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Lehrstück

Text von Bertolt Brecht
Englische Textfassung von Geoffrey Skelton
Das abstrakte Lehrstück bildet das inhaltliche Pendant zu dem als Gemeinschaftswerk von Bertolt Brecht, Paul Hindemith und Kurt Weill entstandenen Radiostück Der Lindberghflug. Wird im Lindberghflug am konkreten Beispiel des erfolgreichen Ozeanflugs des Amerikaners Charles Lindbergh die Beherrschung der Technik durch den Menschen gefeiert, so thematisiert das Lehrstück die grundsätzliche Problematik, mit welchen Konsequenzen ein Mensch zu rechnen hat, wenn er die Macht der Technik überschätzt und sich dadurch über andere erheben will. Die einfache, lapidar-plakative und dabei eindringliche Musik des Lehrstücks entspricht Hindemiths Forderungen nach niveauvoller Gebrauchsmusik, die er in den späten 1920er Jahren aufgestellt hatte.
Ausgabe: Aufführungsmaterial
Produktart
Leih-/Aufführungsmaterial

Produktdetails

Beschreibung

INHALT
Das abstrakte Lehrstück bildet das inhaltliche Pendant zu dem als Gemeinschaftswerk von Bertolt Brecht, Hindemith und Kurt Weill entstandenen Radiostück Der Lindberghflug. Wird im Lindberghflug am konkreten Beispiel des erfolgreichen Ozeanflugs des Amerikaners Charles Lindbergh die Beherrschung der Technik durch den Menschen gefeiert, so thematisiert das Lehrstück die grundsätzliche Problematik, mit welchen Konsequenzen ein Mensch zu rechnen hat, wenn er die Macht der Technik überschätzt und sich dadurch über andere erheben will. Im Versagen der Technik – symbolisiert durch den Absturz des Fliegers – muss er erkennen, dass Macht zum Untergang führt, wenn sie keinen Nutzen für die Allgemeinheit besitzt. Solche Überheblichkeit kann nur die Degradierung zum „Niemand“ und am Ende den Tod zur Folge haben.

KOMMENTAR

Im März 1929 äußerte sich Hindemith erstmals zu Plänen für eine „Art Volks-Oratorium“, das er mit Brecht erarbeiten wollte. Die Uraufführung im Rahmen der Baden-Badener Kammermusiktage 1929 zog – insbesondere wegen der sogenannten Clown-Szene und eines provozierenden Filmausschnitts – einen Skandal nach sich, der wesentlich dazu beitrug, dass Hindemiths Komposition rasch bekannt wurde. Nachdem Hindemith noch im Januar 1930 über eine weitere Zusammenarbeit mit Brecht verhandelt hatte, kam es im Lauf des Jahres zum endgültigen Zerwürfnis. Wie Hindemith im Vorwort zur Partitur formuliert hatte, betrachtete er das Stück als ein musikpädagogisches Experimentierfeld zu dem Zweck, „alle Anwesenden an der Ausführung eines Werkes zu beteiligen […].
Der in der Partitur angegebene Verlauf ist demnach mehr Vorschlag als Vorschrift. Auslassungen, Zusätze und Umstellungen sind möglich.“
Mit dieser Haltung lief Hindemith Brechts politisch- gesellschaftlichen Intentionen zuwider, die dieser mit dem Genre Lehrstück anstrebte. In der Folge distanzierte sich der Dichter vehement von der Fassung der Uraufführung und publizierte wenig später eine in ihrer politisch-gesellschaftlichen Aussage veränderte Version des Stücks unter dem Titel Das Badener Lehrstück vom Einverständnis.  Die einfache, lapidar-plakative und dabei eindringliche Musik des Lehrstücks entspricht Hindemiths Forderungen nach niveauvoller Gebrauchsmusik, die er in den späten 1920er Jahren aufgestellt hatte. Dem Charakter des intendierten „Gemeinschaftsspiels“ entsprechend sind Details der Besetzung bewusst offengelassen. (S. Sch.-G.)

Orchesterbesetzung

Orchester: in beliebiger Stärke und Zusammensetzung (Streicher und/oder Bläser): Stimmen hoch, mittel, tief, jeweils auch geteilt -

Fernorchester: 2 Trp. · 2 Flügelhr. · 2 Tenorhr. · 2 Pos. · Tb. (Erweiterungen oder Ersatz durch Hr., Sax., Baritonsax. od. einzelne Holzbläser sind möglich)

Personenbesetzung

Erste Männerstimme (Flieger) · Tenor - Zweite Männerstimme (ad lib. aus dem Chor) · Bariton od. Bass - Sprecher / Sprecherin - Tänzer / Tänzerin - Drei Clowns - Einzelne Sängerinnen und Sänger aus der Menge - Chor - Menge

Weitere Informationen

Titel:
Lehrstück
Text von Bertolt Brecht
Englische Textfassung von Geoffrey Skelton
Sprache:
Deutsch, Englisch
Ausgabe:
Aufführungsmaterial
Verlag/Label:
Schott Music
Kompositionsjahr:
1929
Spieldauer:
50 ′0 ′′
Uraufführung:
28. Juli 1929 · Baden-Baden (D)
Stadthalle
Festival "Deutsche Kammermusik Baden-Baden" 1929
Josef Witt, erste Männerstimme; Oskar Kálmán, zweite Männerstimme; Gerda Müller-Scherchen, Sprecherin; Theo Lingen, Clown; Karl Paulsen, Clown; Benno Carlé, Clown · Musikalische Leitung: Alfons Dressel; Ernst Wolff · Musiker und Musikliebhaber; Blasorchester "Musikverein Lichtental" · Hugo Holles Madrigalvereinigung
Inszenierung: Bertolt Brecht · Kostüme: Heinz Porep · Bühnenbild: Heinz Porep
Reihe:
Schlagworte:

Technische Details

Medienart:
Leih-/Aufführungsmaterial
Bestellnummer:
LS 2261-01
Hersteller:
Schott Music GmbH & Co. KG
55116 Mainz
Deutschland

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Aufführungen

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    Musikalische Leitung: Ljubomir Romansky
    Orchester: Orchester der Städtischen Bühnen Gelsenkirchen
    2. Juli 1967 | Recklinghausen (Deutschland)
  • Lehrstück
    Musikalische Leitung: Ernst Wolff
    Orchester: Orchester des Dr. Hoch Konservatorium
    17. Mai 1931 | Frankfurt (Deutschland)
  • Lehrstück
    Musikalische Leitung: Carl Schmidt-Belden
    Mai 1931 | Breslau (Deutschland)
  • Lehrstück
    Musikalische Leitung: Paul Breisach
    17. Mai 1930 | Mainz (Deutschland)
  • Lehrstück
    Musikalische Leitung: Paul Aron
    7. März 1930 | Dresden (Deutschland)
  • Lehrstück
    Musikalische Leitung: Hermann Scherchen
    März 1930 | München (Deutschland)
  • Lehrstück
    Festival "Deutsche Kammermusik Baden-Baden" 1929
    Musikalische Leitung: Alfons Dressel; Ernst Wolff
    Orchester: Musiker und Musikliebhaber; Blasorchester "Musikverein Lichtental"
    28. Juli 1929 | Baden-Baden (Deutschland) , Stadthalle — Uraufführung
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