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Planet der Verliebten

Utopische Revue
Libretto von Heinz Kahlow und Gerd Natschinski
Edition: Matériel d'exécution
Type de produit
Matériel en location / d'exécution

Détails du produit

Description

Dies ist eine Zukunftsstory, in der scheinbar erst einmal nichts zu stimmen scheint. Weiß doch die Wissenschaft heute ganz genau, dass alle früheren Spekulationen über Leben in unserem Sonnensystem falsch waren – nichts ist. Aber in diesem Stück wird das frevelhaft negiert. Mars und Merkur sowie der Mond sind schon bewohnt im Jahr 4008, und kurz nach Beginn des Musicals wird auch die Venus „eröffnet“, als was wohl?

Nun, der Titel sagt es ja. Warum so unrealistisch? Tja, die Au­toren wollen das Publikum und auch die „Macher“ im Theater in eine sehr, sehr ferne Zukunft locken, um recht heiter mit Problemen umgehen zu können, die doch sehr von heute sind –  wobei sie sich von vornherein erst einmal durch die geschilderten Phantastereien unglaubwürdig machen, damit ja keiner auf die Idee kommt, diese Story bierernst zu betrachten. Denn die Gefahr ist da – es geht darum, welche Rolle spielt die Arbeit in unserem Leben, die Liebe selbstverständlich auch, was immer man auch früher, heute, übermorgen unter beidem verstehen mag. Also, die Arbeit – da stehen die Autoren Wissenschaft und Realität schon sehr viel näher. Oder kann noch jemand übersehen, dass der rapide technische Fortschritt weniger Arbeiter braucht als früher, sodass Arbeitslosigkeit zwar scheinbar noch vorrangig ein ökonomisches, vielmehr jedoch vor allem ein gesellschaftliches Problem ist? Gewiss, da wird doch plötzlich das „Gebrauchtwerden“ zum Thema, und dies in den Industrieländern, wo Freizeit der große Trend ist. Wir wissen ja, dass dieser Entwicklung nicht mit Ideologien beizukommen ist, deshalb finden solche auch im Stück nicht statt. In 2000 Jahren weiß niemand mehr, was das einmal war. Denn, jetzt kommt es, dieser Aspekt der Story scheint nicht mal so unwahrscheinlich: Im Jahr 4008 ist Arbeit freiwillig. Nach Besuch der 20-Klassenschule (richtig gelesen, denn die Lebenserwartung beträgt 200 Jahre und mehr) kann jeder frei entscheiden, was er will – studieren, arbeiten, oder einfach l e b e n, sozusagen Dauerfreizeit.

Und da ist doch auch schon der Konflikt für unser Paar: Dina, die Hauptperson, beendet mit Fete die Schule und möchte schnellstens auf die gerade eröffnete Venus, um dort mit ihrem geliebten Ali nichts als Holidays and Love zu machen. Doch dieser Bursche, lappige paar Jahre älter, arbeitet! An so was Albernem auch noch, an einem Roboter mit Humor, Robby heißt dieses Etwas, eine Komikerrolle also, da soll Ernst zuweilen komisch sein, also der Darsteller muss das schon können, was dem Roboter noch fehlt. Wie Sie zurecht erwarten: Zwischen Dina und Ali kommt's zum großen Krach, er bleibt, sie fliegt. Das allerdings mit Hindernissen, denn wann immer etwas neu ist, wollen es viele haben, die Raketen zur Venus sind sofort nach der Eröffnung für Monate ausgebucht. Doch Dina ist erfindungsreich. Auf dem Mond lebt ihr Opa Leo, den wird sie mal besuchen. Unser Erdumkreiser ist nämlich das Altersheim. Beneidenswert, wie sich die alten Knochen bei der geringen Anziehungskraft tummeln können. Allerdings gibt's dort auch so etwas wie eine Hausordnung: Lärm ist nicht erlaubt, Ruhe, Ruhe ... Dabei bläst Opa Leo so gern die Posaune. Auf diese Umstände baut Dina ihren Plan. Wer die Ruhe stört, wird nämlich mit der nächsten Rakete abgeschoben, na, das lässt sich doch herausfinden, wann es die zur Venus ist! Nach recht nachdenklichen Gesprächen mit Opa fällt Dina also jazz-vocalisierend in den geruhsamen Chor der Zweihundertjährigen ein und wird mit großer Erregung der ruhe­gestörten Alten in die nächste Rakete verfrachtet. Doch Ihre Planung funktioniert nicht – die Rakete fliegt zum Merkur. Bevor wir erfahren, wie's ihr dort ergeht, kehren wir erst einmal erdwärts zu Ali zurück. In seinem Labor von Robby in alberne Gespräche verwickelt stellt er nach Lobesworten auf das Single­-Dasein im Refrain fest: „Sie fehlt mir ja so!“ Also, im Liebesleben hat sich doch nicht viel geändert. Er beschließt ihr nachzufliegen. Aber, wie wir schon wissen – alle Raketen zur Venus sind auf Monate ...

Doch Ali hat eine ähnliche Idee wie Dina, er will den Umweg über den Mars nehmen. Ein Ticket ist sofort zu haben, denn dahin will kaum einer. Dort ist der Wohnsitz der ewig Gestrigen, der unheilbaren Bürokraten. Richtigen Schaden können die nun nicht mehr anrichten, aber im Falle Ali ist's doch ganz schön happig. Wenn sich dort nämlich mal ein Fremder hinwagt, dann ist er ein gefundenes Fressen für die Herren Beamten. Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Formulare ausgefüllt werden, wie viele Fragen geklärt werden müssen – Monate kann das dauern. Dauert es bei Ali auch, er bleibt erst einmal hängen im „Wartehotel“ – Wartezimmer tun's nicht mehr.

Inzwischen fühlt sich Dina auf dem Merkur recht wohl. Dort ist sowas wie ein Naturschutz-Reservat, reserviert für Lagerfeuer-Romantik, urige Leute wie Sven, für Pflanzen und Tiere, die es auf der Erde nicht mehr gibt oder auch nie gegeben hat, denn es wird auch geforscht und gezüchtet. Da wird sich zeigen, dass die heutige Vorsicht im Umgang mit der Gen-Technik nicht ganz unbegründet ist. Und dann teilt sich die Bühne, (keine Sorge, an großer und kleiner Bühne ausprobiert): Auf der anderen Seite kommt ein Teil Mars hinzu, wo Ali gerade mit Hilfe der netten Videofonistin Florika und des Zentral­-Computers (der weiß immer, wo wer steckt, naja ...) versucht, Dina heimlich zu erreichen. Als die Verbindung zustande kommt, landet der Anruf bei Sven, der sich in das schöne Marsmädchen videofonisch verliebt, wird Dina von einem giftigen Rieseninsekt gebissen, Ali von den Beamten ertappt und unterbrochen - Pausenfinaleensembletohuwabohu.

Da setzen nur noch die drei weisen Herren vom „großen Rat“ eine hilflose Bilanz drauf. Pardon, die hatten wir Ihnen bisher unterschlagen – totales Chaos kann es auch in ferner Zukunft wohl nicht geben, aber fragen Sie nicht, wer den Präsidenten und seine zwei Ratgeber gewählt hat, Sie werden es aufgrund der Unkenntnis der Autoren nicht erfahren.

Nach der Pause sind wir nun endlich auf dem „Planet der Verliebten“, wo man die Nacht zum Tage macht. Da gibt's die schrillsten Vögel - Adonis, ein Schönling, der die ewig lächelnde Cheese das Lächeln gelehrt hat, und nette Spielchen, wie den Heiratscomputer: Identitätskarte rein, grüner Knopf: Hochzeit, roter Knopf: Scheidung. Das wird noch eine Rolle spielen, denn alle Daten sind ja im Zentralcomputer weltweit abrufbereit.

Dina, eben angekommen, wird erstmal von ihrer Freundin Lollo über das Venusleben aufgeklärt. Die kennen wir schon von der Schulabschluss-Fete, ein sexfreudig-lebenslustiges Wesen ohne Probleme, das natürlich einen Platz in der ersten Venusrakete erwischt hat. Kaum hat Lollo Dina mit der Venus­Truppe bekannt gemacht, beginnt ein erotisches Ballett, in dem Dina zu spüren bekommt, wie scharf die Männer hier rangehen. Sie merkt, worauf sie sich da eingelassen hat und rettet sich erst mal in Komik ...

Auf dem Mars hat der Assistent des Bürovorstehers mit Robby ein Gespräch über Gefühle und Liebe. Man kann sich vorstellen, was ein Bürokrat und ein Roboter da zusammenfaseln bis bei Robby die Drähte glühen -- Liebe muss eine Krankheit sein, meint der Assistent, dieser Ali könnte die Beamten anstecken!

Müdes Gähnen auf der Venus nach der langen Nacht, nichts geht mehr. Da kommt Opa Leo. Er ist bei der Ruhe auf dem Mond immer unruhiger geworden, will zurück zur Erde und hat einen „kleinen Umweg“ gemacht, um seine von Dina mitgenommene Posaune zu holen, versteht sich. Dina sagt ihm, dass sie sich das alles ganz anders vorgestellt hatte, mit Ali ... Schließlich kann Leo nicht mehr an sich halten und weckt die dahindämmernden Venusbewohner mit einem flotten Dixieland.

Und sieh an – die sind begeistert über ein nichtautomatisiertes Naturinstrument! Die vom Präsidenten des Hohen Rates auf die Venus zur Berichterstattung beorderten Stellvertreter beurteilen das skeptisch, denn eigentlich sollte hier ja nur geliebt und nicht getätigkeitet werden ... Da fordert auch schon videofonisch ihr Chef einen Bericht an (Terzett), der ihn veranlasst, einen Besuch zur eignen Meinungsbildung auf der Venus vorbereiten zu lassen. Auf dem Mars bekommt nun Ali feierlich seine Genehmigung zur Weiterreise. Allein geblieben singt er seine Gedanken über Dina, er will „seine Sorgen in den Wind werfen“ und zu ihr fliegen, ganz gleich, was geschehen sein mag.

Dina reißt sich auf der Venus vom Kreis der ewig Tanzenden los - sie „hat den Rummel satt“ und „Sehnsucht“ nach Ali.

Soviel altmodisches Sentiment bringt die zurückgekehrte Gruppe dazu, Dina zu verspotten. Aber das hätten sie besser gelassen, denn in einem energischen Statement blafft Dina, sie wolle „ihr Leben eben leben“ wie s i e es will, die andern seien ihr egal. Dann setzt sie noch einen drauf, lässt den Heiratscomputer rufen, schnappt sich Adonis und heiratet ihn.

Dem Hochzeitschor bleibt das Wort im Mund stecken, weil auf der anderen Bühnenseite wieder einmal der Mars erschienen ist, wo Ali gerade durch den Zentralcomputer Dinas Aufenthalt erfährt und, dass sie verheiratet ist ...

Die Venusseite stellt das für den Zuschauer aber gleich klar: ein rächender Scherz von Dina, 40 Sekunden hat die Ehe gedauert, der schönste Venus-Mann blamiert ...

Wieder Mars, ganze Bühne, Sven kommt, um Florika zu holen. Der lässt sich von den Bürokraten überhaupt nicht beeindrucken, sondern stellt sie wie alte Möbel zur Seite – Ali schüttelt über sich den Kopf, „Idiot!“, wieso hat er sich alles gefallen lassen? Alle ab, um zur Venus zu fliegen ...

Dort wird der Hohe Rat mit einem Posaunenmarsch begrüßt, Opa Leo an der Spitze Hahn im Korb – „Gute Laune“ hat Ihnen ein bisschen gefehlt auf der Venus, Leos Posaune hat ihnen klargemacht, dass die vom „etwas tun“ kommt, braucht ja nicht in Arbeit auszuarten. Nun, da ist der Präsident aber froh, dass sich die Verbesserungen auf dem neuen Planeten in Grenzen halten lassen. Stürmischer Auftritt von Ali, Robby, Sven und Florika – Ali hat nun jede Menge Freizeit mitgebracht, die Dina gar nicht mehr verlangt, sie möchte etwas tun. Na, da bedarf es doch der weisen Worte des Präsidenten nicht, um in einem Ideal-Kompromiss zum Happy-End zu kommen. Doch Ali geht auf Nummer sicher – der Heiratscomputer vollzieht ganz nostalgisch die Ehe mit Dina, die mit einem allgemeinen Freudentanz gefeiert wird. (Gerd Natschinski)

 

Orchestral Cast

2 (2. auch Picc.) · 1 · 2 · 1 - 3 · 3 · 3 · 1 - S. (Trgl. · Hi-Hat · gr. Beck. · gr. Tomt. · kl. Tr. · gr. Tr. · 3 Tempelbl. · Stöcke) (2 Spieler) - E-Git. · E-Bass · E-Org. - Str. - Tonband

Programmation des personnes

Fassung A: Dina - Ali - Robby, ein Roboter, der Humor lernen soll - Opa Leo, Dinas Urgroßvater - Lollo, Dinas Freundin - Sven, Merkurforscher - Florika, ein Marsmädchen - Adonis, der schönste Venus-Mann - 1. Stellvertreter des Präsidenten - 2. Stellvertreter des Präsidenten - Marsüberhauptoberbürovorsteher - Marseinflugkontrolleurassistent - Dinas Mutter, Professorin für Erotik - eine Zuschauerin - der Dichter, der sich zeitweilig zum Weltpräsidenten macht -
Fassung B: Dina - Ali - Robby, ein Roboter, der Humor lernen soll - Opa Leo, Dinas Urgroßvater - Lollo, Dinas Freundin - Sven, Merkurbewohner - Adonis, schönster Mann der Venus - Marsüberhauptoberbürovorsteher - Marskontrolleurassistent - Florika, ein Marsmädchen - Präsident des Hohen Rates des Sonnensystems - 1. Stellvertreter des Präsidenten - 2. Stellvertreter des Präsidenten - Svens Kumpane (Chorherren) - Bewohner der Erde, des Mondes, der Merkur und des Mars sowie der Venus · Chor und Ballett

Plus d'infos

Titre:
Planet der Verliebten
Utopische Revue
Libretto von Heinz Kahlow und Gerd Natschinski
nach Motiven der Erzählung "Szerelmesek bolygója" von Fekete Gyula
Realisation der elektronischen Musik: Reinhard Lakomy
Langue:
Allemand
Edition:
Matériel d'exécution
Maison d'édition:
Schott Music
Year of composition:
1984 (1985)
Durée:
130 ′0 ′′
Première:
21 décembre 1984 · Berlin (D)
Metropol-Theater
Musikalische Leitung: Gerd Natschinski; Hans-Werner Nicolovius · Choreinstudierung: Wolfgang Schottke
Inszenierung: Wolfgang Weit · Kostüme: Anne Felz · Bühnenbild: Manfred Bitterlich · Choreographie: Lothar Hanff
(scenic)
Mots clés:

Détails techniques

Type de support:
Matériel en location / d'exécution
Numéro du produit:
LS 3044-01
Fabricant:
Schott Music GmbH & Co. KG
55116 Mainz
Allemagne

représentations

Par ordre croissant
  • Planet der Verliebten
    Chef d'orchestre: Gerd Natschinski; Hans-Werner Nicolovius
    21 décembre 1984 | Berlin (Allemagne) , Metropol-Theater — Première mondiale
  • Par ordre croissant

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