Zum Aufbau einer Stunde
Über alle Themen und methodische Anregungen hinweg sind in den beschriebenen Lernverläufen häufig wiederkehrende Unterrichtsphasen und Schritte zu erkennen, wie sie der natürlichen Dynamik eines jeden Unterrichtsgeschehens entsprechen. Ihre konkrete Ausfüllung gibt Spielraum für die persönliche Unterrichtsgestaltung (z.B. in der Wiederholungsphase).
Die Zeitangaben zur Dauer einer Phase sind lediglich Richtwerte. Sie können vor allem neu unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen eine Orientierung geben.
Phase |
Abschnitt – Inhalt |
Dauer |
Bedeutung |
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EINSTIEG |
1 – Bewusster Anfang |
2–5 Min. |
Begrüßung, Feststellung der Anwesenheit, Lehrkraft tastet die „Stimmung“ der Kinder ab. Ein Lied oder Spruch als Ritual schafft Vertrauen. Es kommt zu positiven Auswirkungen auf die Gruppensituation. |
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2 – Kontakt- und Lockerungsspiele |
3–5 Min. |
Der Kontakt der Kinder zur Lehrkraft und zueinander, zum Raum und zu den Materialien wird aufgefrischt. Allgemeine Verhaltensregeln werden ggf. ins Bewusstsein geholt. Lehrkraft nimmt die aktuelle Stimmung auf und reagiert mit „Warm-ups“ belebend oder beruhigend. |
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HAUPTTEIL |
3 – Wiederholen von Gelerntem |
5–10 Min. |
Wiederholungen bilden bei den Kindern ein Repertoire von musikalisch-tänzerischen Inhalten und vertiefen ihr Verständnis. Die Lehrkraft entscheidet individuell über Ausmaß und Art von Wiederholungen. Das Kinderheft dient evtl. als Impulsgeber – die Lehrkraft würdigt dabei gemachte Hausaufgaben oder animiert dazu noch einmal. |
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4 – ggf. eine der „Lernspuren“ |
3–5 Min. |
Die Übungen sind im Verlauf des Unterrichts variabel einsetzbar. Die Lehrkraft kann sie passend platzieren! |
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5a – Fokussierung des zentralen Themas |
5–10 Min. |
Kinder brauchen dazu einen motivierenden Einstieg (z.B. ein Gespräch, Rätsel, Spiel oder eine stimmungsvolle Erzählung). |
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5b – Erarbeiten detaillierter Fähigkeiten |
5–10 Min. |
Eine abwechslungsreiche, methodisch fantasievolle, dabei aber auch kleinschrittige Vermittlung der Inhalte unterstützt das Lernen. Abstrakte Inhalte werden spielerisch und konkret eingeführt. |
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5c – Befassen mit einer komplexen Aufgabe |
5–10 Min. |
Alle Vorübungen münden hier zusammen. Die resultierende Gestaltung bildet für die jeweilige Stunde eine zentrale Situation und sollte für die Kinder ansprechend und erinnerungsfähig sein. |
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AUSSTIEG |
6 – Innere Sammlung |
3–5 Min. |
Ein gemeinsamer Blick in das Kinderheft oder das Erleben von Musik in einem „Hörpunkt“ können Inhalte dieser Phase sein. |
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7a – Eltern kommen hinzu |
3–5 Min. |
Vor der Tür wartende Eltern werden eingeladen, ein Ergebnis aus der Stunde zu beobachten. Oft können sie auch in das Tun spontan einbezogen werden. |
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7b – Bewusstes Ende (optional) |
2–5 Min. |
Ein feststehendes Ritual oder eine überraschende „Schlusspointe“ (auf das Stundenthema bezogen) schließen die Stunde ab. |
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7c – Zwischen Tür und Angel |
3–5 Min. |
Die Lehrkraft steht den Eltern für kurze Gespräche zur Verfügung; die Kinder bleiben währenddessen im Raum (räumen auf oder hören zu). |
Die konkrete Unterrichtsstunde
Die in „Musik und Tanz für Kinder“ vorgeschlagenen Stundenbilder schildern bewährte, lebendige Unterrichtsverläufe, wie sie den typischen Bedürfnissen von Kindern entsprechen. Dennoch kann man die beste Vorgehensweise in einer konkreten Gruppe, in einer besonderen Stunde nicht aus der Distanz bestimmen. Erfahrung, Eigenverantwortung und „Fingerspitzengefühl“ sind dafür gefordert, und der eigene Unterrichtsstil wird den Unterricht entscheidend prägen. Auch ist jede Gruppe anders, im fachbezogenen Können der Kinder ebenso wie im Verhalten und in den Neigungen. Lehrende müssen offenbleiben für spontane Entwicklungen und bereit sein, einem im Unterricht besonders „zündenden“ Detail über das vorgesehene Maß hinaus Zeit zu geben.
Die „Raumregie“ ist wichtig: Den Aktionsplatz zu wechseln gliedert und belebt den Ablauf jeder Stunde und ist Teil der Unterrichtsinszenierung. Auch die Sitzhaltung (z. B. Kreis im Fersensitz / Schneidersitz oder Sitzen auf Hockern) ist eine wirkungsvolle Möglichkeit, Abwechslung und Konzentration zu schaffen. Zur „Raumregie“ gehört nicht zuletzt die Vorbereitung des Raumes und die Bereitstellung der benötigten Materialien, Instrumente und Medien.
Eine letzte Voraussetzung für den guten Verlauf einer Unterrichtsstunde: Lehrende haben den Unterrichtsverlauf möglichst im Kopf – ebenso wie die vorgesehenen Lieder, Texte, Spiele und Bewegungs-/ Tanzformen.