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Nach seiner Übersiedlung nach München 1947 fand Hans Winterberg Anschluss an das deutsche Musikleben vor allem mithilfe ehemaliger Freunde aus Prager Studienzeiten wie Fritz Rieger, dem Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, die ihn förderten und Kontakte vermittelten. Rieger brachte ihn mit Carl Weymar zusammen, dem Viola spielenden Intendanten der Bachwochen in Ansbach, dem Winterberg seine Suite für Viola und Klavier widmete. Ursprünglich für Viola und Harfe konzipiert, schrieb er den Begleitpart wegen zu vieler komplizierter Pedalwechsel schließlich für Klavier um. Die Suite ist – was vielleicht auch dem ursprünglichen Begleitinstrument geschuldet ist – das „impressionistischste“ unter Winterbergs Kammermusikwerken, ein kleines Juwel, das den magischen und geheimnisvollen Charakter der Bratsche aufs Schönste zum Klingen bringt.
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Turning Points - Episode 2: Hans Winterberg
Turning Points - Episode 2: Hans Winterberg
Turning Points - Episode 2: Hans Winterberg
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Hans Winterberg, 1901 als Spross einer seit Jahrhunderten in Prag ansässigen jüdischen Familie geboren, studierte bei Alexander von Zemlinsky und Alois Hába. Bis zur Annexion der Tschechoslowakischen Republik durch Nazideutschland 1939 wirkte er als Dirigent, Pianist und Komponist. Anders als seine Freunde und Kollegen Viktor Ullmann, Hans Krása und Gideon Klein überlebte er die Shoah durch eine Reihe von Wundern. 1945 siedelte er nach München über, wo er eine vielversprechende zweite Karriere begann. Als Vertreter einer gemäßigten Avantgarde sah er sich seit den späten 1960er Jahren mehr und mehr ins Abseits gedrängt. Nach seinem Tod 1991 geriet sein künstlerischer Nachlass in einem deutschen Musikarchiv unter Verschluss und, da zu seinen Lebzeiten kein Werk veröffentlicht worden war, in Vergessenheit. Boosey & Hawkes bringt seit 2023 Winterbergs Kammermusik in einem außergewöhnlichen Editionsprojekt als Erstausgaben heraus in Kooperation mit dem Exilarte Forschungszentrum der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Sie offenbaren Musik von einzigartigem Reiz, in der Einflüsse Janáčeks, der Zweiten Wiener Schule und des französischen Impressionismus zu einem originellen und aufregenden Personalstil amalgamiert sind.
Im Anschluss an die Kammermusik wird sich das Editionsprojekt den Erstausgaben von Winterbergs Klavierwerken und Liedern widmen.