Hans Werner Henze (Komponist:in) | Claudio Monteverdi (Komponist:in) | Giacomo Badoaro (Textdichter)
Il ritorno d'Ulisse in patria
von Claudio Monteverdi (Venedig 1641), Dichtung von Giacomo Badoaro
Freie Rekonstruktion von Hans Werner Henze
Ausgabe: Aufführungsmaterial
Produktdetails
Beschreibung
Die Oper spielt auf der Insel Itaka, der Heimat des Odysseus, und schildert in dreizehn Bildern die aus dem 13. bis 23. Gesang der Homerschen Odyssee bekannten Ereignisse um die verzögerte Rückkehr des Helden Odysseus, zehn Jahre nach Ende des Trojanischen Krieges. Sie folgt dabei dem Ablauf, wie er bei Homer beschrieben wird. Der Handlungsbogen spannt sich von der Klage der Penelope und der Schilderung ihrer Versuche, die geforderte Heirat mit einem der zahlreichen Freier, die sie bedrängen, aufzuschieben, über die Telemach-Episoden, in denen Telemach und Odysseus sich als Vater und Sohn wiedererkennen und die Eumaios-Szenen, in denen der Schäfer Eumaios dem Odysseus auf vielfältige Weise hilft, bis zum Finale im Palast des Odysseus. Dort kann Odysseus, zunächst unerkannt als Bettler aufgenommen, die Freier töten und schließlich seine Gattin Penelope wieder in die Arme schließen.
"Mein Griechenlandgefühl, mein Griechenlandbild ist wahrscheinlich mehr von Hölderlin und Monteverdi als von Homer und Badoaro bestimmt. Ich denke, dass viel Italien in dieser Musik ist, viel von dem Land, in dem griechische Philosophie und Kunst über die Renaissance hinaus bis in den heutigen Tag Lebendigkeit und Wirksamkeit haben und das Leben der Menschen beeinflussen, mehr als ihnen bewusst sein mag. Es konnte also für mich keine Rede davon sein, bei der Rekonstruktion der Ulisse-Partitur historisierend vorzugehen, vorsichtig tastend und mich zurückhaltend: die Wiener und die Venezianer Manuskripte (beide nicht einmal in Monteverdis Handschrift) enthalten bekanntlich nur die Singstimmen und den Bass. Ganze Stücke fehlen, Musik zu mehreren Szenen ist verlorengegangen (z.B. der Mohrentanz, der Totenzug der Fischer, die Auftrittsmusik für Neptun). Für mich konnte es sich nur darum handeln, eine Monteverdi-Musik mir vorzustellen, mir einzubilden: vom Klang des Orchesters, der Stimmen und der Atmosphäre, das kulturelle Klima des Premierenabends im Herbst 1641 im San Cassiano Theater in Venedig vermittels meiner Phantasie zu berichten, als sei ich dabeigewesen, und dies Gehörte und Erlebte gewissermaßen auf unsere heutigen räumlichen und instrumentalen Klangverhältnisse zu übertragen (und auf unsere heutigen Hörgewohnheiten) und das Stück in seiner alten Ursprünglichkeit und Lebendigkeit aufleuchten zu lassen. Dabei berufe und beziehe ich mich immer auf Monteverdis Schriften und auf die im Ulisse-Fragment vorhandenen und damit vorgegebenen melodischen, rhythmischen und harmonischen Gestalten und Ideen."
"Mein Griechenlandgefühl, mein Griechenlandbild ist wahrscheinlich mehr von Hölderlin und Monteverdi als von Homer und Badoaro bestimmt. Ich denke, dass viel Italien in dieser Musik ist, viel von dem Land, in dem griechische Philosophie und Kunst über die Renaissance hinaus bis in den heutigen Tag Lebendigkeit und Wirksamkeit haben und das Leben der Menschen beeinflussen, mehr als ihnen bewusst sein mag. Es konnte also für mich keine Rede davon sein, bei der Rekonstruktion der Ulisse-Partitur historisierend vorzugehen, vorsichtig tastend und mich zurückhaltend: die Wiener und die Venezianer Manuskripte (beide nicht einmal in Monteverdis Handschrift) enthalten bekanntlich nur die Singstimmen und den Bass. Ganze Stücke fehlen, Musik zu mehreren Szenen ist verlorengegangen (z.B. der Mohrentanz, der Totenzug der Fischer, die Auftrittsmusik für Neptun). Für mich konnte es sich nur darum handeln, eine Monteverdi-Musik mir vorzustellen, mir einzubilden: vom Klang des Orchesters, der Stimmen und der Atmosphäre, das kulturelle Klima des Premierenabends im Herbst 1641 im San Cassiano Theater in Venedig vermittels meiner Phantasie zu berichten, als sei ich dabeigewesen, und dies Gehörte und Erlebte gewissermaßen auf unsere heutigen räumlichen und instrumentalen Klangverhältnisse zu übertragen (und auf unsere heutigen Hörgewohnheiten) und das Stück in seiner alten Ursprünglichkeit und Lebendigkeit aufleuchten zu lassen. Dabei berufe und beziehe ich mich immer auf Monteverdis Schriften und auf die im Ulisse-Fragment vorhandenen und damit vorgegebenen melodischen, rhythmischen und harmonischen Gestalten und Ideen."
Orchesterbesetzung
2 Altfl. (2. auch Bassfl.) · 2 (auch Picc.) · 1 · Ob. d'am. · 2 Engl. Hr. (2. auch Heckelphon) · 2 · 2 Bassklar. (2. auch Kb.-Klar.) · 4 (4. auch Kfg.) - 4 · 2 Piccolotrp. · 2 · 2 · 2 Basspos. · 0 - P. S. (Fingerzimb. · Schellentr. · Tomt. · Mil. Tr. · Basstumba · gr. Tr. · Loo-jon · Metallpl. · chin. Gongs · Glsp. · Vibr. · Marimba · Bass-Metallophon · Röhrengl.) (4 Spieler) - Git. · E-Git. · Bassgit. · Tenorbanjo · Mand. · Hfe. · Cel. · Akk. (od. Harm. od. Org.) · Klav. - Str. (0 · 0 · Va. d'am. · 7 · 8 · 6)
Personenbesetzung
Minerva · Sopran - La Fortuna · Sopran - Amor · heller Sopran - Juno · Mezzosopran - Melantho, Dienstmagd der Penelope · Mezzosopran - Euriclea, Amme des Odysseus · Mezzosopran - Penelope, Frau des Odysseus · Alt - Jupiter · Tenor - Telemach, Sohn des Odysseus · Tenor - Pisandros, Freier der Penelope · Tenor - Anfinomos, Freier der Penelope · Tenor - Eurymachos, Freier der Penelope · Tenor - Eumaios, Hirte, Sklave des Odysseus · Tenor - Iros, ein ungeschickter Anhänger der Freier · Tenor - Odysseus · Bariton - Neptun · Bass - Antinoos, Freier der Penelope · Bass - Die menschliche Zerbrechlichkeit · Kontratenor oder Mezzosopran - Die Zeit · Bass - Chor im Himmel
Weitere Informationen
Titel:
Il ritorno d'Ulisse in patria
von Claudio Monteverdi (Venedig 1641), Dichtung von Giacomo Badoaro
Freie Rekonstruktion von Hans Werner Henze
Sprache:
Italienisch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1981
Spieldauer:
190 ′0 ′′
Uraufführung:
11. August 1985 · Salzburg (A)
Felsenreitschule
Salzburger Festspiele 1985
Musikalische Leitung: Jeffrey Tate · ORF-Symphonieorchester; Ensemble Spinario · Tölzer Knabenchor
Inszenierung: Michael Hampe · Kostüme: Mauro Pagano · Bühnenbild: Mauro Pagano · Choreographie: Marise Flach
(szenisch)
Felsenreitschule
Salzburger Festspiele 1985
Musikalische Leitung: Jeffrey Tate · ORF-Symphonieorchester; Ensemble Spinario · Tölzer Knabenchor
Inszenierung: Michael Hampe · Kostüme: Mauro Pagano · Bühnenbild: Mauro Pagano · Choreographie: Marise Flach
(szenisch)
Technische Details
Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 2097-01
Hersteller:
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Aufführungen
Il ritorno d'Ulisse in patria
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Il ritorno d'Ulisse in patria
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Musikalische Leitung: Jeffrey Tate
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Il ritorno d'Ulisse in patria
Salzburger Festspiele 1987
Musikalische Leitung: Jeffrey Tate
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Musikalische Leitung: Jeffrey Tate
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Il ritorno d'Ulisse in patria
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Musikalische Leitung: Bruno Bartoletti
Orchester: Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino
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Il ritorno d'Ulisse in patria
Maggio Musicale Fiorentino 1987
Musikalische Leitung: Bruno Bartoletti
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Il ritorno d'Ulisse in patria
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18.00 h
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Musikalische Leitung: Jeffrey Tate
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Il ritorno d'Ulisse in patria
Salzburger Festspiele 1985
Musikalische Leitung: Jeffrey Tate
Orchester: ORF-Symphonieorchester; Ensemble Spinario
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18.00 h
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Salzburger Festspiele 1985
Musikalische Leitung: Jeffrey Tate
Orchester: ORF-Symphonieorchester; Ensemble Spinario
18. August 1985 |
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18.00 h
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