Die tote Stadt
Produktdetails
Beschreibung
Die vorliegende Bearbeitung entstand in großer Bewunderung der unglaublichen Fähigkeiten des zum Zeitpunkt der Komposition nur 19-jährigen „Wunderkinds“ Erich Wolfgang Korngold.
Eine derart dichte Orchestrierung, die an manchen Stellen ca. 38 unterschiedliche Instrumente, bzw. Stimmen zählt, auf nur 5 Instrumente zu einer Kammermusikfassung zu reduzieren, war jedoch weniger kompliziert als es zunächst den Anschein hat. Korngold geht nämlich über weite Strecken von einem strengen 4-stimmigen Satz aus, wie er es wohl von vielen großen Komponisten gelernt hatte. Dieser wird an vielen Stellen auf geniale Weise verdoppelt oder sogar verdreifacht, was die ungeheure Magie der Musik ausmacht, die auch über den Text in der Vergangenheit zu schwelgen scheint.
Die Klangfarben der Orchestrierung Korngolds wiederzugeben ist sicherlich die größte Herausforderung bei der Interpretation dieser Arie in der Kammermusikfassung. Alle Melodien und auch die Begleitstimmen brauchen einen sehr intensiven Klang mit viel Vibrato, damit man die Zuhörer nichts vermissen lässt, insbesondere nicht die Gesangsstimme. Die Pizzicati in den Celli und der Bratsche sollten möglichst lange nachklingen, um den Klang der Harfe zu imitieren. Die Triolen-Achtel am Beginn in der 2. Violine werden im Original von einer Celesta gespielt, die einen glockenähnlichen Klang hat. Die hohe Stelle in der 1. Violine kurz vor der Reprise wird von der gesamten Gruppe der 2. Violinen gespielt. Auch eine kleine Genialität Korngolds, der sicherlich wusste, dass solche hohen Töne in der Gruppe 2. Violine wahrscheinlich automatisch mit mehr Distanz klingen würden als in der Gruppe der 1. Violine. Analog zum Text: „Es gibt noch eine Strophe, weiß ich sie noch?“. Dementsprechend sollte es auch sehr zart gespielt werden.
- Thomas-Michael Auner
Weitere Informationen
Hofburgkapelle
Daniel Auner, Violine; Cristian Ruscior, Violine; Gabriel Squizzato, Viola; Thomas-Michael Auner, Violoncello; Konstantin Zelenin, Violoncello