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Berühmte Gitarren-Komponist:innen

Beethoven, Mozart oder Chopin – auch Werke dieser großen Meister lassen sich auf der Gitarre musizieren, in der Regel aber nur als spätere Fremdbearbeitungen, weil die Genannten die Gitarre nicht oder nur wenig in ihrem kompositorischen Werk berücksichtigten. Zu allen Zeiten und Epochen gab es jedoch berühmte wie (heute) weniger bekannte Komponist:innen, die speziell für die Gitarre komponierten und deren Bedeutung für das Instrument auch gerne durch sprechende Beinamen betont wurde: So feierte man einen Fernando Sor als den „Beethoven der Gitarre“, Mauro Giuliani erhielt das ehrenvolle Prädikat „Mozart der Gitarre“ und Francisco Tárrega wurde als „Chopin der Gitarre“ tituliert. Und wäre Antonio Paganini nicht bereits als „Teufelsgeiger“ in die Musikgeschichte eingegangen, man müsste ihm einen anderen Beinamen verleihen, komponierte er doch mehr Werke für Gitarre als für Violine.

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Abloniz, Miguel (1917-2002) 

Der in Kairo geborene Gitarrist und Komponist Miguel Abloniz lernte neben dem klassischen Gitarrenspiel auch den Flamencostil kennen. Von Kindheit an konzertierte er, zunächst im Kairoer Rundfunk, später auch in Italien und in anderen europäischen Ländern. 1953 gründete er in Mailand eine Schule für klassisches Gitarrenspiel, daneben unterrichtete er auch an anderen Konservatorien und leitete in der School of Music am Ithaca College in New York City die Meisterklasse. Abloniz’ kompositorisches Schaffen umfasst über 350 Werke.

Adame, Rafael (1906-1963) 

Der mexikanische Gitarrist und Komponist Rafael Adame studierte Cello und Gitarre und ging anschließend einer Lehrtätigkeit am Staatlichen Konservatorium für Musik in Mexiko, seiner einstigen Ausbildungsstätte, nach. Er komponierte ein Konzert für Gitarre und Orchester, das er selbst als Solist zur Uraufführung brachte. Darüber hinaus schuf er u. a. ein Concertino für Gitarre mit Orchesterbegleitung und eine Reihe pädagogischer Werke.

Aguado, Dionisio (1784-1849)

Von 1803 bis 1824 lebte und wirkte Dionisio Aguado im spanischen Aranjuez, 1826 ging er nach Paris, wo der Gitarrenvirtuose unterrichtete und zahlreiche Konzerte gab. Anschließend verlegte er seine Wirkungsstätte nach Madrid. Auch als Komponist widmete er sich ganz seinem bevorzugten Instrument, der Gitarre. Er schrieb u. a. drei „Rondós brillantes“, eine Sammlung von Gitarren-Etüden, eine Sammlung von Andantes für Gitarre und weitere kleinere Werke. Außerdem verfasste er ein Gitarrenlehrwerk, in dem er als Erster die neue Technik des Nagelanschlags populär machte. Mit dem berühmten spanischen Gitarristen und Komponisten Fernando Sor verband ihn eine lebenslange Freundschaft. Diesem widmete er seine Komposition „Les deux amis“ für zwei Gitarren, die beide auch im Duo aufführten.

Albert, Heinrich (1870-1950)

Heinrich Albert begann im Alter von 14 Jahren mit dem Gitarrenstudium und avancierte schon bald zu einem bedeutenden Solisten seines Fachs. Er unternahm zahlreiche Tourneen, gründete das renommierte, aus vier Gitarren unterschiedlichen Registers bestehende Kammerquartett und schuf diverse pädagogische und kompositorische Werke. Dazu gehören u. a. „Moderner Lehrgang des künstlerischen Gitarrespiels in 4 Teilen“, „Spielmusik für Gitarre und Laute“, „Gitarre-Solospiel-Studien“, „Die Gitarre in Haus- und Kammermusik vor 100 Jahren“ sowie Kompositionen für zwei, drei und vier Gitarren.

Amon, Johann Andreas (1763-1825) 

Der deutsche Gitarrist und Komponist Johann Andreas Amon erlernte das Gitarren- und Waldhornspiel und zog mit seinem Können sogar die Aufmerksamkeit Mozarts und Haydns auf sich. Ab 1789 unterrichtete er Gitarre und Klavier in Heilbronn. 1817 erhielt er den Kapellmeisterposten beim Fürsten Wallerstein. Amon schuf zahlreiche Werke für Gitarre, darunter Solostücke und Kammermusik, von denen einige noch zu seinen Lebzeiten im Druck erschienen.

Arnold, Johann Gottfried (1773-1806) 

Der deutsche Gitarrist, Cellist und Komponist Johann Gottfried Arnold war einige Jahre Musiker am Theater in Frankfurt, unternahm mehrere Konzerttourneen u. a. in die Schweiz und schuf eine Vielzahl an Kompositionen für Sologitarre bzw. für Gitarre im Ensemble mit anderen Instrumenten.

Barrios Mangoré, Agustín (1885-1944)

Der Paraguayer Agustín Barrios Mangoré galt als hervorragender Gitarrenvirtuose und wurde von der Fachwelt als „Paganini der Gitarre“ gefeiert. Er konzertierte u. a. in Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay, Kuba oder Mexiko und gastierte darüber hinaus als erster lateinamerikanischer Gitarrist überhaupt in Europa. Einige seiner Kompositionen gehören heute zum festen Bestandteil des Gitarren-Repertoires, darunter „Die Kathedrale“, „Venezolanische Tänze“, „Paraguayischer Tanz“, „Präludium op. 5“, oder „Walzer op. 8“.

Berlioz, Hector (1803-1869)

Der französische Komponist Hector Berlioz beherrschte das Gitarrenspiel brillant und verdiente eine Zeit lang seinen Lebensunterhalt mit dem Erteilen von Gitarrenunterricht. Er hob wiederholt die immense Bedeutung dieses Instruments hervor und schuf u. a. einige Variationen für Sologitarre sowie Lieder mit Gitarrenbegleitung. In seine Oper „Benvenuto Cellini“ fügte er eigens ein Gitarrensolo ein.


Boccherini, Luigi (1743-1805)

 
Das umfangreiche kompositorische Oeuvre des italienischen Komponisten Luigi Boccherini umfasst neben Sinfonien, Kammermusik und mehreren Instrumentalkonzerten auch 12 Quintette, die von Boccherini selbst mit einer Gitarrenstimme ausgestattet wurden. Zudem komponierte er ein „Concertante“ C-Dur G 523 für Orchester mit Gitarre.
 
 
 
 

Brindle, Reginald Smits (1917-2003)

Der englische Gitarrist und Komponist Reginald Smits Brindle war Mitglied vieler Jazzgruppen und wirkte dort als Saxofonist, Klarinettist, Kontrabassist und Gitarrist. Ab 1946 hielt er sich in Italien auf, besuchte dort u. a. die Accademia di Santa Cecilia in Rom und gewann den ersten Preis in der Kompositionsklasse. Er schuf zahlreiche Kompositionen für Gitarre solo sowie für Gitarre und andere Instrumente.


Brouwer, Leo (*1939)

Leo Brouwer gehört zu den wichtigsten Gitarrenkomponisten der Gegenwart. Er arbeitete mit den Saitenkünstlern John Williams und Julian Bream zusammen. Der gebürtige Kubaner erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen; so wurde er z. B. 2001 Ehrenmitglied der UNESCO und erhielt 2010 den rennomierten, iberoamerikanischen Tomás-Luis-de-Victoria-Preis. Brouwer begann im Alter von 13 Jahren mit dem Gitarrenspiel und trat als 17-Jähriger zum ersten Mal öffentlich auf. Bereits zu diesem Zeitpunkt entflammte auch sein Interesse am Komponieren. Neben seinen technischen Übungen und Kompositionen für Gitarre schuf er Kammermusik, Chorwerke, ein modernes Ballett, Stücke für Bläserensemble sowie Orchesterwerke. Für den Gitarrenwettbewerb in Esztergom in Ungarn schrieb Leo Brouwer das Stück „Blue Skies and Smile“, das er mit dem aus 200 Gitarristen bestehenden Bálint Bakfark Gitarrenorchester zur Aufführung brachte.

Bild: Cauim


Carulli, Ferdinando (1770-1841)

Carulli brachte sich das Gitarrenspiel auf autodidaktischem Wege bei und avancierte zu einem außergewöhnlichen Meister dieses Fachs. Bis 1818 konzertierte der gebürtige Italiener hauptsächlich in seinem Heimatland, danach siedelte er nach Paris über und ging dort einer regen Konzerttätigkeit nach. Sein kompositorisches Oeuvre umfasst 400 Werke, darunter Konzerte, Sonaten sowie Nocturnes für Gitarre und Klavier. Zudem verfasste er eine der populärsten Gitarrenschulen, die die Opuszahl 241 trägt.

Castelnuovo-Tedesco, Mario (1895-1968)

Der italienische Komponist, Pianist und Dirigent Mario Castelnuovo-Tedesco schuf Orchester-, Vokal- und Instrumentalwerke, Kammermusik, Konzerte für verschiedene Instrumente sowie Opern und Oratorien. Aus einer 30-jährigen Bekanntschaft mit dem berühmten Gitarristen Andrés Segoviagingen auch nahezu 100 Gitarrenkompositionen Castelnuovo-Tedescos hervor, darunter die viersätzige Sonata „Hommage à Boccherini“ op. 77, das Konzert in D-Dur op. 99, die Serenade op. 118 für Gitarre und Sinfonieorchester sowie das „Teufels-Capriccio“.

Coste, Napoléon (1805-1883)

Der französische Gitarrist und Komponist Napoléon Coste gewann im Jahr 1856 den zweiten Preis bei einem in Brüssel veranstalteten Wettbewerb um die beste Gitarrenkomposition. Nachdem er sich 1863 die Hand gebrochen hatte, musste er seine Karriere als Gitarrist beenden und widmete sich nun ganz der Komposition. Über 50 Werke schuf er und bearbeitete darüber hinaus die Gitarrenschule von Fernando Sor.

 

Diabelli, Anton (1781-1858)

Anton Diabelli verbrachte den Großteil seines Lebens in Wien und studierte neben Kompositionslehre auch Klavier und Gitarre. Schon bald machte er sich in der österreichischen Metropole einen Namen als rennomierter Instrumentallehrer. Er genoss nicht nur die Anerkennung Haydns, sondern freundete sich auch mit Ludwig van Beethoven an, der ihm durch seine 33 „Diabelli-Variationen“ op. 120 zu zeitloser Berühmtheit verhalf. Mit dem italienischen Gitarrenvirtuosen und -komponisten Mauro Giuliani pflegte er einen regen künstlerischen Austausch, der für Diabellis kompositorisches Schaffen bedeutsam wurde: So schuf er über 100 Werke für Solo-Gitarre, Gitarren-Duo und -Trio, Haus- und Kammermusik für Gitarre mit Hammerklavier und anderen Instrumenten sowie Lieder zur Gitarre.

Dowland, John (1562-1626)

John Dowland war von 1598 bis 1606 Königlicher Hoflautenist in Dänemark, bevor er sich in London niederließ, um dort zunächst in den Dienst Lord Waldens zu treten, bevor er später Mitglied der Königlichen Kapelle wurde. In der Zeit von 1597 bis 1612 veröffentlichte er 84 mehrstimmige Lieder und Arien mit Lauten- und Viola da gamba-Begleitung. Zudem komponierte er einige Tänze und Fantasien für Laute, die heute zum festen Gitarren-Repertoire gehören.
Dowlands Kompositionen erfuhren vor wenigen Jahren erneut zusätzlich Bekanntheit. Der Popmusiker Sting interpretierte Dowlands Stücke neu.

Duarte, John William (1919-2004)

Der englische Gitarrist, Pädagoge und Komponist John William Duarte wandte sich um 1940 verstärkt der Klassischen Gitarre zu. 1949 gehörte er zu den Mitbegründern der Philharmonischen Gesellschaft der Gitarristen in London. Zehn Jahre später holte er im Rahmen eines von der Zeitschrift „The Guitar Review“ veranstalteten Wettbewerbs den ersten Preis für eine Gitarrenkomposition. Duarte schuf mehr als 150 Originalwerke für Gitarre oder Laute, darüber hinaus eine Anzahl von Bearbeitungen und Arrangements sowie einige musikpädagogische Werke.

de Falla, Manuel  (1876-1946)

Der spanische Komponist war Schüler des Konservatoriums in Madrid und studiert bis 1904 privat bei Felipe Pedrell, dem Begründer der spanischen Nationalmusik. Sein kompositorischer Durchbruch gelang ihm, als er 1905 mit seiner Oper „La vida breve“ den 1.Preis bei einem nationalen Opernwettbewerb gewann. Seine enge Freundschaft zu den Impressonisten, wie Debussy, Ravel Dukas und Albéniz spiegelt sich auch in seiner Musik wieder.
Ein Meilenstein für das Gitarrenrepertoire des 20. Jahrhundert ist sein Werk „Homenaje Le tombeau de Claude Debussy“ aus dem Jahre 1920.

Ferrer Esteve, José (1835-1916)

Der spanische Gitarrist, Pädagoge und Komponist José Ferrer Esteve begann seine Konzerttätigkeit 1878 in Barcelona. 1882 siedelte er vorübergehend nach Paris über, wo er eine Anstellung als Gitarrist an der Comédie-Française antrat. Anschließend wirkte der Spanier drei Jahre lang am Konservatorium in Barcelona. Ferrer Esteves kompositorisches Oeuvre umfasst neben Kirchenmusik u. a. Werke für Sologitarre, Kompositionen für zwei Gitarren, für Gitarre und Klavier sowie für Gitarre und Flöte.

Fortea, Daniel (1882-1953)

Der spanische Gitarrist, Pädagoge und Komponist Daniel Fortea studierte Gitarre bei Francisco Tarréga und gab vor allem in Madrid, Barcelona und anderen Städten Spaniens Konzerte. Er verfasste eine zweibändige Gitarrenschule, war Gründer der Gitarrenakademie in Madrid und schuf zahlreiche bedeutende Gitarrenwerke, darunter „Cuentos de Madrid“, „Estudios Poeticos“, „Elegía de Tárrega“ und „Andalusía“.

Gangi, Mario (1923-2010)

Der italienische Gitarrist, Komponist und Pädagoge Mario Gangi wirkte als Dozent für Klassische Gitarre an den Konservatorien in Rom und Neapel und trat in zahlreichen westeuropäischen Ländern als Virtuose auf. 1966 brachte er eine Gitarrenschule heraus. Zudem schuf Gangi mehrere eigene Kompositionen sowie Bearbeitungen für Gitarre. Neben der Klassischen Gitarre war er auch eng mit der Jazzgitarre vertraut und nahm als Solist an Jazzfestivals teil.

Gaude, Theodor (1782-1834)

Theodor Gaude war gelernter Kaufmann, entschied sich aber dann doch für eine Karriere als Gitarrist. 1814 trat er eine erfolgreiche Konzertreise nach Russland an. Nach seiner Genesung von einer schweren Krankheit ließ er sich in Hamburg als Gitarrenlehrer nieder. Gaude schrieb über 80 Werke für Solo-Gitarre, Kammerorchester und Gitarre sowie für Gesang mit Gitarrenbegleitung.

Giuliani, Mauro (1781-1829)

Mauro Giuliani studierte in seiner Jugend Gitarre, Violoncello und Flöte. Im Laufe der Zeit widmete er sich aber ausschließlich dem Gitarrenspiel. Mit 18 Jahren konzertierte er in Italien und Frankreich. 1806 ließ er sich in Wien nieder, wo er als Solist, Lehrer und Komponist wirkte und zu einer der ruhmreichsten Erscheinungen unter den Gitarrenvirtuosen des 19. Jahrhunderts avancierte. Zudem schuf er über 200 Werke für Gitarre und wurde auch als der „Mozart der Gitarre“ tituliert. Giuliani war einer der ersten Gitarrenkomponisten, die im Notenbild die Mehrstimmigkeit dadurch hervorhoben, dass die Notenhälse je Stimme systematisch nach oben bzw. nach unten ausgerichtet werden.
 

Henze, Hans Werner (*1926)

Hans Werner Henze studierte Klavier, Schlagzeug und Komposition. Er wirkte als musikalischer Leiter am Theater in Konstanz und als Ballettkapellmeister am Staatstheater in Wiesbaden. Von 1962 bis 1967 leitete Henze eine Meisterklasse für Komposition am Mozarteum Salzburg, zwischen 1980 bis 1991 bekleidete er in Köln eine Professur an der Staatlichen Hochschule für Musik. Im Jahr 1983 sowie von 1988 bis 1996 fungierte der Träger zahlreicher renommierter Preise u. a. am Berkshire Music Center in Tanglewood/USA als Composer in Residence. Henzes kompositorisches Schaffen ist sehr umfangreich: Er schuf Solokonzerte, Sinfonien, Oratorien, Liederzyklen, Kammermusik und avanciert mit seinen Werken für Musiktheater zum meistgespielten zeitgenössischen Komponisten unserer Tage. Henze bedachte auch die Gitarre mit einigen Kompositionen, darunter „Royal Winter Music“ für Gitarre solo, „Ode an eine Äolsharfe“ (eine Musik für konzertierende Gitarren und 15 Soloinstrumente), „Selbst- und Zwiegespräche“ (ein Trio für Viola, Gitarre und kleine Orgel) u. a. m.

Llobet, Miguel (1878-1938)

Der spanische Gitarrist Miguel Llobet unternahm zahlreiche Tourneen als Sologitarrist in verschiedene Länder Europas, Lateinamerikas und die USA. Zudem wirkte er sehr erfolgreich als Pädagoge und schuf zahlreiche Kompositionen für Gitarre sowie Bearbeitungen von Werken der Klassik, die heute zum festen Bestandteil des Gitarren-Repertoires gehören. Manuel de Falla schrieb 1921 für ihn seine „Homenaje“.

Molitor, Simon (1766-1848)

Der österreichische Gitarrist und Komponist Simon Molitor war zunächst zum Violinisten ausgebildet worden, beschäftigte sich aber zunehmend mit der Gitarre, die ihn sehr faszinierte. So schuf er eine Vielzahl an Kompositionen für dieses Instrument, darunter Solosonaten bzw. -stücke für Gitarre sowie Werke für verschiedene Instrumente und Gitarre. Zu seinen wohl bekanntesten Kompositionen gehört die Große Sonate op. 7.

Nava, Antonio Maria (1775-1826) 

Zahlreiche Konzertreisen führten den italienischen Sänger und Gitarristen Antonio Maria Nava u. a. durch Italien und Frankreich. Darüber hinaus wirkte er als Gesangs- und Gitarrenlehrer in London, schuf Lehrwerke für Gitarre bzw. Lyra und komponierte an die 70 Werke für Sologitarre sowie einige Stücke für Kammerorchester und Gitarre.

Padovec, Ivan (1800-1873) 

Der kroatische Gitarrist und Komponist Ivan Padovec galt als einer der besten Gitarristen seiner Zeit und unternahm zahlreiche Konzertreisen u. a. nach Österreich, Böhmen, Mähren, Ungarn, Polen, Deutschland und England. Er schuf neben einer Gitarrenschule einige bekannte Kompositionen für sein Instrument, darunter „Introduktion und Variationen“ op. 5, Fantasien op. 17, „Rondoletto“ op. 53, Potpourris von Opernmelodien, Polonaisen sowie Duette für zwei Gitarren.

 Paganini, Niccolò (1782-1840)

Paganini wurde im italienischen Genua geboren. Er erhielt bereits in jungen Jahren Mandolin- und Violinunterricht und trat schon als Neunjähriger erstmals als Violinist auf. In der Folgezeit sollte er zu einem der berühmtesten und brillantesten Violinvirtuosen avancieren. Neben dem Violinspiel galt Paganinis große Liebe auch der Komposition. Da er eine besondere Vorliebe für die Gitarre hatte, die er selbst auch beherrschte, schuf er für dieses Instrument insgesamt mehr Werke als für die Violine. Dazu gehören u. a. 6 Sonaten für Gitarre, 6 Sonaten für Gitarre und Violine, 60 Variationen für Violine, Bratsche, Gitarre und Cello sowie Trios, Rondos und Nocturnos für Gitarre und Streicher.

Ponce, Manuel (1882-1948)

Der mexikanische Komponist Manuel Ponce galt als musikalisches Wunderkind und schuf bereits als Achtjähriger erste Kompositionen. Zudem wirkte als Organist in seinem Heimatort Fresnillo. Als enger Freund des berühmten Gitarristen Andrés Segovia schrieb er eine Vielzahl an Gitarrenwerken, die von der Folklore seines Landes inspiriert sind. Dazu gehören u. a. „Concierto del Sur“ für Gitarre und Orchester, „Sonata Classica“, „Sonata Romántica“, Mazurka, Sechs Präludien für Sologitarre, Thema mit Variationen, 11 Variationen und Fuge zum Thema „Folia de España“, 24 Präludien in 2 Bänden.

Regondi, Giulio (1822-1872)

Giulio Regondi wurde in Genf geboren und galt als Wunderkind auf der Gitarre. Der gebürtige Schweizer, der ab 1831 in London lebte, hatte schon früh die Gelegenheit, in einigen renommierten Konzertsälen Europas aufzutreten. Dass er bereits in jungen Jahren eine hohe Anerkennung genoss, zeigt u. a., dass Fernando Sor 1831 dem damals neunjährigen Regondi eine Fantasie op. 46 mit dem Titel „Souvenir d’amitié“ widmete. Auch als Komponist machte er von sich reden, wenngleich Regondis Werk nach seinem Tod für lange Zeit in Vergessenheit geriet. Erst in den 1980er-Jahren wurde seine kompositorische Hinterlassenschaft wiederentdeckt und gilt seitdem als unverzichtbarer Bestandteil des romantischen Gitarrenrepertoires.

Rodrigo, Joaquín (1902-1999)

Der spanische Gitarrist und Komponist Joaquín Rodrigo, der im Alter von drei Jahren erblindete, erhielt 1925 den Staatspreis für sein kompositorisches Schaffen. Als Gitarrist unternahm er zahlreiche Konzertreisen nach Europa, die Türkei und nach Südamerika. Zu seinem kompositorischen Oeuvre, das vorzugsweise Elemente der spanischen Folklore enthält, gehören einige bedeutende Werke für Gitarre, von denen das „Concierto de Aranjuez“ für vier Gitarren und Orchester, die „Fantasía para un Gentilhombre“ sowie das „Concierto Madrigal“ für zwei Gitarren und Orchester zu den wohl bekanntesten zählen.

Sanz, Gaspar (1640-1710)

Der spanische Gitarrist, Organist und Komponist Gaspar Sanz erlernte das Gitarrenspiel in Neapel, wo er am Hofe des Königs den Organistenposten innehatte. 1674 gab er mit „Instrucción de música sobre la guitarra española y métodos de sus primeros rudimentos hasta tañer con destreza“ das erste bedeutende Lehrwerk für Barockgitarre heraus, welches er später noch zweimal überarbeiten bzw. ergänzen sollte. Es enthält neben musiktheoretischen und spieltechnischen Anweisungen eine Vielzahl von selbst komponierten Übungsbeispielen mit spanischen Tänzen und italienischen Melodien, die heute zum festen Repertoire der Gitarrenvirtuosen zählen.

Segovia, Andres (1893-1987)

Der spanische Gitarrist und Autodidakt konzertierte bereits in jungen Jahren in den Musikzentren der ganzen Welt. Viele zeitgenössische Komponisten wie Manuel Ponce, Federico Moreno Torroba oder Heitor Villa-Lobos schrieben eigens für Segovia Werke, die heute zum klassischen Gitarrenrepertoire gehören. Durch seine zahlreichen Bearbeitungen für Gitarre und seine neue Spieltechnik hatte er großen Einfluss auf die Entwicklung des klassischen Gitarrenspiels. Durch sein einzigartiges Spiel wurde er auf seinem Instrument zu einem der bedeutendsten Virtuosen des 20. Jahrhunderts.

Sor, Fernando (1778 – 1839)

Fernando Sor wurde in Barcelona geboren, verbrachte einige Zeit in Paris und übersiedelte dann 1815 nach London, wo er bis 1823 lebte und als Gitarrist und Komponist von Ballettmusik und Werken für Orchester, Klavier, Gesang und Gitarre große Erfolge feiern konnte. 1826 ließ der „Beethoven der Gitarre“ sich endgültig in Paris nieder und begann seine Gitarrenwerke sowie die „Méthode pour la guitare“ im Selbstverlag zu veröffentlichen. Während seine Opern, Ballette, Sinfonien, Walzer, Klaviersonaten und sakralen Werke heute in Vergessenheit geraten sind, gehören seine Kompositionen für Gitarre nach wie vor zum festen Bestandteil des Gitarrenunterrichts wie auch der Konzertprogramme.

Takemitsu, Toru (1930-1996)

Obwohl Toru Takemitsu in Tokio geboren wurde, verbrachte er die ersten Lebensjahre in China. Anfängliche Kompositionsversuche um 1947 waren zunächst autodidaktischer Natur, ein Jahr später begann er jedoch ein Kompositionsstudium bei Yasuji Kiyose. Ende der 50er-Jahre konnte Takemitsu mit seinem „Requiem“ (1957) den ersten internationalen Erfolg feiern, nachdem auch Igor Strawinsky diese Komposition als Meisterwerk tituliert hatte. Sind seine ersten Werke noch von der Zweiten Wiener Schule (insbesondere Schönberg, Berg und Webern) und der Französischen Schule (vor allem Debussy) beeinflusst, stand er bald allen avantgardistischen Techniken offen gegenüber. In vielen seiner Kompositionen setzte er auch die Gitarre mit in sein Instrumentarium ein. So schrieb er z. B. ein Stück für Flöte, Terzgitarre und Laute, ein anderes für Violine, Klarinette, Gitarre und elektrische Orgel mit zwei Piccolo sowie „Stanza“ für Gitarre, Harfe, Klavier und Vibrafon mit Frauenstimme.

Tárrega, Francisco (1854-1909)

Der spanische Gitarrist Francisco Tárrega, der als einer der Größten in der Geschichte der Gitarrenmusik gilt, erwarb 1869 bei dem spanischen Gitarrenbauer Antonio de Torres eine Gitarre, die sich durch eine moderne Form und eine auf 65 cm verlängerte Mensur von den bisherigen Instrumenten deutlich absetzte – und dadurch eine ungewöhnliche Lautstärke und Klangfülle hervorbrachte. Tárrega ist Begründer einer neuen Schule, der so genannten „neuen spanischen Gitarrenschule“: So führte er z. B. den Anschlag nur mit der Fingerkuppe ein, d. h. ohne Mitwirkung des Nagels. Diese Form der Klangerzeugung wurde zur Grundlage des zeitgenössischen spanischen Gitarrenspiels. Tárrega, der auch als „Chopin der Gitarre“ verehrt wurde, schuf ein umfangreiches kompositorisches Oeuvre für Gitarre, sei es an Originalwerken oder auch an Bearbeitungen, das bis heute zum festen Repertoire vieler Gitarristen gehört.

Torroba, Federico Moreno (1891-1982)

Der gebürtige Madrilene Federico Moreno Torroba widmete sich zunächst der Komposition sinfonischer Werke und wandte sich anschließend der operettenähnlichen Zarzuela sowie der Oper zu. Darüber hinaus schuf er im Laufe seines Lebens ungefähr hundert Kompositionen für Gitarre. Teilweise wurden diese Werke von dem berühmten Virtuosen Andrés Segoviaangeregt, aber auch andere Gitarristen beauftragten ihn, Stücke für sie zu komponieren. Stets atmen seine Werke den Geist spanischer Volksmusik.

Turina, Joaquín (1882-1949)

Turina trat bereits im Alter von 17 Jahren regelmäßig als Pianist, musikalischer Leiter und Interpret auch eigener Kompositionen in seiner Geburtsstadt Sevilla auf. Ab 1902 studierte er in Madrid bei dem Pianisten José Tragó. Dort lernte er auch seinen Landsmann und späteren Freund Manuel de Falla kennen. Von 1905 bis 1913 lebte Turina in Paris. Nach Abschluss seines Kompositionsstudiums kehrte er in sein Heimatland Spanien zurück und ließ sich 1914 in Madrid nieder, wo er als Dirigent, Pianist, Musikkritiker und Komponist wirkte. Neben Klavier- und Kammermusik umfasst sein kompositorisches Oeuvre eine Vielzahl an Liedern mit Klavier- oder Orchesterbegleitung, Sinfonische Dichtungen, Werke für Klavier und Orchester sowie Opern und Schauspielmusiken. Auch für Sologitarre schuf er – auf Anregung Andrés Segovias – einige interessante und nennenswerte Stücke.

Villa-Lobos, Heitor (1887-1959)

Der brasilianische Dirigent und Komponist Heitor Villa-Lobos ist der wohl bedeutendste Vertreter der lateinamerikanischen E-Musik-Szene. Nach dem frühen Tod seines Vaters wirkte er als Cellist in Kaffeehäusern und kleinen Orchestern. Um 1900 entstanden erste Kompositionen. 1923 verbrachte Villa-Lobos ein Jahr in Paris und gewann dort wichtige neue Eindrücke, die ihn zur Komposition einiger seiner bedeutendsten Werke inspirierten. Von 1927 bis 1930 hielt er sich erneut in Paris auf und erlangte als erster lateinamerikanischer Komponist fortan auch international große Anerkennung. Villa-Lobos schuf mehr als 1000 Kompositionen, darunter neben Opern, Orchester-, Chor- und Kammermusik u. a. ein Gitarrenkonzert und 12 Etüden für Gitarre. Seine Gitarrenwerke gehören zum Standardrepertoire für Solisten dieses Saiteninstruments.

Yepes, Narciso (1927-1997)

Der spanische Gitarrist Narciso Yepes (1927-1997) zählt neben Andrés Segovia, Manuel de Falla und Emilio Pujol zu den größten Gitarristen Spaniens. Der Schüler von Vicente Asensio pflegte intensven Kontakt zum Flamenco, um seine Technik und sein rhythmisches Spiel zu verbessern. Der Durchbruch gelang Yepes 1947 mit der Aufführung von Joaquín Rodrigos „Concierto de Aranjuez“. Er erweiterte in den folgenden Jahren die klanglichen Möglichkeiten seines Instruments und entschied sich 1964 für das Spiel mit einer zehnsaitigen Gitarre, um auch ursprünglich für Laute oder Vihuela geschriebene Stücke spielen zu können.

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