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Werk der Woche – Jörg Widmann: Schumannliebe

Er hat seine Liebe für Robert Schumann nie verheimlicht: Der Komponist Jörg Widmann betrachtet ihn als sein großes Vorbild und hat seine Musik immer wieder von Schumanns Kompositionen inspirieren lassen. Am 4. Oktober 2023 wird die Uraufführung seines neuen Stücks Schumannliebe für Gesang und Ensemble in der Casa da Música in Porto, Portugal, zu hören sein. Der Bariton Matthias Goerne wird gemeinsam mit dem Remix Ensemble unter der Leitung von Peter Rundel musizieren. 

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Werk der Woche – Christian Jost: Dichterliebe

Der Liederabend als Kunstform erlebt in diesen Tagen eine Renaissance. Liederzyklen bieten eine gute Gelegenheit für konzertant-dramtatische Veranstaltungen mit wenigen beteiligten Personen. Sowohl mit Klavierbegleitung als auch in Bearbeitungen für Ensemble gewinnen sie in inszenierter Form an Popularität. Ein besonderes Projekt beginnt mit Dichterliebe von Christian Jost am 20. Juni am Staatstheater Darmstadt. Acht Sängerinnen und Sänger des Hauses übernehmen wechselweise die Gesangspartie, es spielen Musikerinnen und Musiker des Staatsorchesters Darmstadt unter der Leitung von Jan Croonenbroeck. 

Das Besondere an diesem Projekt ist die mediale Präsentationsform: Es wird in der Regie von Franziska Angerer als Live-Konzert mit Film sowohl im Theater als auch online gezeigt. Zu ihrem Ansatz erklärt Angerer:
“Wir machen einen Film — was nicht heißt, dass wir das Theater damit ersetzen wollen. Ganz im Gegenteil: Ich glaube, es ist wichtig, dass wir die Leerstelle Theater auch als solche gelten lassen. Und auch wenn wir uns nun filmisch mit der „Dichterliebe“ auseinandersetzen, verwenden wir trotzdem theatrale Mittel. Gerade für dieses Projekt eignet sich das Medium Film an sich jedoch sehr gut. Der Komponist Christian Jost beschreibt seine Komposition als einen assoziativen Strom, der Schumanns und Heines Lieder wie Inseln in sich trägt und miteinander verwebt. Hierdurch entstehen viele Zwischenräume, die sich mit den Mitteln des Films wunderbar erschaffen lassen; man hat andere Möglichkeiten und Zeitlichkeiten als im Theater, was ganz wunderbar ist.”

Christian Jost – Dichterliebe: das Prinzip des Weiterdenkens


Dichterliebe schrieb Christian Jost im Auftrag des Konzerthauses Berlin und des Kopenhagen Opernfestivals im Jahr 2017. In seiner Komposition verbindet Jost den romantischen Kunstlied-Zyklus gleichen Namens von Robert Schumann mit modernen Anklängen. Dazu verändert und vergrößert er die Besetzung und verdoppelt die Länge des Zyklus‘. 

Die 16 Lieder Schumanns handeln von einem Menschen, der eine vergangene Liebe besingt. Seine Gefühle wechseln von Schmerz zu Glück, von Trauer zu Leichtigkeit und wandeln zwischen Traum und Realität. In Heines Texten steht der Rhein als Symbol für diesen Emotionsfluss. Auch Jost verwendet das Fließende in seinen Liedern: Er komponiert eine Begleitung aus dichten wellenförmigen Legato-Passagen, während die Tenorstimme immer wieder aus den Ostinati der Instrumente aufzutauchen scheint. Jost webt die ursprünglichen Melodien und das harmonische Gerüst in seine Komposition ein und denkt sie weiter. Im gesamten Zyklus erweitert er knappe Motive aus Schumanns Klavierbegleitung und gibt ihnen eine zusätzliche Tiefe.

Vier Aufführungstermine sind für den 20., 27. und 28. Juni sowie den 11. Juli geplant.

Werk der Woche – Christian Jost: Dichterliebe

Am 8. August 2018 erlebt Christian Josts Liederzyklus Dichterliebe  für Tenor und 9 Instrumentalisten im Königlichen Theater Kopenhagen seine dänische Erstaufführung. Es handelt sich dabei um eine Neukomposition von Robert Schumanns Dichterliebe op. 48 nach Texten von Heinrich Heine. Der Komponist selbst dirigiert das Horenstein Ensemble Berlin mit Peter Lodahl als Tenor. Für die mediale Szenographie ist Tabea Rothfuchs verantwortlich.   

Dichterliebe ist ein Auftragswerk des Konzerthauses Berlin und des Kopenhagen Opernfestivals und wurde am 21. Oktober 2017 im Konzerthaus Berlin uraufgeführt. In seiner Komposition verbindet Jost das romantische Kunstlied mit modernen Anklängen. Dazu verändert und vergrößert er die Besetzung und verdoppelt die Länge des Zyklus'. Die Musik wird durch Videosequenzen ergänzt, die eine visuelle Umsetzung der Themen bieten. Diese Art der Inszenierung zielt darauf ab, in allen Arten von Räumlichkeiten Aufführungen zu erlauben.

Christian Jost - Dichterliebe: das Prinzip des Weiterdenkens


Die 16 Lieder Schumanns handeln von einem Menschen, der eine vergangene Liebe besingt. Seine Gefühle wechseln von Schmerz zu Glück, von Trauer zu Leichtigkeit und wandeln zwischen Traum und Realität. In Heines Texten steht der Rhein als Symbol für diesen Emotionsfluss. Auch Jost verwendet das Fließende in seinen Liedern: Er komponiert eine Begleitung aus dichten wellenförmigen Legato-Passagen, während die Tenorstimme immer wieder aus den Ostinati der Instrumente aufzutauchen scheint. Jost webt die ursprünglichen Melodien und das harmonische Gerüst in seine Komposition ein und denkt sie weiter. Im gesamten Zyklus erweitert er knappe Motive aus Schumanns Klavierbegleitung und gibt ihnen eine zusätzliche Tiefe.
„Das Prinzip des inhaltlichen und harmonischen Weiterdenkens zieht sich sowohl durch den gesamten Zyklus als auch durch die Verbindungen der einzelnen Lieder. Die neu komponierten Übergänge, die es im Original nicht gibt, da jedes einzelne Lied für sich geschlossen ist, bilden somit das harmonische Meer, auf dem sich die Lieder wie Inseln ausbreiten können in einer komplex erweiternden Fortschreitung der Schumannschen Anlage.“ – Christian Jost

Die Aufführung wird einen Tag später im Königlichen Theater Kopenhagen wiederholt. In der neuen Spielzeit präsentiert das Staatstheater Braunschweig eine Neuinszenierung der Baritonfassung von Josts Dichterliebe. Sie wird dort insgesamt zehnmal zu sehen sein. Für 2019 ist auch eine polnische Erstaufführung des Liederzyklus' geplant.

 

©Foto: Tabea Rothfuchs

 

 

Werk der Woche - Huw Watkins: Four Fables

Am 31. Juli 2018 spielen Klarinettist Robert Plane und das Gould Piano Trio erstmals das neue Kammermusikstück Four Fables  für Klarinette und Klaviertrio von Huw Watkins beim Three Choirs Festival in Hereford.

Zur Feier seines 20-jährigen Bestehens beauftragte das Corbridge Chamber Music Festival Huw Watkins mit dem neuen Stück. Weitere Auftraggeber sind das Swansea International Festival, das Three Choirs Festival und die Wigmore Hall. Watkins komponierte Four Fables für Robert Plane, den Soloklarinettisten des BBC National Orchestra of Wales, bei dem unser Komponist Composer-in-Association ist.

Huw Watkins – Four Fables: Phantastischer Charakter


Wie der Titel vermuten lässt, besteht Four Fables aus vier Sätzen. Dabei umschließen langsame Lento-Sätze ein schnelleres Allegro im zweiten Satz. Die außergewöhnliche Besetzung von Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier wurde durch Olivier Messiaens Quatuor pour la fin du Temps berühmt, obwohl sich Watkins tatsächlich am meisten vom phantasievollen Charakter der Märchenerzählungen für Klarinette, Viola und Klavier von Robert Schumann inspiriert fühlte:
„Als ich begann, mein neues Stück zu komponieren, hatte ich Schumanns Märchenerzählungen (für Klarinette, Viola und Klavier) im Hinterkopf. Schumann interessierte sich für das „Malerische und Fantastische“, bezog sich aber auf kein bestimmtes Märchen. Das war ein ähnlicher Ausgangspunkt für mich, als ich diese vier verschiedenen Fabeln geschrieben habe.“ – Huw Watkins

Nach der Uraufführung reisen Robert Plane und das Gould Piano Trio mit Four Fables durch Großbritannien und treten dabei am 5. August beim Corbridge Chamber Music Festival, am 6. August beim Church Stretton Festival und am 30. September beim Swansea International Festival auf. Weitere Aufführungen sind in 2019 geplant.

 

©Foto: Benjamin Ealovega

Werk der Woche - Aribert Reimann: Metamorphosen

Der Komponist Aribert Reimann wird am 4. März 80 Jahre alt. Seine Metamorphosen über ein Menuett von Franz Schubert (D 600) für zehn Instrumente sind in dieser Woche an zwei Orten zu hören: Das Ensemble Pro Artibus Hannover spielt das Werk am 1. März in der Städtischen Galerie KUBUS in Hannover, ein Kammerensemble des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin führt es am 4. März in einem Geburtstagskonzert in der Villa Elisabeth in Berlin auf.

Als Vorlage für Metamorphosen diente das Menuett in cis-Moll für Klavier von Schubert. Dieses zeichnet sich durch kontrapunktische Gestaltung und einen Charakter im barock-festlichen Stil aus. Es wurde allerdings erst im Jahr 1897, knapp 70 Jahre nach Schuberts Tod, veröffentlicht. Offenbar hatte Schubert demnach nicht geplant, das Menuett zu publizieren. Es veranschaulicht jedoch die Arbeitsweise des Komponisten: musikalische Einfälle hielt der Komponist nur selten in Skizzenform fest. Stattdessen verarbeitete er sie direkt in Kleinformen wie hier zum Beispiel einem Menuett in einer ersten und oft komprimiert wirkenden Gestaltung. Später entwickelte er einige diese Einfälle in umfangreicheren Werken und auch für größere Besetzungen weiter.

Reimann entwickelt Schuberts Idee weiter


Reimann hat sich in seinen Metamorphosen der Ausarbeitung von Schuberts Einfällen angenommen, indem er das Menuett in eine Fassung für Bläserquintett und Streichquintett übertragen hat. Er belässt es aber nicht bei einer reinen Transkription, sondern entwickelt aus Schuberts Tonsprache eigene musikalische Elemente. Auf die zu Beginn wörtlich zitierten acht Anfangstakte folgen Variationen, die sich nach und nach immer weiter von der Vorlage entfernen. Die Instrumentengruppen stehen sich dabei nur selten blockhaft gegenüber. Stattdessen bilden sie vielfältige Kombinationen von kurzen Soli und Duetten, die sich mit polyphonen Tutti abwechseln.
An der Auseinandersetzung mit Werken anderer Komponisten habe ich wahnsinnig viel gelernt. Vor allem, was die Polyphonie des Klaviersatzes betrifft, die ja in der Neuen Musik eine andere Rolle spielt als zuvor. – Reimann

Im Geburtstagskonzert in der Villa Elisabeth in Berlin führen Mitglieder des Deutsche Symphonie-Orchesters außerdem drei weitere Werke von Aribert Reimann auf: Adagio zum Gedenken an Robert Schumann für Streichquartett, Solo für Oboe und Solo für Violoncello.

Foto: © Schott Music Promotion / Gaby Gerster