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Werk der Woche - Julien-François Zbinden: Divertissement

Am 6. Mai 2018 spielt das Orchestre de Chambre de Lausanne unter dem Dirigat von Marzena Diakun zusammen mit dem Solisten Sebastian Schick das Divertissement für Kontrabass und Orchester von Julien-François Zbinden im Salle Métropole in Lausanne. Damit erfährt das Werk des schweizerischen Komponisten seine nationale Erstaufführung in der Stadt, in der Zbinden selbst jahrelang als Pianist und musikalischer Aufnahmeleiter des Radios Lausanne wirkte.

Zbinden, der im November des letzten Jahres seinen 100. Geburtstag feierte, komponierte sein Divertissement zwischen 1948 und 1949 in enger Zusammenarbeit mit Hans Fryba, dem damaligen Solo-Kontrabassisten des Orchestre de la Suisse Romande. Als versierter Virtuose brachte Fryba, dem Zbinden das Werk als Anerkennung seiner wertvollen Mitarbeit widmete, das Divertissement am 27. Februar 1951 zusammen mit dem Nordwestdeutschen Rundfunkorchester unter Walter Schüchter in Köln zur Uraufführung. Nachträglich erstellte Zbinden außerdem eine Celloversion des Stücks, die Siegfried Palm in Begleitung des Norddeutschen Rundfunkorchesters unter der Leitung von Franz-Paul Decker am 31. Oktober 1961 aufführte.

Julien-François Zbinden – Divertissement: Neuklassiker und Lyriker zugleich


Das etwa 14-minütige Werk besteht aus mehreren Episoden. Gleich zu Beginn wird ein wichtiges Motiv durch das Orchester vorgestellt, gefolgt von einem Adagio von nostalgisch-romantischem Charakter, in dem der Kontrabass seinen ersten Auftritt hat. Pizzicati in den Streichern zeigen dann den Beginn eines verspielten Allegros, zu dem der Kontrabass mit ebenso leichtem Spiel dazu stößt. Ein Lento greift die Elemente des Allegros auf und dient als Überleitung zur folgenden Romanze, deren Thema zunächst vom Kontrabass vorgestellt und anschließend von der Oboe aufgegriffen wird. Begleitet von Fagotten, Hörnern und Posaunen legt der Kontrabass virtuose Variationen unter das Thema der Oboe. Die Streicher führen das ursprüngliche Allegro mit bekannten Motiven wieder ein und nach einem kurzen Fugenabschnitt schließt das Orchester im Fortissimo. Es folgt die Kadenz des Solo-Instruments, nach der das Werk mit einer kurzen Coda endet.
Manche sagen, ich sei ein Neuklassiker, andere ein Lyriker. Ich glaube, beides zu sein. Die beiden Koordinaten meiner kompositorischen Arbeit sind die Klarheit der Elemente, die ich benutze und die Planmäßigkeit der musikalischen Ausarbeitung [...] Zugleich bemühe ich mich, heitere (ich sage nicht: komische) Musik zu schreiben, wie Mozart es in seinen Divertimenti und zahlreichen Finales der Symphonien tat. Denn die Traurigkeit wie die Strenge und die Kompliziertheit sind gewiss keine Beweise für Genie.  - Julien-François Zbinden

Werk der Woche - Thomas Larcher: Ouroboros

Am 11. Februar wird Thomas Larchers neues Cellokonzert Ouroboros im Muziekgebouw aan ’t IJ mit der Amsterdam Sinfonietta uraufgeführt. Es ist dem Cellisten Jean-Guihen Queyras gewidmet und entstand im Auftrag mehrerer Orchester: Die Amsterdam Sinfonietta, das Muziekgebouw aan ’t IJ, das Svenska Kammarorkester, das Orchestre de Chambre de Lausanne, das Norske Kammerorkester, das Münchener Kammerorchester und die Hong Kong Sinfonietta haben sich an dem Auftrag beteiligt.

Das neue Werk ist nach dem antiken griechischen Symbol "Ouroboros" benannt. Larcher stieß darauf, als er sich mit Brahms' Sinfonien beschäftigte. Deren Musik basiert auf der Zirkularität von Ideen: Sich wiederholende Motive entwickeln sich weiter und kehren später in ihre ursprüngliche Form zurück.

Ouroboros als Hommage an die Kammermusik


Das Konzert kann mit oder ohne Dirigent aufgeführt werden, es lebt aus dem Geist der Kammermusik. Die komplexen rhythmischen Texturen verlangen vom Orchester, so aufeinander zu hören und miteinander zu spielen, als sei es ein viel kleineres Ensemble. Der Solist löst dabei Prozesse aus, anstatt ein virtuoses Zentrum zu sein. Der zweite der drei Sätze ist eine ausgedehnte Kadenz für das Solocello mit Klavier.
Ich liebe es, für einzelne Musiker und Sänger zu schreiben. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, die meine Musik spielen werden. Zu wissen, welche Musik sie mögen und was ihre Fähigkeiten sind, hat mich noch nie eingeschränkt – im Gegenteil, es fordert mich heraus, jedem Künstler ein Stück zu schreiben, das seinen Möglichkeiten entspricht. Das gilt auch in einem emotionalen Sinn – wie er die Welt sieht. – Thomas Larcher

Nach der Premiere führt Queyras das Stück mit der Amsterdam Sinfonietta zwischen dem 13. und 19. Februar noch vier Mal auf. Am 4. und 5. April wird Pascal Rophé mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne das Konzert präsentieren. In den folgenden Spielzeiten ist Ouroboros auch in den Programmen der übrigen Auftraggeber zu finden.

Foto: Marco Borggreve