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Don Banks

Don Banks

Herkunftsland: Australien
Geburtstag: 25. Oktober 1923
Todestag: 5. September 1980

Über Don Banks

Don Banks fing in den vierziger Jahren als Student in Australien mit dem Komponieren an, aber nur das Trio für Flöte, Violine und Cello (1948) wurde öffentlich aufgeführt, bevor er das Melbourne University Conservatorium verließ, um seine Karriere in Europa voranzutreiben. Nach Studien bei Seiber und Dallapiccola ließ er sich in London nieder, um sich dort einen Namen zu machen; er begann mit Four Pieces for Orchestra (1953), die 1954 von Sir Adrian Boult mit dem London Philharmonic Orchestra uraufgeführt wurden. In seinem Kommentar über Banks' orchestralen Stil schreibt Roger Covell in seinem Werk von 1967 zur Geschichte der australischen Musik: "Seine Beherrschung des Orchesterkörpers und die unfehlbare Logik seiner musikalischen Konstruktion waren seinen Komponistenkollegen und vielen professionellen Musikern wohlbekannt." In seinen Londoner Jahren, die bis Anfang der Siebziger andauerten, schrieb Banks zwei weitere große Orchesterwerke, das Horn Concerto (1965) und das Violin Concerto (1968), beide das Ergebnis prestigeträchtiger Kompositionsaufträge. In jenen Jahren komponierte er auch eine beträchtliche Anzahl von Kammermusik- und Instrumentalwerken, bei deren Komposition ihm jeweils bestimmte Interpreten vorschwebten. Unter diesen sind insbesondere Pezzo Dramatico (1956), das für die Pianistin Margaret Kitchin geschrieben wurde, und das Horn Trio (1962) für seine australischen Landsleute Barry Tuckwell (für den er das Horn Concerto schrieb), der Violinist Brenton Langbein und die Pianistin Maureen Jones zu nennen. Nach dem Tod seines früheren Lehrers Matyas Seiber im Jahr 1960 widmete Banks ihm seine Sonata da Camera (1961) zu dessen Gedenken (und verwendete für das Werk dieselbe Besetzung wie Seiber für sein Portrait of an Artist as a Young Man). Wie William Mann in der Musical Times (August 1968) anmerkte, wird der Einfluss von Banks' anderem Lehrer, Dallapiccola, besonders deutlich in Banks' instrumentaler Handwerkskunst, dank derer kein Ton verstärkt werden muss, weil er sonst nicht zu hören ist, und jede Klangfarbe genau in dem Maße beiträgt, das erforderlich ist, damit sie wahrgenommen wird. Dallapiccola muss Don Banks auch in dem Glauben bestärkt haben, dass ein Komponist als Mensch schreiben muss und nicht in einem Elfenbeinturm leben darf: Musik handelt von Leuten, die jetzt, in diesem Moment aktiv leben. Obwohl weder der Unterricht von Seiber noch der von Dallapiccola tatsächliche Übungen in serieller Musik beinhaltete, war Banks doch fasziniert von den Möglichkeiten für die Anwendung dieser Techniken auf ihre Musik. Dieser starke Einfluss lag seinem Werk während all seiner Londoner Jahre zugrunde. Doch es gab auch Raum für Abwechslung. So schrieb er die Soundtracks zu vielen Filmen und einige populäre Bearbeitungen, darunter Five North Country Songs (1953-54) für die Sopranistin Sophie Wyss. Eine andere offensichtliche Beschäftigung, die Abwechslung brachte, nämlich hin zu den Jazzstilen, mit denen er in Melbourne aufgewachsen war, begann 1963 mit der ersten seiner Equations für Kammer- und Jazzmusiker, entwickelte sich aber zu einem ganz eigenständigen Strang in seinem Schaffen. Sein Interesse offenbarte sich am "klassischsten" in seiner kreativen Partnerschaft mit der Jazzsängerin Cleo Laine und ihrem Mann John Dankworth in Settings from Roget (1966) und Three Short Songs (1971). Doch "Crossover"-Werke zwischen Klassik und Jazz wurden sogar noch wichtiger, wie z.B. Meeting Place (1970) und Nexus (1971) für Sinfonieorchester und Jazzquartett und Take Eight (1973) für Jazz- und Streichquartett. Ein weiterer Beweis für Banks' Interesse an der "Crossover"-Komposition sind die Vielzahl von Werken für Orchester und Kammerensemble, mit Live-Elektronik oder Tonband. Darunter befinden sich die treffend betitelten Intersections (1969) für elektronische Klänge und Orchester, Commentary (1971) für Klavier und Tonband und Limbo (1971) für 3 Sänger, 8 Instrumente und Tonband zu einem Text seines ebenfalls im Ausland lebenden Landsmanns, des australischen Dichters Peter Porter. Nach fünf außerordentlich produktiven und erfolgreichen Jahren (1968-1972) kehrte Banks für immer nach Australien zurück und beendete damit seine 20jährige Abwesenheit. Anlässlich seiner Rückkehr wurde ein neues Orchesterwerk, Prospects, uraufgeführt, das für die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Oper von Sydney im Jahre 1973 in Auftrag gegeben worden war. Zusammen mit der Trilogy für Orchester, die ein Jahr vor seinem Tod geschrieben wurde (und später mit Hilfe seines Kollegen, des Komponisten David Lumsadaine, zur Veröffentlichung gebracht wurde), und dem String Quartet (1975) gehörte es zu den letzten "traditionellen" Instrumentalstücken, die er geschrieben hat. In Vokalwerken wie Walkabout (1972) für Kinderstimmen und Instrumente, dem elektronischen jazzinspirierten Benedictus (1976) und An Australian Entertainment (1979) setzte Banks weiterhin sein lebenslanges Interesse um, Musik von unmittelbarer Anziehungskraft und Nützlichkeit, oftmals für junge Interpreten, zu schreiben. Aber seine letzten Jahre waren auch angefüllt mit ernsthafter Forschung und Untersuchungen der Möglichkeiten elektronischer Musik. Neben einer Reihe von Tonband-Stücken finden sich Beweise seiner Arbeit auf diesem Gebiet nicht in seinem eigenen Werkverzeichnis, sondern in den Verzeichnissen seiner zahlreichen Studenten am Conservatorium of Music in Sydney und an der Canberra School of Music.

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