• Qualität seit über 250 Jahren
  • Über 350 Partnerhändler weltweit
  • Sicher einkaufen mit Trusted Shop

Tagged with 'Wolfgang Amadeus Mozart'

Werk der Woche - Richard Strauss: Die Frau ohne Schatten

2019 feiert die Märchenoper Die Frau ohne Schatten ihren hundertsten Geburtstag. Sie gilt als ein Hauptwerk des Komponisten-Librettisten Duos Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Am 9. April ist sie in einer Inszenierung von Claus Guth an der Staatsoper Berlin zu sehen. Zubin Metha übernimmt die musikalische Leitung in dieser Koproduktion des Teatro alla Scala di Milano und des Royal Opera House Covent Garden London. Nur eine Woche später folgt die Premiere der Inszenierung von Andreas Kriegenburg an der Staatsoper Hamburg, dort dirigiert Kent Nagano.



Das Glück des Kaiserpaares ist in Gefahr: Binnen eines Jahres muss die aus der Geisterwelt stammende Kaiserin ein Kind gebären, da sonst der Kaiser zu Stein erstarren wird. Doch seine Frau ist unfruchtbar, "sie hat keinen Schatten". In der Welt der einfachen Menschen sind der Färber Barak und seine Frau ebenfalls unglücklich. Beide Welten und Frauen werden zusammengeführt; die Amme der Kaiserin bietet der Färberfrau einen Pakt an: Für Reichtum und Schönheit soll sie ihren Schatten und damit ihre ungeborenen Kinder eintauschen. Die Färberfrau lässt sich verführen und geht auf den Handel ein. Im Traum meldet sich das Gewissen der Kaiserin: Sie fühlt sich schuldig gegenüber ihrem Mann, der zu versteinern droht, aber auch gegenüber dem Färberpaar, dessen Glück sie durch den Schattenhandel gefährdet. Währenddessen verhöhnt die Färberin ihren Mann und gesteht den Verkauf ihres Schattens. Als der Färber feststellt, dass sie tatsächlich keinen Schatten mehr wirft, will er seine Frau töten. Die Kaiserin indes wartet in der Geisterwelt auf ihr Gericht, kann sich aber aus Mitleid mit dem mittlerweile wieder vereinten Färberpaar nicht dazu durchringen, den freigewordenen Schatten anzunehmen. So muss sie mit ansehen, wie ihr Gatte zu Stein erstarrt. Doch das Schicksal meint es gut mit ihr, ihr Mann wird wieder befreit und das Färberpaar kann zurück in die Welt der Menschen kehren.

Richard Strauss‘ Die Frau ohne Schatten: Zwei Welten, zwei Paare, zwei Konflikte


Die Frau ohne Schatten gilt musikalisch als eine der anspruchsvollsten Straussopern. Das Sinfonieorchester wird um Schlagzeug, Orgel, Donner- und Windmaschine sowie Glasharmonika erweitert. Geprägt ist das ganze Werk von Leitmotiven, wie dem prägnanten Motiv der Kaiserin, welches mit den reinen Intervallen Quarte, Quinte und Oktave tonal unbestimmt bleibt und so ihren Schwebezustand zwischen Mensch und Geist unterstreicht. Hofmannsthal orientierte sich für das Libretto an Mozarts Die Zauberflöte. Er wollte ebenfalls ein Märchen mit einer starken moralischen Dimension und zwei kontrastierenden Paaren schaffen. Doch auch aktuelles Zeitgeschehen, wie das Aufkommen der Psychoanalyse und der 1. Weltkrieg prägen das Sujet. Die Arbeit an Text und Musik lief parallel und Librettist und Komponist inspirierten sich gegenseitig. Strauss war glücklich über Hofmannsthals hervorragenden Text:
Soeben verlässt mich Hofmannsthal, der mir einen wundervollen neuen Stoff unterbreitet, das Schönste vom Schönen, edel, fantastisch, du wirst entzückt sein. – Richard Strauss an seine Frau Pauline Strauss-de Ahna

Die Frau ohne Schatten wird in Berlin im Rahmen der Festtage 2017 auch am 13. und 16. April gespielt.  In Hamburg ist sie in fünf Vorstellungen bis zum 7. Mai zu sehen. An der Oper Leipzig wird das Stück am 23. April wiederaufgenommen und bei den Münchner Opernfestspielen kommt es im Juli zweimal auf die Bühne.

 

Foto: Brescia/Amisano (Koproduktion des Teatro alla Scala di Milano 2012)

Werk der Woche - Widmann/Mendelssohn: Andante

Das klassische Repertoire für Klarinette und Orchester ist überschaubar. Neben den Solokonzerten von Mozart und Weber wurden erst wieder im 20. Jahrhundert bedeutende Werke für das Instrument geschrieben. Der Klarinettist und Komponist Jörg Widmann erweitert nun das Repertoire an Konzertstücken, die er als Solist präsentieren kann. Er tritt am 15. März 2016 gemeinsam mit dem Irish Chamber Orchestra auf, um die Uraufführung seiner Transkription des Andante aus der Klarinettensonate von Felix Mendelssohn Bartholdy zu dirigieren und auch selbst zu spielen.

Mendelssohn schrieb seine Klarinettensonate in Es-Dur 1824 als gerade 15-Jähriger. Die Gestaltung des Mittelsatzes im Tempo Andante erinnert an den Aufbau eines schlichten Liedes. Widmann erweitert diesen Mittelsatz zu einer Version für Streichorchester, das neben der Soloklarinette auch um eine Harfe und eine Celesta ergänzt ist. Im Uraufführungskonzert wird die Harfe von Geraldine O’Doherty und die Celesta von Igor Levit gespielt. Andante ist Aribert Reimann gewidmet, der vor Kurzem seinen 80. Geburtstag feierte. Die beiden Komponisten verbindet die gemeinsame Verehrung für Felix Mendelssohn Bartholdy.

Widmann komponiert eine Hommage an Mendelssohn


Die Klarinette eröffnet das Andante mit einem gesanglichen Thema im Piano, das im Verlauf der Phrase zu einem Pianissimo reduziert wird. Nach einer klassischen Vorstellung des achttaktigen Themas setzt das Orchester ein, ebenfalls sehr leise und zu großen Teilen im Pizzicato. So sind Harfe und Streichorchester klanglich aneinander orientiert und bilden einen perlenden Klangteppich, über dem sich die Melodie der Klarinette entfaltet. Die Celesta setzt erst später ein und hat nur wenige und vergleichsweise kurze Auftritte. Dafür sticht sie aus den übrigen Instrumenten heraus: mit schnellen Sechzehntelläufen im Mezzoforte hat sie einen eindrucksvollen ersten Einsatz. Der Charakter des Andante ist geprägt von gesanglichen Phrasen und Variationen im Tempo. Abgeschlossen wird das Werk mit einem g-Moll-Akkord, der ein zweites Mal wiederholt wird und so als Echoton im Pianissimo nachklingt.
Schon lange hege ich den Traum, diese Wunder-Musik für Klarinette, Streichorchester, Harfe und Celesta zu bearbeiten. Dieser Wunsch hat sich nun im Rahmen des Mendelssohn-Projekts des Irish Chamber Orchestra erfüllt.
Widmann

Nach der Uraufführung in Limmerick spielt das Irish Chamber Orchestra Widmanns Komposition am Folgetag auch in Dublin. Die deutsche Erstaufführung findet im Rahmen des Heidelberger Frühlings am 20. April in der Stadthalle Heidelberg statt.

Foto: Marco Borggreve

Werk der Woche - Henri Dutilleux: Sur le même accord

Am 22. Januar 2016 wäre der französische Komponist Henri Dutilleux 100 Jahre alt geworden. Diesen Gedenktag nimmt sich das BBC National Orchestra of Wales zum Anlass, sein Nocturne für Violine und Orchester Sur le même accord zu spielen. Unter der musikalischen Leitung von Thomas Søndergård übernimmt die Violinistin Akiko Suwani den Solopart des Stückes, das in der St David’s Hall Cardiff aufgeführt wird.

Ein Stück "über den gleichen Akkord"


Sur le même accord entstand als Auftragswerk für das London Philharmonic Orchestra und ist Anne-Sophie Mutter gewidmet. Im Zentrum steht ein Sechstonakkord, der sowohl in der Solovioline als auch im Orchester immer wieder auftaucht. Dieser Akkord wird zunächst vom Solisten als Sechstonfolge aufgefächert vorgestellt. Daraufhin wird das Motiv in Doppelgriffen wiederholt und ist im Verlauf des Stückes als Akkord in unterschiedlichen Instrumentengruppen und Umkehrungen wiederzufinden. Der Titel Sur le même accord ist einmalig im Schaffen von Dutilleux, der nur hier ein Kompositionsprinzip als Motto formuliert. Doch wie seine Kompositionsweise genau aussieht, beschrieb er einmal so:
Wie ein Werk entsteht? – Das ist ein ewiges Geheimnis.  – Henri Dutilleux

In dem Konzert vom 22. Januar 2016 werden außerdem Debussys Nocturne und Mozarts Requiem gespielt. Das BBC National Orchestra of Wales setzt seinen Dutilleux-Schwerpunkt am 27. Januar 2016 fort, indem es den Orchesterlieder-Zyklus Le temps l’horloge mit der Sopranistin  Elizabeth Atherton zur Aufführung bringt.

(18.01.2016)