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Jörg Widmann

Jörg Widmann

Herkunftsland: Deutschland
Geburtstag: 19. Juni 1973

in Kürze

Bunte Blätter
24. Januar 2026 | Kansas City, MO (Vereinigte Staaten von Amerika) , Folly Theatre
Oktett
Orchester: Israeli Chamber Project Ensemble
24. Januar 2026 | Haifa (Israel) , Rappaport Hall

Über Jörg Widmann

Wer der Musik Jörg Widmanns zum ersten Mal begegnet, ist von ihrer Unmittelbarkeit und Intensität überrascht. Die Musik stürzt nicht selten wie ein Katarakt auf den Hörer ein, sie ist maßlos in ihrer überschäumenden Virtuosität oder in ihrer unendlichen Traurigkeit. (Markus Fein)

Jörg Widmann wurde am 19. Juni 1973 in München geboren. Er absolvierte ein Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik in München bei Gerd Starke, später bei Charles Neidich an der Juilliard School in New York (1994-1995). Zusätzlich begann er im Alter von elf Jahren, Kompositionsunterricht bei Kay Westermann zu nehmen. Im Anschluss setzte er seine Studien bei Wilfried Hiller und Hans Werner Henze (1994-1996) sowie bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Karlsruhe (1997-1999) fort. Als Klarinettist gilt Widmanns große Passion der Kammermusik. Er musiziert regelmäßig mit Partnern wie Daniel Barenboim, Tabea Zimmermann, Heinz Holliger, András Schiff, Kim Kashkashian und Hélène Grimaud. Aber auch als Solist in Orchesterkonzerten feiert er im In- und Ausland regelmäßig Erfolge. Kompositionskollegen widmeten Widmann mehrere Werke: 1999 brachte er im Rahmen der musica viva-Konzerte die "Musik für Klarinette und Orchester" von Wolfgang Rihm zur Uraufführung; 2006 spielte er mit dem WDR Sinfonieorchester "Cantus" von Aribert Reimann, 2009 beim Lucerne Festival die Uraufführung von Heinz Holligers "Rechant". Von 2001 bis 2015 war Jörg Widmann Professor für Klarinette an der Freiburger Hochschule für Musik und ab 2009 erhielt er hier eine zusätzliche Professur für Komposition. Seit 2017 bekleidet er einen Lehrstuhl an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin. Widmann war von 2017 bis 2021 Chefdirigent des Irish Chamber Orchestra. 2023 wurde er Associated Conductor des Münchner Kammerorchesters sowie Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie.

Im Zentrum seines Kammermusikschaffens stehen die Streichquartette: das I. Streichquartett (1997), gefolgt vom Choralquartett (2003/2006) und dem 2003 durch das Arditti Quartett uraufgeführten Jagdquartett. 2005 wurde die Werkreihe mit dem IV. Streichquartett (uraufgeführt durch das Vogler Quartett) und dem fünften Streichquartett mit Sopran Versuch über die Fuge, (uraufgeführt von Juliane Banse und dem Artemis Quartett) komplettiert. Die fünf Streichquartette sind als großer Zyklus gedacht, jedes einzelne spürt auf neue Weise einer traditionellen Satzform nach. Das von Anne Sophie Mutter in Auftrag gegebene sechste Streichquartett Studie über Beethoven (2019) eröffnete einen zweiten fünfteiligen Quartettzyklus, der sich mit der Quartettkunst Ludwig van Beethovens auseinandersetzt. Das Artemis Quartett hob 2020 das Streichquartett Nr. 7 (Beethoven Studie II) aus der Taufe, die Beethovenstudien III (Streichquartett Nr. 8) und V (Cavatina)  wurden 2022 vom Juilliard String Quartet uraufgeführt.

Für großes Orchester hat Widmann eine Trilogie über die Transformation vokaler Formen auf instrumentale Besetzungen komponiert. Sie besteht aus den Werken Lied (2003/2007), Chor (2004) und Messe (2005). Eine weitere mehrteilige Reihe bilden die Stücke Labyrinth (2005), Zweites Labyrinth (2006) und Drittes Labyrinth (2013/2014) sowie das 2022 von Håkan Hardenberger und dem Gewandhausorchester Leipzig unter Andris Nelsons uraufgeführte Trompetenkonzert Towards Paradise (Labyrinth IV). Die Stücke beziehen sich jeweils auf die mit dem Labyrinth assoziierten Erfahrungen von Raumwahrnehmung und der Suche nach Orientierung. 2007 hoben Christian Tetzlaff und die Junge Deutsche Philharmonie Widmanns Violinkonzert aus der Taufe. Im selben Jahr wurde Armonica für Orchester von Pierre Boulez und den Wiener Philharmonikern uraufgeführt: Unter Verwendung der sphärischen Klangfarben einer Glasharmonika lässt Widmann das Orchester zu einem homogen atmenden Ton- und Geräuschkörper heranwachsen. Als Hommage an Beethoven folgte Con brio, uraufgeführt durch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Mariss Jansons. In seinem Flötenkonzert Flûte en suite stellt Widmann der virtuosen Flötenstimme in acht Suitensätzen spielerisch jeweils eine Orchestergruppe entgegen. Franz Welser-Möst leitete 2011 die Uraufführung mit dem Solisten Joshua Smith und dem Cleveland Orchestra. Für den Pianisten Yefim Bronfman schrieb Widmann das Klavierkonzert Trauermarsch. Es wurde im Dezember 2014 mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Simon Rattle uraufgeführt. Im Viola Concerto, das im November 2015 vom Orchestre de Paris und dem Solisten Antoine Tamestit aus der Taufe gehoben wurde, wie auch im Violinkonzert Nr. 2 (2018) für Carolin Widmann 2018 lotet Widmann die vielfältigen Klangmöglichkeiten des Instruments auf einzigartige Weise aus. 

Drei Musiktheaterprojekte weisen Widmann als außergewöhnlichen Bühnenkomponisten aus: Die Oper Das Gesicht im Spiegel wurde von der Zeitschrift Opernwelt zur bedeutendsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt. Am Anfang (2009) ist das Ergebnis einer in dieser Art einmaligen Zusammenarbeit zwischen einem bildenden Künstler und einem Komponisten; Widmann kreierte das Werk gemeinsam mit Anselm Kiefer und dirigierte die Uraufführung anlässlich der 20-Jahrfeier der Pariser Opéra Bastille. Sein jüngstes Musiktheaterwerk Babylon (2011/12) entstand im Auftrag der Bayerischen Staatsoper, dessen Neufassung (2019) im Auftrag der Staatsoper Unter den Linden Berlin. Widmann und der hier erstmalig als Librettist in Erscheinung tretende Peter Sloterdijk interpretieren in ihrem musikdramatischen Gesamtkunstwerk den Mythos Babylon neu.

Widmann erhielt für seine kompositorischen Leistungen zahlreiche Preise: den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung (1998), den Schneider-Schott-Musikpreis, den Paul-Hindemith-Preis (beide 2002), den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung, den Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele (beide 2003) sowie den Arnold-Schönberg-Preis (2004). Im Jahr 2006 wurde Widmann der Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie der Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker verliehen. 2009 erhielt er den Elise L. Stoeger Prize der Lincoln Center Chamber Music Society, New York, 2013 den Musikpreis des Heidelberger Frühlings und den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Sinfonik, 2018 wurde er mit dem Robert Schumann-Preis der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und dem Bayerischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet, 2021 mit dem Musikpreis München, 2023 den Hamburger Bach-Preis. Er ist Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz sowie der Königlich Schwedischen Musikakademie. Er war Composer in Residence beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, beim Cleveland Orchestra, bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival, an der Kölner Philharmonie sowie am Wiener Konzerthaus und bei den Berliner Philharmonikern.

Werkliste

Chronologie

1973
Geboren am 19. Juni in München
ab 1984
Kompositionsunterricht bei Kay Westermann in München
ab 1986
Klarinettenstudium an der Hochschule für Musik München
1994-95
Klarinettenstudium bei Charles Neidich an der Juilliard School of Music New York
1994-96
Kompositionsstudium bei Hans Werner Henze und Wilfried Hiller in München
1997
Bayerischer Staatspreis für junge Künstler
1997-99
Kompositionsstudium bei Heiner Goebbels und Wolfgang Rihm in Karlsruhe
1999
Belmont-Preis für zeitgenössische Musik der Forberg-Schneider-Stiftung
2001–2015
Professur für Klarinette an der Hochschule für Musik Freiburg i. Br.; ab 2009 auch Professur für Komposition
2001
Louis-Spohr-Medaille der Stadt Seesen
2002
Schneider-Schott-Musikpreis Mainz
2002
Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein
2003
Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung
2003
Ehrenpreis der Münchner Opern-Festspiele
2003
"Das Gesicht im Spiegel" wird von der Zeitschrift "Opernwelt" zur wichtigsten Uraufführung der Spielzeit 2003/04 gewählt
2004
Composer in Residence bei den Salzburger Festspielen
2004
Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin
2005
Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste München
2006
Kompositionspreis des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für "Zweites Labyrinth“ (Donaueschinger Musiktage)
2006
Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker
2007
Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg
2007
Musikpreis der Christoph und Stephan Kaske-Stiftung
2007
Mitglied der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste
2008
Arbeitsaufenthalt in Dubai, gefördert vom Siemens Arts Program
2009
Komponistenporträt der Kölner Philharmonie
2009
Composer in Residence beim Lucerne Festival
2009
Elise L. Stoeger Prize der Lincoln Center Chamber Music Society, New York
2009/10
Porträt-Reihe am Wiener Konzerthaus
2009-11
Daniel R. Lewis Young Composer Fellow des Cleveland Orchestra
2010
Verleihung der Marsilius-Medaille der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
seit 2011
Principal Guest Conductor und Artistic Partner beim Irish Chamber Orchestra
2012
"Making Music: Jörg Widmann" in der Carnegie Hall, New York
2012
Komponistenporträt im Rahmen der "Auftakt"-Veranstaltungen an der Alten Oper Frankfurt
2013
Musikpreis des Heidelberger Frühling
2013
Deutscher Musikautorenpreis der GEMA in der Kategorie Sinfonik
2013
Premio una vita nella musica giovani in der Kategorie Komposition
2014
Artist in Residence beim Storioni Festival in Eindhoven (NL)
2014
Artiste étoile beim Mozartfest in Würzburg
2014
Composer in Residence beim Musikfestival Grafenegg
2014
Composer & Artist in Residence beim Rheingau Musikfestival
2015
Komponistenporträt des Philharmonischen Staatsorchesters Mainz
2016
Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
2017–2021

Chefdirigent des Irish Chamber Orchestra

2017
Lehrstuhl an der Barenboim-Said-Akademie Berlin
2018
Robert Schumann-Preis für Musik und Dichtung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz
2018
Bayerischer Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
2019
Richard and Barbara Debs Composer's Chair at Carnegie Hall
2019
OPUS KLASSIK als "Komponist des Jahres" für das Oratorium ARCHE
2021
Musikpreis der Stadt München
2021

Würth-Preis der Jeunesses Musicales Deutschland

2023

Ehrendoktorwürde der Universität Limerick

2023

Bach-Preis Hamburg

2023

Composer in Residence der Berliner Philharmoniker 2023/2024

2023

Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie auf drei Jahre

2023

Associated Conductor des Münchener Kammerorchesters

2023

Erster Gastdirigent der NDR Radiophilharmonie

2024

Mitglied der Königlich Schwedischen Musikakademie in Stockholm

2025
Ernennung zum Präsidenten der Internationalen Max-Reger-Gesellschaft (IMRG)
2026
Künstlerischer Leiter der Lucerne Festival Academy

Artikel

Aufführungen

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    24. Januar 2026 | Kansas City, MO (Vereinigte Staaten von Amerika) , Folly Theatre
  • Oktett
    Orchester: Israeli Chamber Project Ensemble
    24. Januar 2026 | Haifa (Israel) , Rappaport Hall
  • Con brio (Reduzierte Fassung)
    Musikalische Leitung: Aziz Shokhakimov
    Orchester: Bochumer Symphoniker
    25. Januar 2026 | Bochum (Deutschland) , Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Großer Saal
  • 4. Streichquartett
    25. Januar 2026 | Berlin (Deutschland) , Barenboim-Said Akademie, Pierre Boulez Saal
  • Hornkonzert
    Musikalische Leitung: Kristiina Poska
    Orchester: Luzerner Sinfonieorchester
    29. Januar 2026 | Luzern (Schweiz) , Kultur und Kongresszentrum — nationale Erstaufführung
  • Oktett
    Orchester: Israeli Chamber Project Ensemble
    31. Januar 2026 | Tel Aviv (Israel) , Museum of Art, Recanatti Hall
  • Con brio
    Musikalische Leitung: Kaspar Mänd
    Orchester: Tallinna Kammerorkester
    7. Februar 2026 | Tallinn (Estland) , Estonia Kontserdisaal — nationale Erstaufführung
  • Versuch über die Fuge
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Bamberger Symphoniker
    13. Februar 2026 | Fürth (Deutschland) , Stadttheater
  • Paraphrase
    13. Februar 2026 | Fürth (Deutschland) , Stadttheater
  • Versuch über die Fuge
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Bamberger Symphoniker
    13. Februar 2026 | Fürth (Deutschland) , Stadttheater
  • Andante
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Bamberger Symphoniker
    13. Februar 2026 | Fürth (Deutschland) , Stadttheater
  • Versuch über die Fuge
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Bamberger Symphoniker
    14. Februar 2026 | Fürth (Deutschland) , Stadttheater
  • Paraphrase
    14. Februar 2026 | Fürth (Deutschland) , Stadttheater
  • Versuch über die Fuge
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Bamberger Symphoniker
    14. Februar 2026 | Bamberg (Deutschland) , Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
  • Andante
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Bamberger Symphoniker
    14. Februar 2026 | Bamberg (Deutschland) , Konzerthalle, Joseph-Keilberth-Saal
  • Jagdquartett
    Musikalische Leitung: Ivana Pristasová Zaugg
    Orchester: Ensemble KONSTELLATION
    26. Februar 2026 | Innsbruck (Österreich) , Haus der Musik — nationale Erstaufführung
  • Con brio
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Royal Scottish National Orchestra
    27. Februar 2026 | Edinburgh (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Usher Hall
  • Con brio
    Musikalische Leitung: Jörg Widmann
    Orchester: Royal Scottish National Orchestra
    28. Februar 2026 | Glasgow (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Glasgow Royal Concert Hall
  • Trauermarsch
    Musikalische Leitung: Han-Na Chang
    Orchester: Symphoniker Hamburg
    22. März 2026 | Hamburg (Deutschland) , Elbphilharmonie, Großer Saal
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