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Hans-Klaus Langer

Pays d'origine: Allemagne
Date d'anniversaire: 6 décembre 1903
Date de décès: 18 août 1987

À propos de Hans-Klaus Langer

In einem oberschlesischen Städtchen wurde Klaus Langer als Sohn eines Lehrers geboren. Der Vater stammte aus Bad Ziegenhals, die Mutter aus der unmittelbaren Nachbarschaft von Neisse; die Vorfahren kamen aus Böhmen, Mähren und Österreich, aus Landschaften also, die jahrhundertelang ihre Musikalität nach ganz Europa verströmten. Kein Wunder, daß die vielfältige Musik im Elternhaus den Knaben mächtig beeinflußte. Der Vater, ein ausgezeichneter Klavierspieler und Sänger, kam den Wünschen seines Sohnes entgegen und unterwies ihn von klein auf im Instrumentenspiel und im Schreiben von Noten. Als Zehnjähriger verließ er das Elternhaus, um das humanistische Gymnasium in Gleiwitz zu besuchen. Im dortigen fürstbischöflichen Konvikt erhielt er viele musikalische Anregungen, und hier zeigte sich auch der Drang zum Komponieren. Mit dem „Einjährigen“ verließ er das Gymnasium, um sich ganz der Musik widmen zu können. Sein Lehrer wurde der Komponist, Dirigent und Musikdirektor Franz Kauf. Um dem Vater die geforderte Sicherheit zu gewährleisten, legte er das staatliche Musiklehrerexamen ab, strebte aber unbeirrt unter Anleitung seines bisherigen Lehrers dem Beruf als Komponist zu. Musik für Klavier, Kammermusik, Chorzyklen und Liederzyklen entstanden in schneller Folge – und wurden aufgeführt. Das Chor-Orchesterwerk „Sinai“, das er als Achtzehnjähriger schrieb, wurde ein großer Erfolg und machte ihn durch begeisterte Kritiken einer Aufführung bei der l. Nürnberger Sängerwoche über die Grenzen Schlesiens hinaus bekannt. Seine Tonsprache entwickelte sich durch die Auseinandersetzung mit der Musik Schrekers, Hindemiths und Schönbergs weiter. Der junge Komponist wurde in Gleiwitz, Neisse und in der schlesischen Musikmetropole Breslau aufgeführt. Der Rundfunk an den Sendern Breslau und Gleiwitz nimmt sich seiner Werke an. Das 1. Streichquartett wird von dem berühmten Dresdener Ensemble auf Tournee genommen, das 2. Streichquartett erklingt im Breslauer Sender. Nun reizt ihn das Theater, und er wirkt als Korrepetitor an den Instituten in Ratibor, Oppeln und Neisse. Dabei gewinnt er Erfahrungen, die später von großer Bedeutung für sein Schaffen werden. Musik für Theater und Ballett wird zu einem Schwerpunkt seines weiteren Komponierens. Dazwischen vollendet er sein Kompositionsstudium bei Franz Schreker in Berlin. Bald reiht sich Erfolg an Erfolg. Uraufführungen seiner Werke finden an Theatern und in Konzertsälen des ganzen deutschen Reiches statt, vor allem in Berlin. Dazu tritt noch Musik zu Hörspielen und Kulturfilmen. Dieses fruchtbare und erfolgreiche Schaffen wird jäh durch Kriegsdienst und die Vernichtung aller seiner Manuskripte durch die Bombardierung Berlins abgebrochen. Nicht eines von seinen Werken bleibt erhalten, da auch seine Verlage ihre Bestände verlieren.
Damit beginnt nach dem Kriege auch in künstlerischer Hinsicht sein zweites Leben, ein totaler Neuanfang. Wieder in Berlin schreibt der gereifte Künstler, sich seines individuellen Stiles bewußt, Ballette, Tanzspiele und sieht es als seinen besonderen Auftrag an, für die Bühne heitere Opern zu komponieren. Besonders „Der Heuchler“ nach Molieres „Tartuffe“, als Auftakt zu den Berliner Festwochen 1964 uraufgeführt, wird ein großer Erfolg. Seine starke rhythmische Begabung, das Musikantische als ein Kennzeichen schlesisch-böhmischer Musikalität, der besonders entwickelte Sinn für die Farbe des Instrumentenklanges, für eine von der Klangfarbe her stark bestimmte Harmonik, Einklang von sprachlicher und musikalischer Phrase sind die Grundlagen für ein Schaffen, das immer wieder zum Werk für das Theater drängt, sei es Oper, sei es Ballett. Es kann nicht verwundern, daß sich dieses musikantische Temperament in konzertanten Formen auslebt. Das zeigen nicht nur die Werke, die als „Konzertante Musik Nr. 1-7“ innerhalb dreier Jahre entstehen; durch das gesamte Schaffen dieser zweiten Werkperiode ziehen sich konzertierende Werke hindurch für die verschiedensten Instrumente. Vorwiegend sind Blasinstrumente oder Cembalo, aber auch Violoncello und – mehrfach – der Kontrabaß als Soloinstrumente vertreten. Das Tripelkonzert für Violine, Violoncello und Klavier mit Orchester nimmt dabei eine besondere Stellung ein. Eine Gruppe von Chorwerken a cappella und als Zyklen mit Instrumenten, in Kantatenformen oder als Oratorium, entsteht vor allem im ersten Jahrzehnt nach dem Kriege.
Klaviermusik, Kammermusik – auffällig vieles für Blasinstrumente –, Orchestermusik durchziehen das gesamte Schaffen. Die Form der Sinfonie spielt mit der Sinfonia tragica, Sinfonia piccola und Sinfonietta liturgica eine Nebenrolle; ebenso sind die pädagogisch gedachten Schulwerke eher aus Aufträgen entstanden. Eine Gattung jedoch begleitet den Komponisten von 1946 an bis in die letzten Jahre – es wäre verwunderlich, wenn es bei einem schlesischen Komponisten fehlen würde –, das Lied mit Klavier- oder Orchesterbegleitung. Einer Melodik im erweiterten tonalen Sinn ist Langer immer treu geblieben. Trotz seiner intensiven Beschäftigung mit dem Werk und System Schönbergs hat er den Schritt zur Atonalität abgelehnt und serielle oder aleatorische Kompositionsweisen vermieden. Emotion und Intellekt gleichsam in der Schwebe zu halten war stets sein Bestreben. Musik, die unterhält, mit hohem künstlerischen Anspruch zu schreiben, gleicht einer ständigen Gratwanderung. Langer hat sich nicht gescheut, diesen Weg zu gehen, getrieben von einem inneren Impuls, gestützt auf eine vielseitige musikalische Begabung, die in Vertonungen von Texten Nietzsches und die Kantate „Großstadt Impressionen“ mit Jazzelementen, die Lyrik des Klavierliedes, konzertante Werke in großer Zahl, aber auch die Tanzgroteske „Grand Hotel“ schaffen ließ.
Lit.: „Zeitgenössische schlesische Komponisten“ Bd. 3 Laumann-Verlag, Dülmen, 1982; dort: Hans Klaus Langer „Eine Selbstdarstellung“ S. 22-38; Werkverzeichnis und Bibliographie S. 115-122.

Gotthard Speer

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