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Gustav Mahler

Gustav Mahler

Herkunftsland: Österreich
Geburtstag: 7. Juli 1860
Todestag: 18. Mai 1911

Über Gustav Mahler

Gustav Mahler, österreichischer Komponist und Dirigent, bedeutender Dirigent und Sinfoniker der Spätromantik.

Leben:
Mahler studierte in Wien am Konservatorium u.a. bei Robert Fuchs (*1847, 1927) und privat bei Anton Bruckner. Nach Stationen in Bad Hall, Laibach, Olmütz, Wien und Kassel kam er 1885 als 2. Kapellmeister an das deutsche Landestheater in Prag, 1886 in gleicher Position nach Leipzig und leitete (in Vertretung von Arthur Nikisch) ein halbes Jahr die dortige Oper. 1888 wurde er Operndirektor in Budapest und 1891 erster Kapellmeister am Hamburger Stadttheater. Als Gastdirigent wirkte er 1897 u.a. in Polen und Russland. 1897 wurde Mahler zunächst Kapellmeister, dann Direktor der Wiener Hofoper, die er auf eine bis dahin unerreichte künstlerische Höhe führte. 18981901 leitete er auch die Philharmonischen Konzerte. 1902 heiratete er Alma Maria Schindler (Mahler-Werfel, Alma). Im Herbst 1907 ging Mahler als Kapellmeister an die Metropolitan Opera in New York und übernahm 1909 zusätzlich die musikalische Direktion der New York Philharmonic Society.

Werk:
Mahler wirkte als Dirigent durch seine Orchesterdisziplin und die strenge Werktreue seiner Interpretationen richtungweisend u.a. auf Willem Mengelberg, Bruno Walter und Otto Klemperer. In seiner Eigenschaft als Operndirektor leitete er zahlreiche Neuerungen ein, u.a. konzentrierte Probenarbeit mit Sängern und Chor. Auch wurde (v.a. in Zusammenarbeit mit dem Maler und Grafiker Alfred Roller) eine grundlegende Reform der szenischen Präsentation und eine neuartige Einheit von Inszenierung, Dekoration und musikalischer Ausdeutung erreicht. Im Hinblick auf eine Steigerung ihrer Bühnenwirksamkeit hat Mahler auch einige Werke (z.B. Carl Maria von Webers Opern »Die drei Pintos«, »Euryanthe« und »Oberon« sowie Mozarts »Die Hochzeit des Figaro«) neu bearbeitet.
In seinem Liedschaffen knüpft Mahler musikalisch v.a. an Schubert an. Als literarische Vorlage verwendete er bis 1899 vorwiegend Texte aus der von Achim von Arnim und Clemens Brentano herausgegebenen Sammlung »Des Knaben Wunderhorn«, anschließend Gedichte von Friedrich Rückert. Die Melodik wird von einer Tendenz zu dramatischer Expressivität, die Begleitung durch symbolisch und psychologisch nuancierte Ausdrucksqualität bestimmt. Dabei geht volksliedhafte Schlichtheit eine enge Verbindung mit hoher Differenziertheit ein. Viele Lieder liegen in Fassungen für Klavier und für Orchester vor.
Der enge Zusammenhang von Lied und sinfonischem Werk bei Mahler zeigt sich darin, dass er Lieder in seine ersten Sinfonien eingefügt hat (auch in instrumentaler Umformung), so »Lieder eines fahrenden Gesellen« in die 1.Sinfonie und »Wunderhorn-Lieder« in die 2.bis 4.Sinfonie. Während die vom Lied ausgehende instrumentale Technik auf Schubert zurückgeht, verweist die Einbeziehung vokaler Partien in die Sinfonie (außer in den Sinfonien 14 auch in der Sinfonie Nr.8) und in das »Lied von der Erde« auf Beethoven (9.Sinfonie). Die Weitung der einzelnen Sinfoniesätze, die Ausdehnung des sinfonischen Rahmens bis zur Siebensätzigkeit, die Anlage der dynamischen Scherzosätze und die affektiven Steigerungen bei Satzschlüssen lassen Bruckners Vorbild erkennen. In den programmatischen Erläuterungen, die Mahler seinen Sinfonien z.T. beilegte, griff er eine von Hector Berlioz' Programmmusik ausgehende Entwicklungslinie wieder auf. Auch wenn Mahler diese Erklärungen später wieder zurückzog, verweisen sie doch auf den gedankenmusikalischen und bekenntnishaften Charakter seiner Musik, die durch eine Verbindung sehr unterschiedlicher stilistischer Elemente gekennzeichnet ist.
Die Melodik reicht von volksliedhaft schlichten, z.T. absichtlich die Banalität nicht scheuenden Phrasen, häufig als Kontraste zu dramatischeren Abschnitten und als solche von einer nur scheinbaren »Naivität«, bis zu höchst kunstvollen Gebilden, von lyrischer Verhaltenheit bis zu hohem Pathos, das ironisierend kommentiert werden kann. In der Harmonik stehen neben traditioneller Diatonik polyphone und fugierte Passagen, Pentatonik und chromatische Stimmführung bis an die Grenzen der Atonalität. Die subtile Instrumentation wird der Monumentalität der Sinfonik (v.a. der »Sinfonie der Tausend«) ebenso gerecht wie dem Kammerstil des Spätwerks. Viele dieser heterogenen Züge weisen Mahlers Kompositionen als Werke einer Übergangszeit zwischen Romantik und Avantgarde aus. Sosehr sie auf die Tradition zurückverweisen, so stark haben sie auf harmonisch-melodische Gestaltungsmittel der Neuen Musik (v.a. Arnold Schönberg, Alban Berg und Anton Webern) gewirkt.
Werke:
Sinfonien: Nr.1 D-Dur (188488, 1892 und 1894 als »Titan« nach Jean Paul aufgeführt, später wieder ohne Titel und Programm); Nr. 2 c-Moll (188894, für Sopran, Alt, gemischten Chor und Orchester); Nr. 3 d-Moll (189396, für Alt, Frauenchor, Knabenchor und Orchester); Nr. 4 G-Dur (18991901, für Sopran und Orchester); Nr. 5 cis-Moll (1901/02); Nr. 6 a-Moll (1903/04); Nr. 7 e-Moll (1904/05); Nr. 8 Es-Dur (1907, für 3 Sopran, 2 Alt, Tenor, Bariton, Bass, Knabenchor, 2 gemischte Chöre und Orchester, mit den Teilen: Hymnus »Veni, creator spiritus« und Schlussszene aus Goethes »Faust II«, »Sinfonie der Tausend« genannt); Das Lied von der Erde (1908/09, Sinfonie für Tenor, Alt, Bariton und Orchester, nach chinesischen Gedichten in der Übertragung von Hans Bethge); Nr. 9 D-Dur (1908/09); Nr. 10 Fis-Dur (Fragment: Adagio, 1910, »Purgatorio« als Partiturentwurf und drei weitere Sätze als Particell sowie Skizzen erhalten, Rekonstruktion u.a. von Deryck Cooke).
Orchesterlieder: 4 Lieder eines fahrenden Gesellen (188385, nach eigenen Texten); Lieder aus »Des Knaben Wunderhorn« (188899); Kindertotenlieder (190104, nach Friedrich Rückert); Sieben Lieder aus letzter Zeit (18991902).
Chorwerk: Das klagende Lied (187880, Neufassungen 1892 und 1898, für Sopran, Alt, Tenor, gemischten Chor und Orchester, Text von Mahler nach Märchen von Ludwig Bechstein und den Brüdern Grimm).
Klavierlieder: Lieder und Gesänge aus der Jugendzeit (1880-90).

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