Franz von Hoesslin
Über Franz von Hoesslin
Franz von Hoesslin wurde am 31. Dezember 1885 in München geboren. Als mittlerer von drei Söhnen des Arztes Gustav von Hoesslin (1854-1925), späterer Leibarzt König Ludwig III., gehörte er dem im Augsburger Raum verankerten Adelsgeschlecht von Hoesslin an. Durch seine Klavier spielende Mutter Maria Magdalena Auguste geb. Rüdinger kam er im Elternhaus in Kontakt mit Musik, auch seine beiden Geschwister wurden Musiker, was in einer Familie voller Offiziere und Mediziner sehr unüblich war. Kompositionsunterricht nahm er bereits ab dem 15. Lebensjahr bei Max Reger. Nach dem Abitur im Jahre 1904 am humanistischen Königlichen Theresien-Gymnasium München begann Hoesslin zunächst ein Philosophiestudium an der Universität München, studierte aber bald auch an der Akademie der Tonkunst. Unterricht erhhielt er dort weiterhin bei Reger in der Komposition, Felix Mottl im Dirigieren und bei Felix Berber im Fach Violine. Bereits von 1907-1911 war er ein Jahr lang als Kapellmeister in Danzig und drei Jahre in St. Gallen tätig und konnte dort einige wichtige Opern, darunter Richard Wagners Tristan und Isolde und Der Ring des Nibelungen dirigieren. Auf die Tätigkeit in St. Gallen folgte ein weiteres Jahr Studium in Dresden, bevor Hoesslin eine Anstellung in Riga erhielt, wo er bis 1914 blieb. Nach fünf Jahren Dienst als Kriegsfreiwilliger kehrte er zurück und wurde 1920 Musikdirektor in Mannheim, wo er auch seine zweite Frau, die Schauspielerin und Altistin Erna Liebenthal, kennenlernte und im Oktober 1921 heiratete. Esfolgten kürzere Anstellungen in Berlin und Dessau. Erst auf seiner nächsten Position, der als Generalmusikdirektor der Städte Barmen und Elberfeld, aus denen 1929 die Stadt Wuppertal hervorging, blieb er für längere Zeit, nämlich von 1926 bis 1932. Dort erfreute sich das Ehepaar Hoesslin scheinbar sehrgroßer Beliebtheit, seine Frau unter Anderem auch für ihre Auftritte als Altistin. Nachdem ihm die Stadt Breslau (das heutige Wroclaw in Polen) deutlich mehr Gehalt bot als zuvor Wuppertal, wirkte er von 1932-1936 dort als musikalischer Leiter. Durch die politische Lage und den aufkommenden Nationalsozialismus wurde es im Hinblick auf die jüdische Herkunft Erna von Hoesslins in Breslau zunehmend schwieriger für das Ehepaar. Ihr erging es nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten ähnlich wie vielen anderen auch - sie erhielt Auftrittsverbot, musste einen Judenstern tragen und durfte sich in der Öffentlichkeit nicht mehr zeigen. Hoesslin tat seine Meinung dazu sehr deutlich kund, indem er bei einem Staatsakt im Juni 1936 für das Horst-Wessel-Lied (die Parteihymne der NSDAP) seinen Taktstock niederlegte und das Orchester ohne seine Mitwirkung spielen ließ. Daraufhin wurde ihm fristlos gekündigt mit der Auflage, die Stadt Breslau innerhalb von 28 Tagen zu verlassen. Obwohl dies die gängige und in den Quellen leichter auffindbare Überlieferung ist, steht in den Deutschland-Berichten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, dass manHoesslin vor die Wahl gestellt habe, entweder seine Ehe zu annulieren, oder zu kündigen, woraufhin dieser sich für Letzteres entschied. Letztlich lässt sich nicht mehr sagen, welche der beiden Fassungen stimmt. Franz von Hoesslin hatte das Glück, dass er seit 1927 immer wieder sowohl den Ring des Nibelungen als auch Parsifal bei den Bayreuther Festspielen dirigieren durfte wodurch er gut mit Winifred Wagner bekannt war, welche ihn während der ganzen Jahre immer wieder nach Bayreuth einlud. Auch Adolf Hitler war alsFreund Winifreds regelmäßiger Gast in Bayreuth, weswegen Hoesslin des Weiteren keine großen Probleme hatte, während der ganzen Zeit weiterhin als Dirigent auch in Deutschland tätig zu sein. Am 25. September 1946 stürzen Franz und Erna von Hoesslin mit einer Privatmaschine auf dem Weg von Barcelona nach Genf bei Sète ins Meer, beide kamen dabei ums Leben. Hoesslins Werkverzeichnis umfasst Orchesterwerke, Werke für Gesang und Orchester, Chormusik und ein Quintett in cis-Moll für Klarinette und Streichquartett.
Artikel
-
für Alt (Bariton) und OrgelKomponist: Franz von HoesslinHerausgeberin: Marie KoenigsbeckMedienart: NotenAusgabe: Sing- und SpielpartiturBesetzung: Singstimme und OrgelSprache: LateinischBestellnummer: ACC2080DruckausgabeDruckausgabeNicht lieferbar7,00 €Inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten