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NEU BEI WERGO – ENNO POPPE: KÖRPER

Porträt von Enno Poppe mit rotem Haar, runder Brille und grauem Sakko, der ernst an eine Wand gelehnt in die Kamera blickt; im Hintergrund diagonale Lamellen.

Foto: Ricordi_Harald-Hoffman

Das neue Album Körper mit Werken von Enno Poppe schließt an eine eigene Reihe bei WERGO an, deren Alben dem 1969 geborenen Komponisten gewidmet sind.

 

Einer der wichtigsten jüngeren Vertreter Neuer Musik

Enno Poppe dürfte heute zum meistgespielten lebenden Komponisten Deutschlands avanciert sein – und das nicht nur durch Aufführungen in Europa. Der rothaarige Komponist hat eine sofort wiedererkennbare Klangsprache entwickelt, die Spezialisten genauso wie jene Musikliebhaber, die normalerweise keine Neue Musik hören, in Staunen versetzt und zu berühren versteht durch seine ganz eigene Art, mit Traditionen umzugehen.

 

Werke für namhafte Ensemble Neuer Musik

Die Kompositionen Gold und Körper sind je einem bestimmten Klangkörper gewidmet. Gold für gemischten Chor a cappella mit dem SWR Vokalensemble ist eines von nur zwei Werken für Chor, das Poppe bislang komponiert hat. Körper mit dem Ensemble Modern hingegen ist eines von vielen Ensemblewerken, aber hier wird ein ganz besonderer Klangtypus evoziert, nämlich der der Bigband. In beiden Werken spielt die Besetzung deshalb auch eine besondere Rolle. Sie bringt gewissermaßen bestimmte Materialtypen und Formvorstellungen mit sich.

 

Der Komponist Enno Poppe

Enno Poppe studierte Dirigieren und Komposition an der Universität der Künste Berlin. Neben Stipendien u.a. von der Akademie Schloss Solitude und der Villa Serpentara in Ole vano Romano, erhielt er den Boris-Blacher-Preis 1998, den Kompositionspreis der Stadt Stuttgart 2000, den Busoni-Kompositionspreis der Akademie der Künste Berlin 2002, den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung 2004, den Schneider-Schott-Musikpreis 2005, den Preis der Kaske-Stiftung 2009 und den Preis der Hans und Gertrud Zender-Stiftung 2011. Er ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Akademie der Wissenschaften und Künste in Düsseldorf und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München. Seine Werke werden weltweit von nahezu allen namhaften Ensembles und auf den meisten Festivals für Neue Musik aufgeführt. Er ist als Dirigent seit 1998 Mitglied des ensemble mosaik. Enno Poppe lebt und arbeitet in Berlin.

 

Enno Poppe "Körper" anhören

Albumcover der Aufnahme körper von Enno Poppe (Label Wergo): abstraktes Raster aus grauen Flächen mit farbigen, welligen Linien; oben links Titel, Name des Komponisten und Mitwirkende.

Körper

Enno Poppe

Prägnante Ensemblewerke hat Enno Poppe zwei der wichtigsten Klangkörper Neuer Musik quasi „auf den Leib geschneidert“: „Gold“ – ein reines Vokalwerk für das SWR Vokalensemble – und „Körper“ – für das Ensemble Modern.

Im dreiteiligen Chorwerk „Gold“ (einer von bisher nur zwei A-cappella-Kompositionen) frönt Poppe erstmals seiner Liebe zu den lustvoll-exzessiven Texten von Arno Holz (1863–1929), einem der wichtigsten Vertreter des deutschen Naturalismus. Die Gedichte, im Booklet komplett abgedruckt, sind parodistisch auf weniger humorvolle Hochliteratur bezogen. Das geschmeidige Wunder-instrument des SWR Vokalensembles agiert souverän in verschiedenen Kombinationen, teilweise 24-stimmig aufgefächert wie in alter Vokalpolyfonie.

An ein anderes Ende der Skala möglicher Klänge führt „Körper“. Die 21 Solisten des Ensemble Modern scharen sich hier zu einer formidablen Bigband, erweitert um entsprechende Holz- und Blechbläser (natürlich auch Saxofone). Hierbei geht es Poppe aber eher darum, das, was die Bigband als „Klangkörper“ bereitstellt, also an Farben, an dynamischen und rhythmischen Möglichkeiten, mit den Mitteln der Neuen Musik zu erkunden und zu erweitern, eine Kunst, die das Ensemble Modern wahrhaft perfektioniert hat.

Wie so oft bei Poppe durchläuft „Körper“ mehrfach Prozesse von Steigerung und Verfall. In den Höhepunkten, den Kulminationspunkten zeigt sich die Körperlichkeit der Musik von einer geradezu überwältigenden Seite. Aber die Nuklei des Werks liegen doch in den intimen Momenten, in den klein besetzten Passagen, wenn die elektrischen Streicher sich mit dem Schlagzeug in aller Allmählichkeit erheben, wenn ein Saxofon, ein Keyboard, eine Posaune aus dem Klangdickicht heraustritt und ein paar Momente der Selbstfindung durchlebt.

Koproduktion mit dem Hessischen Rundfunk (1–4), Produktion des Südwestrundfunks (5-7), Lizenziert durch SWR Media Services GmbH

 

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