Am 19. September 2015 feiert die Oper
Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg von Richard Wagner in der Pariser Fassung an der Opera Gent in einer Inszenierung des katalanischen Regisseurs Calixto Bieito unter der Leitung von Dmitri Jurowski Premiere. In der Titelpartie ist der Heldentenor Burkhard Fritz zu erleben, daneben Annette Dasch als Elisabeth, Ante Jerkunica als Hermann, Ausrine Stundyte als Venus und Daniel Schmutzhard als Wolfram von Eschenbach. In seiner Inszenierung will sich Bieito auf den Widerspruch zwischen natürlichen Trieben und gesellschaftlichen Konventionen konzentrieren und der Frage nachgehen, wo der Künstler in der Gesellschaft steht.
Tannhäuser existiert in drei Fassungen: in der Dresdner Uraufführungsversion von 1845, die 1860 von Wagner mit Ergänzungen überarbeitet wurde und als "bühnengebräuchliche" Fassung herauskam. 1861 wurde das Werk, stark erweitert vor allem im ersten Akt, in französischer Sprache und mit einer Uminstrumentierung am Théâtre Impérial de l'Opéra in Paris neu herausgebracht. 1867 schließlich fand an der Münchner Hofoper eine "Musteraufführung" statt, in die fast alle Neuerungen der Pariser Fassung übernommen wurden. In dieser Fassung wurde das Werk auch an der Wiener Hofoper 1875 in Anwesenheit Wagners neu einstudiert. Für diese Aufführung änderte Wagner noch einmal den Übergang von der Ouvertüre in die Venusbergszene. Der
Tannhäuser ist die einzige Oper, zu der Wagner selbst einen Klavierauszug herstellte. Obwohl alle Fassungen spielbar sind, befand Wagner, dass seine Arbeit am
Tannhäuser noch nicht vollendet sei. So schrieb er im Januar 1883, wenige Wochen vor seinem Tod, an seine Frau Cosima:
"Ich bin der Welt noch einen Tannhäuser schuldig."
Im Rahmen der Richard Wagner-Gesamtausgabe haben die Herausgeber Egon Voss, Peter Jost und Reinhard Strohm in mehr als 30-jähriger wissenschaftlicher Arbeit die Entstehungsgeschichte des Werks aufgearbeitet. Auf dieser Grundlage sind bei Schott Music Partitur, Orchestermaterial und Klavierauszug erschienen, die alle Stadien der Werkgestalt des
Tannhäusers zu vergleichen erlauben und eine übersichtliche Form der Dresdner, Pariser und Wiener Fassungen bieten.
Der Premiere am 19. September folgen noch drei weitere Aufführungen bis zum 27. September. Daraufhin ist die Produktion vom 4. bis 17. Oktober 2015 an der Opera Vlaanderen Antwerpen zu sehen. Wagnerfreunde kommen in diesen Tagen ganz auf ihre Kosten. Am 16. September wird die
Die Walküre am Teatro Campoamer in Oviedo – Spanien zu hören sein. Außerdem kommt derzeit im Rahmen der RuhrTriennale 2015 am 18. September
Das Rheingold in der Jahrhunderthalle in Bochum zur Aufführung. Bis zum 22. September 2015 ist
Das Rheingold auch in Minden mit der Nordwestdeutschen Philharmonie zu erleben.
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Foto: Pierpaolo Ferrari
(14.09.2015)