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Werk der Woche – Nino Rota: Il gattopardo

Porträt von Nino Rota in der rechten Bildhälfte. Im Hintergrund eine unscharfe Filmszene mit zwei sitzenden Personen vor einem goldfarbenen Interieur in warmen Braun- und Beigetönen.

Nino Rota zählt zu den prägenden Komponisten des italienischen 20. Jahrhunderts. Sein Name ist untrennbar mit dem Kino verbunden, insbesondere mit den Filmen Federico Fellinis und später auch mit The Godfather. Doch Rotas Bedeutung reicht weit über die Filmmusik hinaus. Seine Partituren zeichnen sich durch melodische Klarheit, klangliche Eleganz und die Fähigkeit aus, ganze Welten mit wenigen musikalischen Gesten erfahrbar zu machen. 

Zu den eindrucksvollsten Beispielen hierfür gehört Il gattopardo – der Leopard. Die Musik entstand für Luchino Viscontis gleichnamigen Film von 1963, der den gesellschaftlichen Umbruch des italienischen Risorgimento aus der Perspektive einer sizilianischen Adelsfamilie betrachtet. Zwischen politischer Veränderung und persönlicher Erinnerung entfaltet sich eine Geschichte über den Übergang von einer Epoche zur nächsten. Rota reagierte auf diese Thematik mit einer Musik, die historische Atmosphäre und psychologische Tiefe gleichermaßen vermittelt.  

Musik zwischen Geschichte und Erinnerung 

Innerhalb von Rotas Schaffen nimmt Il gattopardo eine besondere Stellung ein. Obwohl der Komponist häufig zuerst mit seinen Filmmusiken zu Fellini oder Coppola verbunden wird, zeigt gerade diese Partitur die außerordentliche Bandbreite seines künstlerischen Denkens. Für Rota war Filmmusik niemals bloße Illustration. Seine Themen verleihen Figuren, Situationen und historischen Konstellationen ein eigenes musikalisches Leben. In Il gattopardo verbindet sich diese Fähigkeit mit einem feinen Gespür für die kulturelle Atmosphäre des Risorgimento. Die Musik wird damit selbst zu einer Betrachtung über Erinnerung, Wandel und Vergänglichkeit.  

Die Schott-Werkbeschreibung hebt besonders die Herausforderung hervor, die Gegensätze zwischen den prachtvollen Familienszenen und den Auswirkungen des Bürgerkriegs musikalisch auszubalancieren. Gerade diese Kontraste prägen die Partitur. Feierliche Tanzformen stehen neben Momenten stiller Melancholie, gesellschaftliche Repräsentation neben dem Bewusstsein eines historischen Endpunkt. 

Für den Konzertsaal stellte Rota später eine umfangreiche Suite zusammen, die zentrale Abschnitte der Filmmusik in eine geschlossene sinfonische Form überführt. Die Suite bewahrt den erzählerischen Reichtum des Originals, behauptet sich aber zugleich als eigenständiges Konzertwerk. Schott beschreibt sie als Komposition von großer formaler Einheit und besonderer klanglicher Schönheit.  

Am 13., 14. und 15. August 2026 steht Il gattopardo beim DR SymfoniOrkestret im Kopenhagener DR Koncerthuset als krönender Abschluss im Konzert "A Royal Evening at the Symphony" auf dem Programm. Die fortgesetzte Präsenz des Werkes im internationalen Konzertleben zeigt, wie überzeugend Rotas Musik auch außerhalb ihres ursprünglichen filmischen Zusammenhangs wirkt.  

Mehr erfahren 

Werkseite Il gattopardo 

Komponistenprofil Nino Rota 

Veranstaltungsseite DR SymfoniOrkestret 

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