Kadenz
Produktdetails
Beschreibung
Ein Höhepunkt für Solistinnen und Solisten: Oscar Strasnoys Kadenz zu Ligetis Violinkonzert bündelt zentrale Motive des Werks zu einem virtuosen Parcours und führt den Solopart in ein spektakuläres Finale voller Brillanz, musikalischer Freiheit und Ausdruckskraft.
"Ich verfolgte die Pariser Premiere von Ligetis Konzert für Violine im Maison de la Radio gemeinsam mit meinem Orchestrationslehrer Gérard Grisey, der gleich nach dem Ende des Stücks zu mir sagte: „Das ist ein Meisterwerk, wir haben noch viel zu lernen.“ Das bestärkte mich in meiner Ahnung, dass ich soeben das großartigste konzertante Werk der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gehört hatte. Als Isabelle Faust mich bat, ihr dabei zu „helfen“, eine Kadenz für das Werk zu finden, ließ ich alles stehen und liegen und verbrachte eine Woche damit, das Werk erneut zu studieren und mir eine Kadenz im klassischen Sinne des Wortes einfallen zu lassen: ein Schnelldurchlauf des gesamten Werks, der einige Highlights übernimmt, eingerahmt von einem finalen Feuerwerk der Instrumente. Ligeti lässt dem In terpreten im entscheidenden Moment des Werks, nämlich ganz am Ende, Raum für virtuose Freiheit. Das ist eine Geste von bemerkenswertem Mut, der ich hoffentlich gerecht geworden bin."
– Oscar Strasnoy
Weitere Informationen
Prinzregententheater
Isabelle Faust, Violine · Musikalische Leitung: Enrico Onofri · Münchener Kammerorchester
Prinzregententheater
Isabelle Faust, Violine · Musikalische Leitung: Enrico Onofri · Münchener Kammerorchester
Prinzregententheater
Isabelle Faust, Violine · Musikalische Leitung: Enrico Onofri · Münchener Kammerorchester
Technische Details
Mehr aus dieser Reihe
Improvisierte, aber auch komponierte Solokadenzen, wie man sie vom Schluss einer Bravourarie und den Satzschlüssen von Instrumentalkonzerten kennt, gibt es seit dem späten 16. Jahrhundert. Sie geben dem Interpreten die Gelegenheit zu virtuoser Selbstdarstellung in Form des freien Spiels mit Themen und Motiven des vorangegangen Satzes. Meist beginnen Solokadenzen nach einem Innehalten des Orchesters auf einem Quartsextakkord, bevor der Solist mit dem verzögernden Einschub beginnt und schließlich auf der Dominante, meistens mit einem Triller, das freie Spiel wieder beendet. Waren Solokadenzen ursprünglich vom Komponisten zur Improvisation freigegeben, wurden sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts von vielen Komponisten häufig fest fixiert. Maßgeblich hierfür war vor allem der zunehmende Missbrauch, Kadenzen ohne Rücksicht auf Stil und Impetus des Werkes zur reinen Schaustellung losgelöster Virtuosität zu nutzen. So versagt Beethoven dem Pianisten in seinem 5. Klavierkonzert jegliche Freiheit, indem die auskomponierte Kadenz hier zum integralen, verbindlichen Bestandteil des Gesamtwerkes wird. Mit dieser bisher einmaligen Reihe stellt Schott Music Kadenzen zu bekannten Instrumentalkonzerten der Klassik und Romantik vor, komponiert von bedeutenden Tonsetzern und Solisten unserer Zeit.