Erinnerungen
– Buch –
In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Carl Orff an einer groß angelegten Dokumentation seines Lebens und Schaffens. Sie erschien in den Jahren zwischen 1975 und 1983 in acht Bänden und enthielt neben Orffs eigenen Erinnerungen auch analytische Texte aus seinem Umfeld. Die vorliegende Ausgabe macht die autobiografischen Texte Carl Orffs in kompakter und übersichtlicher Leseform wieder zugänglich. So ergibt sich ein umfassender Eindruck von Orffs Sicht auf sich selbst. Deutlich wird seine persönliche Einschätzung vor dem geschichtlichen Hintergrund des 20. Jahrhunderts.
Gepostet in Aktuelles
Viktor Ullmanns einaktige Kammeroper Der Kaiser von Atlantis oder Die Tod-Verweigerung feiert in dieser Woche an gleich zwei Theatern Premiere: Ab dem 26. September 2020 ist sie am Landestheater Neustrelitz zu sehen, ab dem 27. September an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf. Mit seiner kleinen Besetzung und der erschütternden Thematik ist Ullmanns Meisterwerk das Stück der Stunde.
Ein grausamer Herrscher kündigt den Krieg aller gegen alle an. Doch der Tod setzt dem Massenmorden ein Ende, indem er seinen Dienst verweigert: Nun leben alle Menschen ewig. So ist der Kaiser zwar entmachtet, aber die Menschen sehnen sich nach Erlösung vom Schmerz des Lebens. Nur der freiwillige Tod des Kaisers kann dem Tod seine eigentliche Bestimmung zurückgeben.
Viktor Ullmann – Der Kaiser von Atlantis: ein szenisches Mahnmal
Ullmann komponierte diese Oper 1943 während seiner Internierung im KZ Theresienstadt. Das Kammerensemble des Lagers sollte das Werk spielen, die Uraufführung wurde jedoch nach der Generalprobe verboten. Ein Jahr später übergab der Komponist sein Autograph und das Textbuch einem Freund, bevor er nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. So konnte Ullmanns Musik gerettet werden.
Ich habe in Theresienstadt ziemlich viel neue Musik geschrieben, meist um den Bedürfnissen und Wünschen von Dirigenten, Regisseuren, Pianisten, Sängern und damit den Bedürfnissen der Freizeitgestaltung des Ghettos zu genügen […]. Zu betonen ist nur, dass ich in meiner musikalischen Arbeit durch Theresienstadt gefördert und nicht etwa gehemmt worden bin, dass wir keineswegs bloß klagend an Babylons Flüssen saßen und dass unser Kulturwille unserem Lebenswillen adäquat war; und ich bin überzeugt davon, dass alle, die bestrebt waren, in Leben und Kunst die Form dem widerstrebenden Stoffe abzuringen, mir Recht geben werden. – Viktor Ullmann
In Neustrelitz sind zunächst drei Aufführungen von Der Kaiser von Atlantis bis zum 24. Oktober geplant, in Düsseldorf ist das Stück neun Mal bis zum 19. November zu sehen. Von dieser Kammeroper sind mehrere Fassungen und Manuskripte erhalten, die das Werk in unterschiedlichen Stadien vor und nach der Zensur dokumentieren. Bei Schott ist vor Kurzem eine Studienpartitur der Edition Eulenburg (ETP 8067) erschienen, in der alle überlieferten Varianten des Werkes enthalten und einander gegenübergestellt sind.
Foto: Deutsche Oper am Rhein / Hans Jörg Michel
Gepostet in Werk der Woche and Aktuelles
20 echte Killersongs
– als gedruckte Ausgabe oder Download-PDF –
Peter Autschbachs Gitarren-Songbuch Ü 40 ist eine Sammlung der schönsten Songs, die man mit der Gitarre begleiten kann: Meilensteine der Rock- und Popgeschichte, die uns nach wie vor begeistern, auch wenn ihr „Geburtsdatum“ meist über 40 Jahre zurückliegt.
Kurz und knackig aufbereitet, bietet diese Ausgabe zugleich alle jene Feinheiten, die einen Song zu etwas Besonderem machen. Dazu gibt es jedes Stück in zwei Versionen: als Leadsheet auf 1 oder 2 Seiten mit Melodie, Text und Akkordgriffen / als Original-Version mit allen spieltechnischen Details in Noten und Tabulatur sowie weiteren Gitarrenstimmen und notierten Soli – für alle Gitarrist*innen, die es genau wissen wollen!
Das Songbuch ist ideal für das Selbststudium und für den Gitarrenunterricht, denn selbst erfahrene Gitarrist*innen werden in diesen sorgfältig erstellten Versionen jede Menge Neues entdecken. Vollversionen und Playbacks zu allen Songs liegen zum Download bereit.
Gepostet in Aktuelles
für Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen und fachfremd Unterrichtende
– Ausgabe mit Online-Audiodatei –
Viele Menschen singen gerne, fühlen sich aber mit ihrer Singstimme unsicher. Da ist die Hemmschwelle, vor einer Kindergruppe zu singen und ein Lied zu vermitteln, oft hoch.
Erste Hilfe Singen möchte insbesondere Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen und fachfremd Unterrichtenden Mut zum Singen machen und Freude am Singen vermitteln!
Erste Hilfe Singen bietet einfache, wirkungsvolle Übungen für einen selbstbewussten Umgang mit der Singstimme. Viele praktische Tipps fördern zudem eine spielerische Stimmbildung gemeinsam mit den Kindern.
Gepostet in Aktuelles
In der Philharmonie de Paris findet am 16. September die Uraufführung eines neuen Werks von Toshio Hosokawa statt. Das Ensemble intercontemporain unter der Leitung von Matthias Pintscher präsentiert The Flood, ein Ensemblestück, das gemeinsam mit dem Ojai Music Festival bei dem japanischen Komponisten in Auftrag gegeben worden war. Eigentlich hätte es schon im Juni bei dem kalifornischen Festival erstmals gespielt werden sollen; wegen der Corona-Pandemie musste die Veranstaltung jedoch ausfallen.
In The Flood setzt Hosokawa die Verarbeitung eines japanischen Traumas fort. Bereits in mehreren seiner jüngeren Werke befasste er sich mit dem Tōhoku-Erdbeben von 2011 und der daraus resultierenden Tsunami-Katastrophe. Für Hosokawa und die Kultur Japans bedeutete dies einen Einschnitt im Verhältnis von Mensch und Natur, das zuvor von Bewunderung und Liebe geprägt war, die sich in Furcht und Skepsis verwandelten.
Toshio Hosokawa – The Flood: im Zweiklang mit der Natur
Das Ensemble intercontemporain stellt The Flood in den Kontext seines Projekt “Genesis”, in dem es das achte neue Stück mit Bezug zur Schöpfung ist. Hosokawa setzt die Wasserwellen hier in Schallwellen und -wirbel um, die sich mit Crescendo und Decrescendo wiederholen und durchdringen und versucht damit, Angst und Verzweiflung im Angesicht der entfesselten Natur zu illustrieren.
Die Flut ist den Japanern gut bekannt; nicht nur der Tsunami im Jahr 2011, sondern auch Taifune, starker Regen und Überschwemmungen haben uns häufig getroffen. Wütende Fluten zeigen uns die Kräfte der Natur und erfüllen uns gleichzeitig mit Angst, Ehrfurcht und Respekt. – Toshio Hosokawa
Fotos: Kazuko Ishikawa, Adobe Stock / Lichtbildmaster
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Lerne E-Bass mit den größten Rock-Hits
– Ausgabe mit Online-Audiodatei –
Rock’s Cool 2 Bass ist praxisorientierter Bassunterricht von Anfang an. Acht Klassiker des Rock können so rasch erlernt werden, zahlreiche Videos veranschaulichen die Übungen visuell. Die Aufnahmen der Songs stehen für den Schüler online in verschiedenen Geschwindigkeiten zum Mitspielen bereit.
Mit
Rock’s Cool 2 Bass lernst du dein Instrument mit den größten Rock-Hits von Green Day, Nirvana uvm. besser kennen. Tobias Meier erklärt dir den richtigen Umgang mit dem Plektrum und wichtige Techniken wie Slap und Pop. Zusätzlich erhältst du einen praxisorientierten Einstieg in das Spiel von Triolen und vertiefende Kenntnisse im Skalen- und Akkordspiel und bist so ready for the stage!
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Rock`s Cool
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Der Repertoireband für die Singeklasse
– Noten –
Singe- und Chorklassen haben Schule gemacht: Bundesweit gibt es inzwischen viele erfolgreiche Beispiele. Ursprung und Motor dieser Erfolgsgeschichte ist
Singen ist klasse. Dem beliebten Schülerarbeitsheft und Materialband für Lehrkräfte folgt nun die Veröffentlichung eines Repertoirebandes, der passgenau auf die besonderen Anforderungen in den Klassenstufen 5 und 6 ausgerichtet ist. Mit steigendem Schwierigkeitsgrad vom einstimmigen Lied bis zum mehrstimmigen Satz bietet er eine Fülle an Liedern, Chorsätzen unterschiedlichster Genres und Stile sowie vielen begleitenden Unterrichtsangeboten.
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Singen ist klasse
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Auf eine stolze Geschichte von 450 Jahren blickt die Staatskapelle Berlin zurück. 1570 wurde sie als “Kurfürstliche Hofkapelle” erstmals urkundlich erwähnt. Für den Festakt am 11. September 2020 hat das Orchester Jörg Widmann mit der Komposition eines neuen Werks beauftragt. Zeitensprünge heißt die neue Komposition, die nun unter der Leitung von Daniel Barenboim in der Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt wird.
Auf musikalische Zeitreisen und auf stilistische Seitensprünge verweist Widmann mit seinem vielsagenden Titel. Denn in Zeitensprünge nimmt er immer wieder die Ästhetik verschiedener Epochen in der Geschichte des Orchesters in den Blick: Gleich am Anfang spielt ein Ensemble hinter der Bühne einen Renaissance-Tanz, etwa im Stil von Tilman Susato. Erst nach dem die Musizierenden nach und nach die Bühne betreten, wird das Dirigieren “erfunden” und ein Konzert nach heutigem Verständnis entspinnt sich.
Jörg Widmann – Zeitensprünge: ein Konzert für Orchester en miniature
Auf 450 Takte, symbolisch für das Alter des Orchesters, und damit 10 Minuten Spielzeit beschränkt sich Widmann. Doch darin verbirgt sich ein vielgestaltiges und vollgültiges Konzert für Orchester. Alle Instrumentengruppen erhalten Solopassagen, es gibt Teilensembles wie Fanfaren, mittelalterliche Bläsermusik und Gamben-Consorts sowie eine Fülle musikalischer Formen bis hin zum Kanon, der wie keine andere den Einklang der Vielen symbolisiert.
Wenn ich vor dem Notenblatt sitze, denke ich nicht unaufhörlich: Du musst etwas Neues erfinden. Überhaupt nicht. Ich habe viele Harmonien im Kopf, die es noch nicht gab, Zusammenklänge, Kombinationen. Mein Problem ist es, dafür eine Form zu finden. Ich bin in einer Phase, wo ich mir neue Formen erkämpfe. - Jörg Widmann
Fotos: Marco Borggrve, Adobe Stock / spuno
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Geschichte - Komponisten - Werke - Spielstätten
– Buch mit Online-Audiodatei –
Crashkurs Oper gibt einen Überblick über die faszinierende Welt der Oper – vor und hinter den Kulissen. Vorgestellt werden die berühmtesten Opern von der Barockzeit bis zur Gegenwart. Darüber hinaus vermittelt das Buch in kompakter Form Wissenswertes aus vielen Themenbereichen des Musiktheaters und bietet Tipps für einen gelungenen Opernabend. Mit zahlreichen Hörbeispielen berühmter Interpreten.
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Crashkurse
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Das Konzerthaus Berlin feiert in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass hat Christian Jost ein neues Violinkonzert geschrieben. Beim Musikfest Berlin wird das Concerto noir redux nun uraufgeführt. Solist am 6. September ist Christian Tetzlaff. Das Konzerthausorchester Berlin begleitet ihn unter der Leitung von Christoph Eschenbach.
Ursprünglich sollte Josts zweites Violinkonzert den gleichen Titel tragen wie seine Oper “Reise der Hoffnung - Voyage vers l'espoir”. Nachdem die Proben zu ihrer Uraufführung in Genf im März abgebrochen werden mussten, orientierte sich Jost bei der Komposition um. Nun sollte das Konzert der neuen Situation, dem Shutdown und der Corona-Krise Rechnung tragen.
Christian Jost – Concerto noir redux: Violinkonzert aus dem Shutdown
Nicht nur der Grundcharakter wurde ein anderer, auch die Orchesterbesetzung musste verkleinert werden. So gibt es nun ein Concerto noir und die reduzierte Fassung Concerto noir redux.
Normalerweise komponiere ich mit einer klaren Vorstellung der Form und des Klanges, also des kompletten strukturellen Verlaufs der Komposition. Nicht so bei diesem Werk. Die Idee des unmittelbaren Anfangs, dass sich aus dem Unisono der ersten Violinen mit der Solostimme, diese herauslöst, war meine einzige Vorgabe. Von dort ausgehend sollte das Werk quasi übernehmen und die Komposition leiten. So entstand eine einsätzige organische Struktur, die von drängenden rhythmischen Zellen geprägt und mit nur einer Tempoangabe versehen ist: Viertel 76 espressivo. Die Komposition vollendete ich quasi mit dem Ende des Shutdowns und da diese in Farbe und Ton eher ein dunkel gefärbtes Werk entstehen ließ, schien mir der Titel “Concerto noir“ perfekt. Christian Jost
Illustration: Adobe Stock / lakkot, Joe Quiao
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