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Christopher Peter

Werk der Woche – Gerald Barry: Cello Concerto

Werk der Woche – Gerald Barry: Cello Concerto

“Cellissimo” nennt das RTÉ Concert Orchestra sein Konzert am 11. Mai 2022 im Freizeitzentrum Leasureland im irischen Galway. In dieser einzigartigen Verbindung aus Schwimmbad und Konzertsaal gibt es ein Zusammentreffen von Edward Elgars berühmtem Cellokonzert mit der Uraufführung von Gerald Barrys Cello Concerto. Der Galwayer Adrian Mantu ist Solist des neuen Werks, David Brophy dirigiert.

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Werk der Woche – Fazıl Say: Violin Concerto No. 2

Werk der Woche – Fazıl Say: Violin Concerto No. 2

Mit seinem ersten Violinkonzert „1001 Nacht im Harem“ hat der türkische Komponist Fazıl Say im Jahr 2007 eines der erfolgreichsten Konzertstücke unserer Zeit geschrieben. Nun folgt die Uraufführung seines Violin Concerto No. 2 „Frühlingsmorgen in den Tagen der Quarantäne“. Sie findet am 6. Mai im Konzerthaus Berlin statt. Friedemann Eichhorn (Violine) wird begleitet vom Konzerthausorchester Berlin unter Christoph Eschenbach.

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Werk der Woche – Thomas Larcher: The Living Mountain

Werk der Woche – Thomas Larcher: The Living Mountain

Ein Tiroler in Amsterdam: Ausgerechnet im flachsten Land Europas geht es in dieser Woche um das Bergsteigen. Das Akso|Schönberg Ensemble präsentiert am 30. April 2022 Thomas Larchers The Living Mountain für Sopran und Ensemble. Solistin bei der Uraufführung im Concertgebouw ist Sarah Aristidou, Gregory Charette dirigiert.

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Werk der Woche – Julian Anderson: Exiles

Werk der Woche – Julian Anderson: Exiles

Vertreibung und kulturelle Sehnsucht – laut Julian Anderson der Kern seines Werks Exiles für Sopran, Chor und Orchester. In fünf Sätzen thematisiert der Komponist verschiedene Arten des Ausschlusses und des Exils – vom Corona-Lockdown bis zum Nationalsozialismus. Grundlage sind französische, hebräische, englische und tschechische Texte sowie Zitate aus der Bibel. Uraufführung ist am 22. April 2022 in der Philharmonie Berlin. Robin Ticciati dirigiert den Rundfunkchor Berlin und das Deutsche Symphonie-Orchester. Solistin ist die australische Opernsängerin Siobhan Stagg. 

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Werk der Woche – Valentin Silvestrov: Gebet für die Ukraine

Werk der Woche – Valentin Silvestrov: Gebet für die Ukraine

Der Krieg in der Ukraine erschüttert die ganze Welt. Millionen Menschen müssen aus ihrer Heimat fliehen. Einer von ihnen ist der wohl bekannteste ukrainische Komponist Valentin Silvestrov, der im September seinen 85. Geburtstag feiern wird. Vier Tage lang dauerte die Flucht nach Berlin, wo der Komponist seit dem 8. März lebt und weiter komponiert. Sein 2014 komponiertes Gebet für die Ukraine wird aktuell weltweit in den Konzertsälen gespielt. 

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Werk der Woche – Peter Eötvös: Cziffra Psodia

Am 5. November wäre Georges Cziffra 100 Jahre alt geworden. Nach Liszt verkörperte wohl niemand das Ungarische in der Musik so wie er und keine exististierenden Werke waren anspruchsvoll genug für den legendären Klaviervirtuosen. 

An Cziffras Geburtstag gelangt Peter Eötvös’ neues Klavierkonzert Cziffra Psodia zur Uraufführung, um das Jubiläum zu feiern. Solist Janós Balász spielt mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France unter der Leitung von Mikko Franck im Budapester Konzerthaus MüPa. 
Das Klavierkonzert schrieb ich anlässlich des 100. Geburtstags von Georges Cziffra, den ich über eine familiäre Verbindung schon als Kind kennenlernen durfte. Cziffras ganzes Leben war zugleich von Erfolg und Tragödie begleitet. Er hatte ein rhapsodisches, dramatisches Leben. Genau diese Atmosphäre habe ich versucht, in meinem Klavierkonzert zu erzeugen. Der charakteristische metallische Rhythmus, der im ersten Satz zu hören ist, erinnert an die Arbeit im Steinbruch während seiner Gefangenschaft. Den späteren meditativen Zustand der Momente seines Rückzugs aus der Öffentlichkeit, komponierte ich in drei ruhigen Kadenzen. Jeder Satz endet mit einem kurzen Violinsolo, einer persönlichen Hommage. Peter Eötvös 

Am 7. November ist die französische Erstaufführung von Cziffra Psodia im Maison de la radio et de la musique in Paris zu erleben. Die schweizeischen und norwegischen Erstaufführungen folgen mit dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Stavanger Symphony Orchestra in 2022 und 2023. 

Foto: Tibor Bozi

Werk der Woche – Paul Dessau: Die Verurteilung des Lukullus

Am Montag, den 1. November 2021 wird die Oper Die Verurteilung des Lukullus von Paul Dessau in der Staatsoper Stuttgart aufgeführt. Das Werk ist zum ersten Mal in der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu sehen. Es inszeniert das Musiktheaterkollektiv "Hauen und Stechen" um Julia Lwowski und Franziska Kronfoth. Dirigent ist Bernhard Kontarsky, der seit 1969 der Staatsoper Stuttgart verbunden ist.

Die Oper von 1949 basiert auf dem Hörspiel Das Verhör des Lukullus von Bertolt Brecht, das der Dichter bereits im Jahr 1939 verfasste. Dessau und Brecht waren beide während der Nazi-Herrschaft im Exil gewesen und entschieden sich bei ihrer Rückkehr, sich in der Sowjetischen Besatzungszone niederzulassen. Im Jahr der Gründung der DDR arbeiteten sie gemeinsam am Libretto des "Lukullus", in dem sie ihre Kritik am Zweiten Weltkrieg und an jeglicher militärischer Expansion zum Ausdruck brachten. Wegen Dessaus moderner Tonsprache und weil den sozialistischen Machthabern die Kritik am ausbeuterischen Herrschermodell noch zu schwach erschien, gab es bereits während der Proben Auseinandersetzungen mit dem Produktionsteam. Die geschlossene Uraufführung am 17. März 1951 in Admiralspalast-Provisorium der Deutschen Staatsoper Berlin löste eine heftige Debatte aus. Erst nach Änderungen durch die beiden Autoren – unter anderem die Umbenennung der Oper von Das Verhör des Lukullus zu Die Verurteilung des Lukullus – wurden weitere Aufführungen zugelassen, sodass das Werk anschließend im Repertoire der Staatsoper gespielt wurde.

Lukullus bei Bertolt Brecht und Paul Dessau als Feldherr und Prahlhans


Zum Inhalt: Der römische Heerführer Lukullus wird – nach dem pompösen Staatsakt seiner Beerdigung – in der Schattenwelt zur Rechenschaft gezogen. Unter den Schöffen des Totengerichts befinden sich auch seine Opfer. So werden seine triumphalen Erfolge anders bewertet, als er es gewohnt war. Nicht seine Siege, sondern die Verluste bei seinen Feinden und in den eigenen Reihen werden ihm angerechnet. Das Urteil ist eindeutig: „Ins Nichts mit ihm!“

Bemerkenswert an der Partitur ist die Wahl der Instrumente. Dessau verzichtete auf Geigen und Bratschen und wählte dafür ein neunköpfiges Schlagwerk. Durch die Abwechslung von Bläser- und Percussionsklängen und den Einsatz der tiefen Streicher ergibt sich ein kontrastreiches und effektvolles Klangbild.
Dass ich den Lukullus mit Pauken und Trompeten einführe, hat nichts mit dem klassischen Klischee der Heldeneinführung gemein. Bei mir ist es parodistisch gemeint. Ich führe ihn mit Pauken und Trompeten ein, um zu sagen, jetzt kommt ein großer Prahlhans. (Paul Dessau)

Weitere Aufführungen sind in der Stuttgarter Staatsoper am 06./13./15./20. November geplant.

Werk der Woche – Anthony Davis: You Have the Right to Remain Silent

Aus eigener Erfahrung kennt Anthony Davis das Problem der überzogenen Polizeigewalt in den Vereinigten Staaten. In vielen seiner Werke greift er das Thema künstlerisch auf, 2020 erhielt er dafür den Pulitzer Price. Das Klarinettenkonzert You Have the Right to Remain Silent schildert seine frühe Erinnerung an eine aggressive Verkehrskontrolle und zitiert im Titel den Eröffnungssatz eines jeden Polizeiverhörs "Sie haben das Recht zu schweigen".

In vier Konzerten spielt das New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Dalia Stasevska das Stück ab dem 20. Oktober in der Alice Tully Hall New York, Solist ist Anthony McGill.

In den 1970er Jahren fuhr der Afro-Amerikanische Komponist Anthony Davis mit dem Auto Richtung Boston, um dort ein Konzert zu besuchen. Dabei wurde er von einem Polizisten angehalten:
Er hatte seine Sirene eingeschaltet und stoppte meinen Wagen. Ich wollte gerade aussteigen und ihn fragen, was denn los sein und dass ich nicht zu spät zu meinem Konzert kommen will. Doch als meine Frau sich umdrehte, sagte sie mir, ich solle besser sitzen bleiben, da der Polizist bereits mit seiner Waffe auf mich zielte. – Anthony Davis

Die Deutsche Erstaufführung von You Have the Right to Remain Silent wird am 13. November 2021 in der Siemens Villa Berlin mit der Berlin Academy of American Music stattfinden.

Seit einigen Monaten veröffentlicht Schott Music die Werke von Anthony Davis. Davis’ umfangreiches und breitgefächertes Œuvre, das Opern-, Orchester-, Kammermusik und
Chorwerke umfasst, hat ihn zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten im heutigen amerikanischen Musikleben gemacht. Große Beachtung genießt er ebenfalls als Jazz-Pianist und Leiter des Ensembles Episteme, mit dem er seit den 1980er-Jahren zusammenarbeitet.

Fotos: N. Cepeda, Aldeca Productions / Adobe Stock

Werk der Woche – Joseph Schwantner: Violin Concerto

Am Freitag, dem 15. Oktober 2021 gelangt das Concerto for Violin and Orchestra von Joseph Schwantner zur Uraufführung. Interpreten bei der Veranstaltung in der Orchestra Hall Detroit sind der Geiger Yevgeny Kutik und das Detroit Symphony Orchestra unter der Leitung von Leonard Slatkin.

Es ist das erste als Violinkonzert bezeichnete Werk des 78-jährigen amerikanischen Komponisten. Frühere Werke für Violine und Orchester betitelte er mit The Poet's Hour... und Angelfire. Ersteres diente als Ausgangpunkt für das neue, mit rund 30 Minuten Spieldauer auslandend angelegte Konzert:
Die Entstehungsgeschichte des Violinkonzerts begann ursprünglich als eine Art kurzes Zwiegespräch für Violine und Streicher. Es wurde vom Seattle Symphony in Auftrag gegeben, um meinen Freund Gerard Schwarz, der das Orchester lange geleitet hatte,  feierlich in den Ruhestand zu verabschieden. Ich hatte immer geplant, die Musik später als Teil eines größeren Werks für Violine und Orchester zu erweitern und neu zu interpretieren. Als Gerard die Musik mit seinem All-Star-Orchester und dem Geiger Yevgeny Kutik aufführte, war ich von Yevgenys meisterhafter und nuancierter Darbietung begeistert. Er bringt einen dramatischen und emotionalen Bogen mit einer beeindruckenden Technik und einer fesselnden musikalischen Persönlichkeit zusammen. Seine Sicht auf das Stück blieb mir beim Komponieren des Konzerts im Ohr. (Joseph Schwantner)

Am Tag 16. Oktober ist eine weitere Aufführung an gleicher Stätte zu erleben, beide Konzerte werden auch im Live-Stream übertragen