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Igor Strawinsky

Igor Strawinsky

Herkunftsland: Russland
Geburtstag: 17. Juni 1882
Todestag: 6. April 1971

in Kürze

Der Feuervogel (L'Oiseau de feu / The Firebird)
Musikalische Leitung: Jerzy Maksymiuk
Orchester: Sinfonia Varsovia
9. April 2026 | Warszawa (Polen) , Filharmonia Narodowa, Sala Koncertowa
Symphonie in drei Sätzen
Musikalische Leitung: Dima Slobodeniouk
Orchester: Bergen Filharmoniske Orkester
10. April 2026 | Bergen (Norwegen) , Grieghallen

Über Igor Strawinsky

Erste Bedingung einer guten Kunst ist immer und vor allem eine gute Machart. On doit posséder l'objet [Man muss sein Metier beherrschen]. Verdächtig ist nur das Ungenaue. (Igor Strawinsky)

Igor Strawinsky wurde am 17. Juni 1882 in Oranienbaum (dem heutigen Lomonossov) bei St. Petersburg geboren. Er entstammte einer musikalischen Familie: Der Vater, Fjodor Strawinsky, zählte zu den bedeutendsten Opernsängern des zaristischen Russlands. Neben einer humanistischen Schulbildung erhielt Strawinsky Klavier-, Harmonielehre- und Kompositionsstunden und zeigte bald eine auffallende Begabung zur Improvisation. Anschließend studierte er bis 1905 Rechtswissenschaften, nahm jedoch weiterhin parallel Musikunterricht. Von 1905 bis 1908 wurde Nikolaj Rimskij-Korsakov sein Kompositionslehrer. Mit Feu d’artifice (1908) beeindruckte Strawinsky den Leiter des Russischen Balletts in Paris, Sergej Diaghilew, der ihn für Orchestrierungsarbeiten verpflichtete und schließlich 1909 die Feuervogel-Musik in Auftrag gab. Von 1910 bis 1914 lebte und komponierte Strawinsky abwechselnd auf seinem Landgut Ustilug (Wolhynien) und in Clarens (Schweiz). In dieser Zeit entstand Le Sacre du Printemps (1913), dessen Uraufführung in Paris einen Theaterskandal auslöste. Vor allem die als "barbarisch" empfundene Rhythmik wirkte schockierend und revolutionär zugleich. Mit Beginn des Kriegs 1914 zog sich Strawinsky ganz in die Schweiz zurück, wo er bis 1920 lebte.

Anschließend übersiedelte er nach Frankreich und stand in lebhaftem Kontakt mit führenden Pariser Künstlern (Claude Debussy, Maurice Ravel, Eric Satie, Pablo Picasso, André Gide und Jean Cocteau). 1934 wurde er französischer Staatsbürger. Bereits 1935/36 veröffentlichte er seine Erinnerungen ("Chroniques de ma vie“) und entfaltete eine rege Tätigkeit als Dirigent und Pianist. Zu Beginn des zweiten Weltkriegs hielt Strawinsky an der amerikanischen Harvard University seine viel zitierte Vorlesungsreihe "Poétique musicale" (erschienen 1942) und entging auf diese Weise der Besetzung Frankreich. 1939 ließ er sich ganz in den USA nieder, sechs Jahre später wurde ihm die amerikanische Staatsbürgerschaft verliehen. 1957 besuchte er zum ersten Mal die Donaueschinger Musiktage und leitete dort eine konzertante Aufführung seines Balletts Agon. Er entwickelte Interesse an der seriellen Musik und ihren jungen Vertretern Pierre Boulez und Karlheinz Stockhausen. Nach seiner Rehabilitierung in der nachstalinistischen UdSSR konnte er ab 1962 seine Heimat Russland wieder besuchen. Strawinsky starb am 6. April 1971 in New York.

Die Pariser Premiere von L’oiseau de feu am 25. Juni 1910 geriet für den jungen, aufstrebenden Komponisten zum Sensationserfolg. Strawinsky avancierte zum Ballettkomponisten par excellence. Mit Werken wie Pas de deux (1921), Jeu de cartes (1936), den Scènes de Ballet (1938) und den dazugehörigen Konzertsuiten begründete er seinen Weltruhm. Strawinskys Kompositionen zeichnen sich durch ihre kurzgliedrige, oft nur aus wenigen Tönen gebildete Melodik, ihre charakteristische asymmetrische Rhythmik und ihr enges Verhältnis zum Tanz aus. Der ästhetische Impuls besteht in einem klassizistischen Formbewusstsein und einer entschieden gegen die "unendliche Melodie" Wagners gerichtete Antiromantik. Gegenüber den frühen Balletten zeigen die in der Schweiz bis 1920 komponierten Werke einen veränderten Stil. In dem zusammen mit dem Dichter Charles Ferdinand Ramuz geschaffenen Bühnenwerk L’histoire du soldat (1918) reduziert Strawinsky die musikalischen Mittel und Formen auf ein ästhetisches Minimum, teilweise unter Verwendung von Jazz-Elementen. Zu den in Amerika entstandenen Werken gehören die Symphonie en Ut (1940), die Danses concertantes (1941-42), das Scherzo à la Russe (1944) und die Symphony in three Movements(1945). Jene Orchesterwerke zeigen Strawinsky auf dem Höhepunkt seiner neoklassizistischen Schaffensphase. Historische Vorlagen werden mittels Fragmentierung und Verfremdung in neuartige Klangzusammenhänge gebracht. In den Werken ab 1950 finden sich auch Experimente mit seriellen Techniken.

Strawinsky wurde vielfach geehrt, unter anderem erhielt er 1959 als erster Preisträger den Léonie-Sonning-Musikpreis sowie 1963 den Wihuri-Sibelius-Preis. Ebenfalls 1959 bedachte ihn seine US-amerikanische Exilheimat mit einem Stern auf Hollywoods Walk of Fame. Die Ehrendoktorwürde der Rutgers Universität in New Jersey erhielt er 1967. 1983 wurde auf dem Pariser "Place Igor Strawinski“ neben dem Centre Pompidou der "Strawinsky-Brunnen“ eingeweiht, dessen 16 Skulpturen verschiedene Werke des Komponisten repräsentieren.

Werkliste

Chronologie

1882
Geboren am 17. Juni in Oranienbaum (heute Lomonossow) bei St. Petersburg
1901
Beginn des Studiums der Rechtswissenschaften in St. Petersburg
1908-08
Privatunterricht bei Nikolaj Rimskij-Korsakow in Instrumentation und Analyse
1905
Abschluss des juristischen Staatsexamens
1909
Nach der Uraufführung des "Feu d'artifice" Bekanntschaft mit Sergei Diaghilev und Beginn der Freundschaft und langjährigen Zusammenarbeit mit den Ballets Russes
1910
Uraufführung des Balletts "L'Oiseau de feu" in Paris durch die Ballets Russes
1913
Die Uraufführung von "Le sacre du printemps" in Paris löst einen Skandal aus.
1914
Übersiedlung nach Clarens, Schweiz
1918
Erste kompositorische Auseinandersetzung mit dem Jazz
1920
Übersiedlung nach Frankreich und Beginn seiner "neoklassischen" Schaffensperiode
Pablo Picasso entwirft für das Ballett "Pulcinella" Kostüme und Bühnenbild.
1924
Debüt als Pianist mit seinem eigenen Klavierkonzert
1925
Erste Konzerttournee durch die Vereinigten Staaten
1926
Beginn der Zusammenarbeit mit Jean Cocteau
1931
Zusammenarbeit mit dem Geiger Samuel Dushkin beim "Concerto en ré", aus der eine langjährige Freundschaft entsteht
1934
Annahme der französischen Staatsbürgerschaft
1939-40
Vorlesungsreihe "Poétique musicale" an der Harvard University, Boston
1944
Uraufführung des "Scherzo à la Russe" im amerikanischen Rundfunk (Blue Network)
1945
Annahme der amerikanischen Staatsbürgerschaft
1948
Erste Begegnung mit Robert Craft, dem späteren Assistenten und Freund
ab 1950
Erprobung serieller Kompositionstechniken
1951
Erste Europatournee seit dem Kriegsende
Uraufführung der Oper "The Rake's Progress" in Venedig
1959
Auszeichnung mit dem ersten dänischen "Léonie-Sonning-Musikpreis" und Konzertreisen nach Ost-Asien und Europa
1960
Auszeichnung mit einem Stern auf dem "Walk of Fame" in Hollywood
1961
Erster Besuch der russischen Heimat seit der Auswanderung
1963
"Wihuri-Sibelius-Preis" für herausragende Komponisten
1967
Ehrendoktorwürde der Rutgers Universität, New Jersey
1971
Gestorben am 6. April in New York
1987
Posthumer "Grammy Award" für das Lebenswerk

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Aufführungen

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    Musikalische Leitung: Jerzy Maksymiuk
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    10. April 2026 | Bergen (Norwegen) , Grieghallen
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    Musikalische Leitung: Martin Lill
    Orchester: Hannoversche Orchestervereinigung
    11. April 2026 | Hannover (Deutschland) , NDR, Großer Sendesaal
  • Der Feuervogel (L'Oiseau de feu / The Firebird)
    Musikalische Leitung: Valentin Uryupin
    Orchester: Symphonieorchester Vorarlberg
    11. April 2026 | Feldkirch (Österreich) , Montforthaus
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    Orchester: Trondheim Symfoniorkester
    16. April 2026 | Trondheim (Norwegen) , Olavshallen
  • Concerto in Es
    Musikalische Leitung: Maria Włoszczowska
    Orchester: Tapiola Sinfonietta
    16. April 2026 | Espoo (Finnland) , Tapiolasali
  • Der Feuervogel (L'Oiseau de feu / The Firebird)
    Musikalische Leitung: Shi-Yeon Sung
    Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
    16. April 2026 | Sevilla (Spanien) , Teatro de la Maestranza
  • Circus Polka
    Musikalische Leitung: Michelle Merrill
    Orchester: Orchestre National d'Ile de France
    16. April 2026 | Plaisir (Frankreich) , Théâtre Espace Coluche
  • Jeu de cartes - Ein Kartenspiel
    Musikalische Leitung: Zoe Zenioda
    Orchester: Norrlandsoperans Symfoniorkester
    17. April 2026 | Umeå (Schweden) , Norrlandsoperan
  • Danses concertantes
    Musikalische Leitung: Paul Taubitz
    17. April 2026 | Wiesbaden (Deutschland) , Hessisches Staatstheater, Großes Haus
    daraus: IV. Satz "Pas de deux"
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    Musikalische Leitung: Shi-Yeon Sung
    Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
    17. April 2026 | Sevilla (Spanien) , Teatro de la Maestranza
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    Musikalische Leitung: Michelle Merrill
    Orchester: Orchestre National d'Ile de France
    17. April 2026 | Paris (Frankreich) , Philharmonie, Grande salle Pierre Boulez
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    Orchester: Kamerorkest Pulcinella
    17. April 2026 | Amsterdam (Niederlande) , De Duif
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    Musikalische Leitung: Shi-Yeon Sung
    Orchester: Real Orquesta Sinfónica de Sevilla
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    Orchester: Kamerorkest Pulcinella
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