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Erwin Schulhoff

Erwin Schulhoff

Herkunftsland: Tschechische Republik
Geburtstag: 8. Juni 1894
Todestag: 18. August 1942

in Kürze

Hot-Sonate
Musikalische Leitung: Daniel Gauthier
Orchester: Rangsit University Orchestra
13. Juli 2024 | Rangsit (Thailand) , University Muang Pathum Thani
Suite
Musikalische Leitung: Vinzenz Praxmarer
Orchester: Divertimento Viennese
20. Juli 2024 | Salzburg (Österreich) , Mozarteum

Über Erwin Schulhoff

Die Kunst an sich ist der Ausdruck gesteigerter menschlicher Sehnsucht, das Kunstwerk als solches die Explosion eines gesteigerten Empfindens. Absolute Kunst ist Revolution. (Erwin Schulhoff)

Erwin Schulhoff wurde am 8. Juni 1894 in Prag geboren. Durch eine Empfehlung von Antonín Dvořák wurde er bereits als Zehnjähriger in die Klavierklasse des Prager Konservatoriums aufgenommen. Im Jahr 1906 setzte er seine Studien in Wien (bei Willy Thern), 1908 in Leipzig (Klavier bei Robert Teichmüller, Musiktheorie bei Stephan Krehl, Komposition bei Max Reger) und 1911 in Köln (Lazzaro Uzielli, Carl Friedberg, Franz Bölsche, Ewald Sträßer, Fritz Steinbach) fort. Nach den Kriegsjahren in der Österreichischen Armee lebte er bis 1924 in Deutschland. Hier interessierte er sich vor allem für die radikalen Richtungen der Avantgarde, für Dadaismus und Jazz, wurde aber auch von Impressionismus, Expressionismus und Neoklassizismus beeinflusst. Mit Alban Berg entwickelte sich ein reger Briefwechsel. Der brillante Pianist Schulhoff galt als Spezialist für die Vierteltonmusik von Alois Hába. Zurück in Prag wurde Schulhoff als Nachfolger von Max Brod Musikreferent beim Prager Abendblatt. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung und seiner Hinwendung zum Kommunismus (u.a. vertonte er das Kommunistische Manifest) konnte er nach 1933 seine Karriere im faschistischen Deutschland nicht fortsetzen. Die für Berlin geplante Erstaufführung der Oper Flammen wurde verhindert. In den 1930er Jahren vollzog Schulhoff eine künstlerische Wende: An die Stelle eines sinfonischen Jazz traten Sinfonien im Stil des sozialistischen Realismus. In scharfem Kontrast dazu stand seine Tätigkeit als Jazzpianist für die Abteilung des Prager Rundfunks in Ostrava. Nachdem Schulhoff 1941 die Sowjetische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, galt er durch die deutsche Kriegserklärung an die Sowjetunion plötzlich als Bürger eines Feindstaates. Am 23. Juni 1941 wurde er in Prag interniert und schließlich in das Konzentrationslager Wülzburg bei Weißenburg in Bayern deportiert, wo er am 18. August 1942 an Tuberkulose starb.

Mit der Einspielung von Kammermusikwerken Schulhoffs durch Gidon Kremer 1988 begann die breite Wiederentdeckung des Prager Komponisten. Werke wie die 5 Stücke (1923), das Divertimento für Streichquartett (1914) und verschiedene Sonaten in unterschiedlichen Besetzungen zeigen Schulhoffs außergewöhnliche Vorstellungskraft für die Klangcharakteristika einzelner Instrumente. Gerade in den kleinbesetzten Werken ist die Begeisterung des Komponisten für Formen der Groteske, der Satire und des Dadaismus zu hören. In Die Wolkenpumpe für Bariton, vier Blasinstrumente und Schlagzeug (1922) vertont Schulhoff Texte des Dada-Lyrikers Hans Arp. Den drei Vortragsstücken Bassnachtigall für Kontrafagott aus dem Jahr 1922 hat der Komponist selbst einen Text in der provozierenden Form hinzugefügt, wie sie in den berüchtigten Dada-Radau-Konzerten üblich war: „Der göttliche Funke kann wie in einer Leberwurst auch in einem Kontrafagott vorhanden sein“.

Schulhoff gehörte zu den Komponisten, die als erste das Potential der durch den Jazz beeinflussten Tanzmusikformen für die ernste Musik erkannten. Werke wie das Jazz-Oratorium H.M.S. Royal Oaks (1930), die Hot-Sonate für Altsaxophon und Klavier (1930) und die Tanzgroteske Die Mondsüchtige (1925), die mit den zu ihrer Entstehungszeit provokativen Satzbezeichnungen Ragtime, Tango, Shimmy und Jazz aufwartet, gehören heute zu den bekanntesten Werken des Komponisten. In seiner Oper Flammen (1929/32) zeigt sich Schulhoff als ernster Komponist der großen Form. In einer Mozart-Hommage ganz anderer Art wird – nach dem deutschen Libretto von Max Brod – Don Juan zu einem Getriebenen seiner eigenen Sehnsüchte: Mann und Frau, Leben und Tod, Hoffnung und Resignation sind die Pole, zwischen denen sich auch die musikalische Struktur entwickelt.

Aufgrund seiner exzellenten Studienleistungen erhielt Schulhoff 1913 den Wüllner-Preis. Außerdem gewann er zweimal den Felix-Mendelssohn-Preis: als Pianist 1913, als Komponist 1918.

Werkliste

Artikel

Aufführungen

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  • Hot-Sonate
    Musikalische Leitung: Daniel Gauthier
    Orchester: Rangsit University Orchestra
    13. Juli 2024 | Rangsit (Thailand) , University Muang Pathum Thani
  • Suite
    Musikalische Leitung: Vinzenz Praxmarer
    Orchester: Divertimento Viennese
    20. Juli 2024 | Salzburg (Österreich) , Mozarteum
  • Rondo und Capriccio
    Musikalische Leitung: Roman Brogli-Sacher
    Orchester: Neue Lausitzer Philharmonie
    30. August 2024 | Görlitz (Deutschland) , Theater
  • Lustige Ouvertüre
    Musikalische Leitung: Markus Huber
    Orchester: Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
    19. September 2024 | Gotha (Deutschland) , Kulturhaus
  • Lustige Ouvertüre
    Musikalische Leitung: Markus Huber
    Orchester: Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
    20. September 2024 | Eisenach (Deutschland) , Landestheater, Großes Haus
  • Die Mondsüchtige
    Musikalische Leitung: Annalena Hösel
    Orchester: Jewish Chamber Orchestra Hamburg
    28. September 2024 | Hamburg (Deutschland) , Rolf-Liebermann-Studio
  • Suite
    Musikalische Leitung: Vinzenz Praxmarer
    Orchester: Divertimento Viennese
    3. Oktober 2024 | Gmunden (Österreich)
  • Rondo und Capriccio
    Musikalische Leitung: Roman Brogli-Sacher
    Orchester: Neue Lausitzer Philharmonie
    1. März 2025 | Zittau (Deutschland) , Theater
  • Rondo und Capriccio
    Musikalische Leitung: Roman Brogli-Sacher
    Orchester: Neue Lausitzer Philharmonie
    4. März 2025 | Görlitz (Deutschland) , Theater
  • Rondo und Capriccio
    Musikalische Leitung: Roman Brogli-Sacher
    Orchester: Neue Lausitzer Philharmonie
    5. März 2025 | Hoyerswerda (Deutschland) , Lausitzhalle
  • Rondo und Capriccio
    Musikalische Leitung: Roman Brogli-Sacher
    Orchester: Neue Lausitzer Philharmonie
    6. März 2025 | Bautzen (Deutschland) , Deutsch-Sorbisches Volkstheater
  • Rondo und Capriccio
    Musikalische Leitung: Roman Brogli-Sacher
    Orchester: Neue Lausitzer Philharmonie
    7. März 2025 | Görlitz (Deutschland) , Theater
  • Konzert
    Musikalische Leitung: Simão Francisco
    Orchester: Ensemble de Sopros AFCL
    19. November 2923 | Leiria (Portugal) , Teatro José Lúcio da Silva
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