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Willy Schneider

Herkunftsland: Deutschland
Geburtstag: 15. Oktober 1907
Todestag: 24. November 1983

Über Willy Schneider

Am 15. Oktober 1907 wurde Willy Schneider in Kirchheim/Teck geboren. Der Vater Wilhelm war dort städtischer Musikdirektor, die Mutter Vroni war Geigerin. Beide Eltern gaben zu Hause bis in die Abendstunden Instrumentalunterricht, und so wuchsen Willy und seine drei Geschwister wie selbstverständlich in das aktive Musizieren hinein. Zu seinen liebsten Erinnerungen gehörte, daß er schon mit 9 Jahren vom Ratsturm seiner Heimatstadt blasen durfte. Für die vom Vater dirigierte Stadtkapelle hatte er die Rolle des Lückenfüllers, wenn irgendwo bei den zahlreichen Anlässen ein Musiker fehlte.

Nach Abschluß der Oberrealschule folgten zwei Jahre als Ensemblemusiker, in denen sich Willy Schneider die finanziellen Voraussetzungen zum Musikstudium in Duisburg schuf. Ein 5jähriges Stipendium ermöglichte ihm dann die Fortsetzung in Stuttgart, wo er Komposition und Dirigieren studierte. 1935 ließ er sich in Stuttgart als Privatmusiklehrer nieder und heiratete im selben Jahr die Pianistin Friedl Pröhl, mit der ihn bis zu ihrem Tod auch eine 33 Jahre dauernde wertvolle künstlerische Zusammenarbeit verband.

Kriegsdienst und Gefangenschaft brachten für ihn wie für fast alle Menschen dieser Generation bittere Erfahrungen, jedoch überstand er diese Zeit glücklicherweise ohne gesundheitliche Schäden, und schon 1945 begann er seinen pädagogische Arbeit wieder - nun mit dem Schwerpunkt auf dem bläserischen Amateurmusizieren.

Hatte er schon vor dem Krieg den kleinen Musikverein Notzingen geleitet, für den er eines der ersten originalen Blasmusikwerke für Amateure komponierte (die Suite „Notzinger Dorfmusik") gründete er 1949 die Werkkapelle der Papierfabrik Scheufelen in Oberlenningen, die in Süddeutschland bald als Musterkapelle hinsichtlich ihrer Besetzung, Probenarbeit, Ausbildung und Leistungen galt. 21 Jahre war Schneider Leiter der Werkkapelle und der angeschlossenen Werkmusikschule. In dieser Zeit entstand die später oft komponierte „Chorische Bläserschule" und viele Stücke für das Spiel in kleinen Gruppen, denn er hatte als einer der ersten erkannt, daß in den Schulungsgruppen sehr oft geeignete Spielstücke fehlen.

Die frühen 50iger Jahre sind auch die Zeit, in der er die Schulen für Klarinetten, Horn, Tenorhorn, Trompete und Posaune schuf, deren methodischen Ansätze für die damalige Zeit einzigartig waren. 1953 wurde Schneider als Leiter der Fachschule für Bläser an das Hochschulinstitut für Musik in Trossingen berufen, wo er 21 Jahre lehrte.

Von 1954 bis 1959 war er Jugendleiter des Deutschen Volksmusikerbundes.
Über 400 Lehrgänge hat Willy Schneider im In- und Ausland geleitet. 1954 war als Kompendium der Bläserschulung sein „Handbuch der Blasmusik" und das ursprünglich als Anhang gedachte „Was man über Musik wissen muß" in einer kleinen Broschüre erschienen.

Ende 1961 wurde er in Anerkennung seiner Verdienste um das Amateurmusizieren zum Professor ernannt. Schneider war zu einer Schlüsselfigur der Blasmusik geworden.

1968 starb nach schwerer Krankheit seine erste Frau. 1970 heiratete er Christa Vogel, und 1973 kam der Sohn Christian zur Welt. Im gleichen Jahr erlitt Willy Schneider einen Herzinfarkt, der nur sehr schwer überwunden werden konnte und weitere schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich zog, die seine tatkräftige Frau tapfer mit ihm ertrug. Am 24. November 1983 starb Willy Schneider im Krankenhaus seiner Geburtsstadt und wurde in Oberlenningen beigesetzt.

Über all dieser rastlosen pädagogischen und organisatorischen Arbeiten könnte man meinen, der Komponist sei etwas zu kurz gekommen. Die großen Besetzungen für Streichorchester oder Blasorchester sind tatsächlich in der Minderzahl und teils für bestimmte Anlässe geschrieben. Schneider hat sich bevorzugt der Kammermusik zugewandt. In seinem Werkverzeichnis finden sich 11 Werke für Blockflöte, 13 für Querflöte - einem von ihm besonders geliebten Instrument -, 4 für Oboe, 18 für Klarinette, 2 für Fagott, 6 für Horn, 14 für Trompete und 8 für Posaune, daneben 19 für Bläsergruppen.

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