Black sun
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Beschreibung
In seinem 22-minütigen Liederzyklus Black Sun vertont Alexander Raskatov sieben Gedichte von Ossip Mandelstam – eindringliche Miniaturen voll existenzieller Angst, metaphysischer Dunkelheit und flüchtiger Hoffnung. Raskatov widmete das Werk Irina Schostakowitsch, der Witwe Dmitri Schostakowitschs, mit der ihn eine langjährige persönliche Freundschaft verband: „Wie oft hat sie mir am Telefon Gedichte – auch von Mandelstam – auswendig vorgetragen.“
Die gewählten Texte durchmessen extreme emotionale Register: vom albtraumhaften Pomogi, gospo über das grotesk verzerrte Scherzo Ni gomori nikomu bis zur fast mystischen Erleuchtung in O, kak zhe ja hochu. Das Finale, Zhil Alexander Herzovich, ist eine einfache Liedzeile – und zugleich ein hasidischer Tanz, in dem alles zu verschwinden scheint.
Raskatovs musikalische Umsetzung verlangt von der dramatischen Sopranstimme höchste Virtuosität, vokale Flexibilität und große Ausdrucksbreite. Auch die Klavierstimme oszilliert zwischen motorischer Energie und feinnerviger Transparenz – ein Duo von radikaler Intensität.
Die Uraufführung fand am 29. Juni 2024 im Rahmen der Internationalen Schostakowitsch Tage Gohrisch statt: mit Elena Vassilieva (Sopran) und Nathalia Milstein (Klavier).
Inhalt
I. Помоги, Господь / Pomogi, Gospod’
full of nightmare
II. Не говори никому / Ni govori nikomu
a sort of ‘trembling’ scherzo
III. Твоим узким плечам / Tvoim uzkim plecham
the poet compares himself with a black candle
IV. О небо, небо / O nebo, nebo
full of metaphysical melancholy
V. Кама / Kama
the poet describes how he was transferred by a boat to the prison in the town called Cherdyn. I feel a real horror through the prism of Russian folklore.
VI. О, как же я хочу / O, kak zhe ja hochu
a sudden light. Desire of the poet who flies after a ray to disappear in light, and not to be seen by anybody.
VII. Жил Александр Герцович / Zhil Alexander Gerzovich
Finally all vanishes into a simple song, at the same time a kind of a Hasidic dance.