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Leih-/Aufführungsmaterial

Tuttifäntchen

Weihnachtsmärchen mit Gesang und Tanz in drei Bildern von Hedwig Michel und Franziska Becker
Meister Tuttifant hat seinen Kasperl aus Tannenholz noch gar nicht fertig geschnitzt, da wird das “Tuttifäntchen” schon lebendig und schleicht sich abends gar mit dessen Tochter Trudel davon. Auf dem Weihnachtsmarkt verführt Tuttifäntchen die kleinen Tannen, ihm in den Wald zu folgen. Dort, in der Natur, ist ihr wahres Zuhause, und auch Tuttifäntchen wird wieder ein Teil der großen Tanne. Traudel aber wird von ihrer Familie wiedergefunden und alle feiern ein frohes Weihnachtsfest. Am Frankfurter Neuen Theater begegneten sich Paul Hindemith, Hedwig Michel und Franziska Becker, die schon mehrere Märchenstoffe für diese Bühne bearbeitet hatte. Beckers neueste Weihnachtsdichtung, dieses Mal gemeinsam mit Hedwig Michel verfasst, kam 1922 in Darmstadt zur Uraufführung, mit Hindemiths eingängiger Bühnenmusik, die vom „Tanz der Holzpuppen“ bis zu bekannten Weihnachtsliedern reicht. Das spätere Schicksal der Autorinnen war traurig; wie Hindemith musste auch Hedwig Michel in die USA emigrieren; Franziska Becker blieb in Frankfurt und nahm sich nach Enteignungen durch die Nazis und weiteren Drangsalierungen das Leben.
Bestellnummer: LS 2285-01
Ausgabe: Aufführungsmaterial

Produktdetails

Beschreibung

INHALT
Kurz vor Weihnachten bestellt Punoni, der Direktor eines Kasperletheaters, einen neuen Kasper beim verwitweten Holzschnitzer Meister Tuttifant. Während der Arbeit wird die Puppe lebendig, ein Wunder, das nur alle 1000 Jahre einmal geschieht. Liebevoll wird der neue Kasper Tuttifäntchen genannt, doch weil er kein Herz besitzt, richtet er nur Unheil an. Er entreißt mit seiner Zauberkraft auch Tuttifants Tochter Trudel das Herz, die auf der Suche nach dem Stern ist, den ihre verstorbene Mutter für sie vom Himmel herabgeworfen hat und den man nur an Weihnachten sehen kann. Tuttifäntchen zieht mit Trudel durch den Ort und begeht allerhand Streiche.
Auf dem Weg durch den Wald begegnet er schließlich der Tanne, von der das Holzstück stammt, aus dem er geschnitzt ist, und wird erneut ein Teil von ihr. Trudel, die ohne Herz nur noch kurze Zeit zu leben hat, findet Unterschlupf bei Berthe, die ihr eine neue Mutter zu werden verspricht. Berthes Sohn Peter, Tuttifants Lehrbub, spürt sie dort auf und bringt ihr Herz zurück. Als im Ort die Kirchenglocken läuten, erscheint über Tuttifäntchens Tanne der Stern von Trudels verstorbener Mutter.

KOMMENTAR
Im Herbst 1922 vereinbarte Hindemith eine Zusammenarbeit mit den beiden Frankfurter Autorinnen Hedwig Michel und Franziska Becker, die die Textvorlage für das Weihnachtsmärchen Tuttifäntchen verfassten.
 Die 16 Musiknummern waren Ende Oktober vollendet und wurden sogleich zum Druck vorbereitet, um zur Uraufführung in Darmstadt am 13. Dezember fertiggestellt zu sein. Das Weihnachtsmärchen wurde drei Tage später nochmals am Frankfurter Opernhaus unter der Leitung von Hindemiths späterem Schwiegervater Ludwig Rottenberg gegeben; es folgten bis 1933 einige weitere Aufführungen. Während das Textbuch einhellig auf Kritik stieß, würdigten einige Rezensenten immerhin Hindemiths Bereitwilligkeit, sich einer solchen Aufgabe überhaupt angenommen zu haben: „Wieviele Komponisten können dies überhaupt noch, getrauen es sich: so ohne jeden Anspruch auf artistischen Ruhm einfach daher zu musizieren, mit ganz begrenzten Mitteln, zum Teil in freiwilliger Abhängigkeit vom kostbaren Gut der Volksmusik, frank und frei vom Tannenbaum zu singen, Holzkasperl, Teufel und das schlagende Kinderherz in einfachen, dennoch ganz eigenen Klängen zu beschwören?“ (Karl Holl) Die Musik zum Weihnachtsmärchen steht als Gelegenheitskomposition neben Hindemiths Hauptwerken aus dieser Zeit, von denen beim Donaueschinger Musikfest im Sommer 1922 unter anderem die Kammermusik Nr. 1 op. 24 Nr. 1 für Aufsehen gesorgt hatte und Hindemith den Beinamen „bad boy“ eingebracht hatte.
 Den 16 harmonisch traditionell und schlicht gestalteten Liedern und Orchesterstücken liegen zum Teil Volks- und Weihnachtslieder zugrunde. Ebenso integrierte Hindemith Elemente der Unterhaltungsmusik, etwa einen Foxtrott im „Tanz der Holzpuppen“. Die Stücke sind technisch wenig anspruchsvoll und deshalb auch zur Ausführung durch Kinder und Jugendliche gut geeignet. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Tatsache, dass Hindemith selbst die Musik für „zu naiv“ hielt, erteilte er 1925 dem vom Verlag geäußerten Vorschlag einer Fassung für Salonorchester eine Absage. Eine Orchestersuite aus elf Musiknummern wurde 1969 publiziert. (S.Sch.-G.)

Orchesterbesetzung

1 (auch Picc.) · 1 · 1 · 1 - 1 · 1 · 0 · 0 - P. S. (Glsp. · Tamb. · kl. Tr. · gr. Tr. m. Beck.) (1 Spieler) - Str.

Person Cast

Gesangspartien: Meister Tuttifant, ein Holzschnitzer - Trudel, seine Tochter - Peter, der Lehrbub - Mutter Berthe, Peters Mutter - Meister Punoni, Besitzer eines Kasperltheaters - Tuttifäntchen, ein Holzkasperl -
Sprechrollen: Nachbarn (Stoffel, Klaus, Hannes) - Kinder (Grete, Fritz, Lene) - Der Bürgermeister - Der Zuckerbäcker - Der Waffelverkäufer - Die Obstfrau - Kinder, Dorfleute, Nachbarn - Holzkasperle

Weitere Informationen

Titel:
Tuttifäntchen
Weihnachtsmärchen mit Gesang und Tanz in drei Bildern von Hedwig Michel und Franziska Becker
Sprache:
Deutsch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1922
Uraufführung:
13. Dez 1922 · Darmstadt, Hessisches Landestheater (D)
Musikalische Leitung: Walther Beck
Inszenierung: Friedrich Schramm · Kostüme: Viktor Storck; Margarete Hess · Bühnenbild: Franz Langer
(szenisch)

Technische Details

Bestellnummer:
LS 2285-01

Medieninhalte

Audio:

Aufführungen

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    Orchester: Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach
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    Orchester: Schulorchester des St.-Gotthard-Gymnasiums
    22. Dezember 2014 | Niederaltaich (Deutschland) , St.-Gotthard-Gymnasium
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