Wiederkehrende Unterrichtssituationen
Unterrichtssituationen, die sich wiederholen, geben den Kindern Orientierung und Sicherheit und bringen Klarheit in den Unterrichtsverlauf. Dies gilt nicht nur für das Ankommen und Verabschieden. Auch wiederkehrende Spiele, die bewusste Nutzung von Plätzen im Raum bei bestimmten Aktivitäten (Begrüßungs- und Abschiedsplatz, Liederarbeitungsecke, Tanzplatz, „Hörinsel“ usw.), aber auch das Mitmachen von „Musikater“ und „Tripptrappmaus“ als Stofftiere und Identifikationsfiguren unterstützen Kinder wie Lehrende dabei, im vielseitigen Unterrichtsablauf der Musik- und Tanzerziehung einen klaren Kopf zu behalten.
Im Folgenden finden sich konkrete und bewährte Anregungen zu Aufgaben, die im Unterricht mit Musik und Tanz häufig wiederkehren. Jede Lehrerin, jeder Lehrer wird sich – den eigenen räumlichen, zeitlichen und materiellen Gegebenheiten entsprechend – auch selbst spezielle Rituale schaffen. (Viele Lehrende berichten z. B., dass vor allem der Musikater bei ihnen noch viel stärker als beschrieben in den Unterrichtsverlauf „eingreift“.)
Begrüßen
Namen klingen
Je öfter die Namen der Kinder erklingen, desto schneller prägen sie sich ein. Namenspiele können nicht nur eine Stunde einleiten, sondern auch zwischendurch eingestreut werden oder eine Stunde beschließen.
Im Sitzkreis:
- Ein Kind läuft um den Kreis. Alle anderen rufen gedehnt seinen Namen mit wachsender Lautstärke und ansteigender Tonhöhe.

Das Rufen wird mit einem Patschwirbel begleitet und mit einem deutlichen Schlussklatscher beendet (in diesem Falle auf „DER!“). Das laufende Kind muss beim Schlussklatscher wieder auf seinem Platz „landen“. - Die Lehrkraft gestaltet mit der Stimme den Namen eines Kindes in einer prägnanten Weise, z. B.:
- mit accelerando oder ritardando im Namen,
- schnell oder langsam geflüstert und mit Pausen zwischen der Wiederholung des Namens,
- laut und metrisch gesprochen,
- hoch und tief oder mit Glissandi gesungen,
- mit crescendo oder decrescendo,
- punktiert.
- Der besondere Klang wird von den Kindern wiederholt.
Namensilben klatschen
Die Namen der Kinder werden zuerst im natürlichen Sprachrhythmus geklatscht und dann bewusster in Silben unterteilt, z. B.

Die Lehrkraft klatscht für jedes Kind dessen Namen, das Kind wiederholt. Dann klatscht jedes Kind seinen Namen, die Gruppe wiederholt ihn: zuerst nur verbal, dann sprechend und klatschend, ggf. nur noch klatschend.
Frage: „Wie viele Klatschtöne bekommt dein Name?“
Gerne zählen die Kinder die Töne der einzelnen Namen an ihren Fingern ab. (Das überlegte und sogar spontane Erfassen von Zahlenmengen (1–5) ist ein typisches Schulreifekriterium.)
Aufbauend darauf können im ersten Unterrichtsjahr Patschen und Stampfen als weitere Klanggesten folgen. Anschließend können die Kinder zu ihrem Namen auch einfache Klanggesten- Kombinationen erfinden, die von allen wiederholt werden.
Namen können auch auf Trommeln gespielt, mit dem Stift auf ein Papier getupft und im zweiten Halbjahr melodisch mit der Rufterz verbunden werden.
Ist die (Lisa) heute da?
Das folgende Lied wiederholt Namen und „weckt den Körper auf“:

Strophen mit den Kindern erfinden: Ist alles da, was man zum Musizieren und Tanzen braucht? – Hände winken „Ja, ja, ja ...“, Füße stampfen, Augen klimpern, „Großohren“ werden mit den Händen gezeigt usw. Die Kinder ergänzen, was ihnen noch einfällt, und am Ende bewegt sich der ganze Körper.
Halli, hallo, wie schön, dass ihr da seid

Jede Strophe kann noch einmal wiederholt werden – die Kinder singen dann gleich mit.
Im Stundenverlauf
Identifikationsfigur (z. B. Stofftier)
Der Musikater, die Tripptrappmaus, ggf. auch eine andere Identifikationsfigur (Stofftier) können den Unterricht bereichern: indem sie Stunden beginnen und beenden / Fragen stellen / zu Treffpunkten im Raum führen / um die Wiederholung eines Spiels bitten / usw.
Die Figur sollte den Unterricht aber nicht dominieren und ihre Rolle darf sich nicht abnutzen.
Markierter Treffpunkt
Ein großer und möglichst runder Teppich (je nach Gruppengröße Ø ca. 3 m) wird je nach örtlichen Gegebenheiten zum Treffpunkt:
- für Anfang und Ende der Stunde, wo die Kinder Dinge zeigen, die sie mitgebracht haben und wo das Kinderheft angeschaut und bearbeitet wird,
- z. B. zum Musikhören oder auch für eine „Lernspur“.
Auch kleine runde farbige Teppiche (Ø ca. 70 cm), Matten oder Teppichfliesen sind vielseitig einsetzbar und können z. B. bestimmte Aktionen signalisieren.
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Go & Stop-Bewegungsspiele
Bewegung und Innehalten, Entspannung und Spannung – das ist der Zauber des Go & Stop- Spiels, das in vielen Stundenbildern der Früherziehung mit „Musik und Tanz für Kinder“ auftaucht. Es trägt dem natürlichen Bewegungsdrang der Kinder Rechnung, hält ihre Aufmerksamkeit durch immer neue Varianten lebendig und lässt sich zeitlich und inhaltlich völlig auf die jeweilige Situation abstimmen:
- Das Go kann alle Arten der Bewegung und Fortbewegung initiieren, durch musikalische Begleitung stimuliert werden oder auch einmal unbegleitet bleiben.
- Das Stop kann für fast jede musikalische oder auch tänzerische Aufgabe genutzt oder selbst zum Thema werden. Zum Innehalten wird schlagartig kurz oder in einem fließenden Übergang geführt.
- Die Phasen für Go und für Stop können gleich oder unterschiedlich lang sein.
Das „Go & Stop“-Spiel kann jederzeit „eingestreut“ werden und hat sich besonders bewährt, wenn Kinder zusätzlich zum geplanten Stundenverlauf Bewegung brauchen oder wenn die Gruppensituation „aus den Fugen gerät“.
„Laufen und Anhalten“ – diese einfachste Gestalt von Go & Stop in unterschiedlicher Dynamik und mit unterschiedlich langen Phasen – zentriert die Aufmerksamkeit der ganzen Gruppe wieder und macht gute Laune. Nach und nach kann L kleine Aufgaben einflechten, wie z. B.:
- mit vorher benannten Körperteilen den Boden berühren oder diese so hoch wie möglich zur Decke strecken,
- bestimmte Gegenstände im Raum berühren,
- andere Kinder treffen und mit bestimmten Körperteilen berühren,
- 2er-, 3er-, 4er-Gruppen bilden oder Formationen (Kreis, Schlange, zwei Kreise).
Verabschieden
Die Stunde ist aus
