Verlag gehört außerdem seit 1999 einer der wichtigsten Verlage für Akkordeon-Literatur zu Schott Music.
Die besten Akkordeon-Schulen
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Noten für Fortgeschrittene
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Wer sind die Stars am Akkordeon?
Das Akkordeon hat zahlreiche Persönlichkeiten hervorgebracht, die das Instrument auf sehr unterschiedliche Weise geprägt haben.
Jazz-Akkordeon
Richard Galliano ist bis heute einer der größten Innovatoren des Jazz-Akkordeons und verbindet französische Musette-Tradition mit moderner Improvisation.
Akkordeon in der Klassik
In der klassischen Musik gilt Teodoro Anzellotti als zentrale Figur: Er hat das Akkordeon auf internationale Konzertbühnen gebracht und zahlreiche neue Werke angeregt.
Akkordeon in Volksmusik und Chanson
Aus dem Bereich der zeitgenössischen Volksmusik setzt Herbert Pixner mit seinem unverwechselbaren Stil starke Akzente, während die ‚Grand Dame‘ des Akkordeons Lydie Auvray seit Jahrzehnten das Chanson- und Liedermacher-Repertoire bereichert und so ihr Instrument einer breiten Öffentlichkeit nähergebracht hat.
Tango
Und natürlich darf Astor Piazzolla nicht fehlen: Der argentinische Bandoneon-Meister revolutionierte den Tango und inspirierte Generationen von Akkordeonist:innen weltweit. Gemeinsam zeigen diese Künstler, wie vielseitig und lebendig das Akkordeon heute ist.
Zahlreiche weitere Stars auf dem Akkordeon könnt ihr hier entdecken.
Wir sind begeistert vom Akkordeon und freuen uns, mit euch das Instrument des Jahres 2026 hörend und spielend (neu) kennenzulernen.

