Der Januar im Zeichen der Bratsche: Ein Monat voller Glanzlichter für die Viola
- 26.01.2026
Der Januar bereitet die Bühne für die Viola auf beiden Seiten des Atlantiks. Während das Instrument in den USA mit dem „National Viola Day“ und zahlreichen Bildungsinitiativen offen gefeiert wird, finden in Europa zeitgleich verschiedene Events statt, die die Bratsche verdientermaßen ins Rampenlicht rücken. So hat sich der Januar still und heimlich zu einem überaus bedeutenden Monat für Bratschisten und Musikliebhaber entwickelt.
Während der „National Viola Day“ in den USA einen klaren Fokus bietet, gewinnt die Viola in Europa durch eine Mischung aus Wettbewerben, Kongressen und Festivals an Bedeutung. Diese Veranstaltungen ziehen das Interesse weit über die Landesgrenzen hinaus an und verfolgen alle ein Ziel: die Aufmerksamkeit auf das Instrument und sein vielseitiges Repertoire zu lenken. Gemeinsam betrachtet zeigen diese Momente, dass sich der Januar fest als Zeit der Sichtbarkeit für die Viola etabliert hat – getragen von echtem künstlerischem Engagement.
Der "National Viola Day" in den USA
In den USA ist der „National Viola Day“ fest in der klassischen Musikszene verwurzelt. Ob in professionellen Kreisen, an Musikschulen, Konservatorien oder Universitäten: Die Bratsche wird über alle Kanäle gefeiert. Von Konzerten bis hin zu Social-Media-Aktionen wird die Pädagogik und das Viola-Repertoire in den Vordergrund gerückt.
Obwohl dieser Ehrentag in Europa nicht offiziell begangen wird, könnte das Timing nicht besser sein. Er fällt genau in eine Zeit, in der sich Europa einer Vielzahl von Veranstaltungen verschreibt, die die Bratsche ins Zentrum ernsthafter künstlerischer Aktivität rücken. Der „National Viola Day“ ist dabei vor allem als reine Hommage an dieses wundervolle Alt-Streichinstrument zu verstehen.
Zurück in Europa: Wettbewerbe und Kongresse
Bis vor kurzem war die alle drei Jahre stattfindende „Lionel Tertis International Viola Competition“ eines der bedeutendsten Ereignisse im Kalender. Dieser Wettbewerb wurde nun mit der „Cecil Aronowitz International Viola Competition“ zusammengelegt; ihr erstes gemeinsames Event fand 2025 in Gateshead statt. Neben den Wettbewerbsrunden bot das Programm Rezitals, Workshops und Meisterklassen – ein wahrer Knotenpunkt für Studenten, Profis und Interpreten der Viola. Auch in den Zwischenjahren bieten diese Organisationen zahlreiche Anlaufstellen, wie etwa die „Viola Days“ im gesamten Vereinigten Königreich. Der nächste gemeinsame Wettbewerb ist für Januar 2028 geplant.
Ebenfalls im Januar 2026 findet in Paris der 50. Internationale Viola-Kongress statt. Er bringt Unterstützer und Fans der Bratsche aller Art für mehrere Tage voller Konzerte und Diskussionen zusammen und festigt den Ruf des Januars als globalen Monat für Bratschisten.
Bratsche üben: Wie Sie Ihre Viola-Technik in 15 Minuten täglich verbessern
Die Spieltechnik der Bratsche meistern: Ein Kompendium für Profis und Laien
Wer war Lionel Tertis und warum ist er für die Bratsche so wichtig?
|
Dass der Tertis-Wettbewerb nach ihm benannt wurde, ist kein Zufall. Unter den bedeutenden Bratschisten nimmt Lionel Tertis (1876–1975) einen Spitzenplatz ein. Er gilt als eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des Instruments. Tertis rückte die Bratsche nicht nur ins Rampenlicht, sondern zeigte auch auf, was in ihr steckt, wenn man ihre Grenzen erweitert. Geboren 1876 in Großbritannien, leistete Tertis Pionierarbeit für die Viola. Er ermutigte Kollegen und Studenten an der Royal Academy of Music, gezielt Werke für das Instrument zu komponieren. Dadurch erweiterte er das Repertoire entscheidend und prägte den modernen Klang. Die durch ihn inspirierten Werke verlangten eine Brillanz und Ausdruckstiefe, die den Status des Bratschisten als Spezialisten festigten – und nicht mehr nur als „Geiger auf einem Zweitinstrument“. |
|
Standardrepertoire entdecken: Von Barock bis Moderne
Repertoire und Ausbildung
Viola Repertoire für Anfänger
Da das Instrument im letzten Jahrhundert so stark an Bedeutung gewonnen hat, haben sich auch die Lehrmaterialien und Notenausgaben für Viola weiterentwickelt. Wo Bratschisten früher auf Transkriptionen angewiesen waren, bieten moderne Publikationen heute eine enorme Vielfalt an Noten, die den spezifischen Charakter der Bratsche von Beginn an berücksichtigen.
Ein hervorragendes Beispiel ist die Reihe „Grade by Grade“ für Viola (Boosey & Hawkes). Sie bietet stufengerechtes Repertoire, das technisch angemessen und musikalisch lohnend ist – ideal, um die Identität des Instruments schon in frühen Lernstadien zu stärken.



