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Nikolai Kapustin

Nikolai Kapustin

Herkunftsland: Ukraine
Geburtstag: 22. November 1937
Todestag: 2. Juli 2020

in Kürze

Concerto No. 4
Musikalische Leitung: Seung Hyun Baek
Orchester: Busan Youth Philharmonic Orchestra
18. März 2026 | Busan (Süd-Korea) , Cultural Arts Center
Concerto N° 2
Musikalische Leitung: Nicolae Moldoveanu
Orchester: Orchestra Națională Radio
20. März 2026 | Bukarest (Rumänien) , Sala Radio

Über Nikolai Kapustin

In gut gelaunten Synkopen tatzt die rechte Hand ein akkordisches Thema hin, darunter rüttelt und schüttelt die linke Hand ihre Achtelketten durch wie ein glücklicher Hund sein Spielzeug beim Toben – wie in einem rasenden Bach Präludium – das alles in einem bestechend klaren, geradezu grazilen Klaviersatz, der einen aufgeräumten Denker mit Sinn für Pointen verrät. (Jan Brachmann, FAZ)

Nikolai Kapustin wurde am 22. November 1937 in Gorlowka in der Ukrainische SSR (heute: Horliwka, Ukraine) geboren. Im Alter von 14 Jahren zog er nach Moskau, wo er zunächst Klavierunterricht bei Awrelian Rubach nahm. Rubrach, ein Schüler von Felix Blumenfeld, der unter anderem auch Vladimir Horowitz unterrichtete, unterstütze Kapustin in seiner zunehmenden Begeisterung für Jazzmusik. Ab 1956 begann Kapustin sein Studium bei Alexander Goldenweiser am Moskauer Konservatorium, das 1961 mit einem Diplom abschloss. In dieser Zeit spielte Kapustin in mehreren Jazzformationen: Er hatte ein eigenes Quintett und war Mitglied in der Bigband von Juri Saulskis. Hier trat Kapustin nicht nur als herausragender Pianist in Erscheinung, sondern hatte 1957 mit dem für die Bigband geschriebenen Concertino für Klavier und Orchester op. 1. einen ersten Durchbruch als Komponist.

Nach dem Studium schloss Kapustin sich dem Orchester von Oleg Lundstrem an, für das er weitere Werke komponierte und auf zahlreichen Tourneen durch die Sowjetunion als Pianist wirkte. Von 1972 bis 1977 arbeitete Kapustin mit dem Orchester von Boris Karamyschew, das nun auch Streichinstrumente enthielt. Ein Umstand, der sich auf die Komposition seines Klavierkonzerts Nr. 2 op. 14 auswirken sollte, dessen Besetzung im Gegensatz zum Vorgänger auch Streicher vorsah. 1980 wurde Kapustin mit einer Aufnahme in den Sowjetischen Komponistenverband geehrt, was ihn zu einer vermehrten kompositorischen Tätigkeit ermutigte, die er ab 1984 freiberuflich verfolgte. Kapustin verstarb am 2. Juli 2020 in Moskau.

In seiner Musik verwendet Kapustin Stilelemente des Jazz im Rahmen klassischer Formenstrukturen und Charaktere wie Sonate und Sonatine, Concerto, Präludium, Fuge, Suite, Variationsatz, Nocturne und Berceuse. Ein herausragendes Beispiel sind neben der Suite in the Old Style op. 28, die 24 Preludes and Fugues op. 82, in denen Kapustin dem Vorbild Bachs, Chopins, Scriabins und Schostakowitschs folgend, alle 24 Tonarten systematisch abbildet. Fast alle Stücke zeichnet eine lebhafte Virtuosität aus, die in ihrer unablässigen rhythmischen Motorik und Aktivität an Bachs Klaviersätze erinnert. Trotz des durchgängig hörbaren Jazzidioms seiner Musik sah sich Kapustin selbst weniger als Jazzmusiker: "Ich habe nie versucht, ein wahrer Jazzpianist zu sein, aber ich musste es sein, um des Komponierens willen. Ich interessiere mich nicht für Improvisation – und was wäre ein Jazzmusiker ohne Improvisation? Alle Improvisation meinerseits ist natürlich niedergeschrieben und sie ist dadurch viel besser geworden; es ließ sie reifen." 

Insgesamt umfasst Kapustins Œuvre über 100 Opera. Neben seinen sechs Klavierkonzerten und zehn weiteren Werken für Klavier und Orchester schrieb Kapustin reine Orchesterwerke wie Sinfonietta in Four Movements op. 49 und Chamber Symphony op. 57 sowie zwei Solokonzerte für Cello und eines für Saxophon. Seine Werke für Klavier solo schließen unter anderem zwölf Sonaten, zehn Bagatellen, acht Etüden ein. Lange Zeit war Kapustins Schaffen auch in seiner Heimat wenig bekannt. Seit den 2000er Jahren wurde seine Musik jedoch von Pianist:innen wie Steven Osborne, Marc-André Hamelin, Yuja Wang sowie zuletzt von Frank Dupree entdeckt und einer breiteren und wachsenden Hörerschafft bekannt gemacht.

Werkliste

Chronologie

1937

geboren am 22. November in Gorlowka (Ukrainische SSR)

1951

Umzug nach Moskau

1952–1956

Klavierunterricht bei Awrelian Rubach, einem Schüler von Felix Blumenfeld, der auch Simon Barere und Vladimir Horowitz unterrichtete

ab 1952

erster Kontakt mit amerikanischer Jazzmusik durch das Radio im Hause seines Mitschülers Andrei Mikhalkov

1956–1961

Studium bei Alexander Goldenweiser am Moskauer Konservatorium

Mitglied in verschiedenen Jazzformationen, unter anderem einem Quintett und der Bigband von Juri Saulskis.

1957

erster Durchbruch als Komponist mit dem Concertino für Klavier und Orchester op. 1 bei den VI. Weltfestspiele der Jugend und Studenten in Moskau

1961–1972

Pianist und Komponist für die Bigband von Oleg Lundstrem, zahlreiche Tourneen durch die Sowjetunion

1969

Eheschließung mit Alla Baranovskaya

1971

Geburt seines Sohnes Anton Nikolajewitsch Kapustin am 10. November (später ein bekannter theoretischer Physiker)

1972–1977

Pianist und Komponist für das Orchester (Bigband mit Streichorchester) von Boris Karamyschew

1972

Komposition seines Klavierkonzerts Nr. 2 op. 14 

1977–1984

Mitglied des Staatlichen Russischen Film-Orchesters

1978

Geburt des Sohnes Pavel

1980

Aufnahme in den Sowjetischen Komponistenverband 

ab 1984

freiberufliche Tätigkeit als Komponist

ab 1986

Erste Aufnahmen mit seiner Musik beim russischen Label Melodiya

2000

Reise nach London, zunehmende Wahrnehmung durch die internationale Presse und Interpreten wie Steven Osborne und Marc-André Hamelin

2003–2013

Veröffentlichung seiner Werke beim japanischen Verlag Prhythm

ab 2014

Zusammenarbeit mit dem Verlag Schott Music

2020

verstorben am 2. Juli 2020 in Moskau

Artikel

Aufführungen

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  • Concerto No. 4
    Musikalische Leitung: Seung Hyun Baek
    Orchester: Busan Youth Philharmonic Orchestra
    18. März 2026 | Busan (Süd-Korea) , Cultural Arts Center
  • Concerto N° 2
    Musikalische Leitung: Nicolae Moldoveanu
    Orchester: Orchestra Națională Radio
    20. März 2026 | Bukarest (Rumänien) , Sala Radio
  • Chamber Symphony
    Musikalische Leitung: Emanuel Meshvinski
    Orchester: Jewish Chamber Orchestra Hamburg
    20. März 2026 | Hamburg (Deutschland) , Elbphilharmonie, Kleiner Saal
  • Trio
    27. März 2026 | Frankenthal (Deutschland) , CongressForum, Spiegelsaal
    daraus: 1. Satz
  • 8 Concert Etudes
    27. März 2026 | Frankenthal (Deutschland) , CongressForum, Spiegelsaal
  • Chamber Symphony
    Musikalische Leitung: Johannes Braun
    Orchester: ensemble KONTRASTE
    29. März 2026 | Nürnberg (Deutschland) , Tafelhalle
  • Concerto No. 4
    Musikalische Leitung: Frank Dupree
    Orchester: Württembergisches Kammerorchester Heilbronn
    11. April 2026 | Offenburg (Deutschland) , Oberrheinhalle
  • Concerto No. 4
    Musikalische Leitung: Joshua Weilerstein
    Orchester: BBC Philharmonic
    18. April 2026 | Manchester (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Bridgewater Hall
  • Sonata
    3. Mai 2026 | Allschwil (Schweiz) , Museum Allschwil
  • Chamber Symphony
    28. Mai 2026 | London (Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland) , Smith Square Hall (formerly St John’s Smith Square)
  • Concerto No. 4
    Musikalische Leitung: Junichi Hirokami
    Orchester: Malaysian Philharmonic Orchestra
    13. Juni 2026 | Kuala Lumpur (Malaysia) , Petronas Philharmonic Hall
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