Gott, sieh dein Volk im Staube liegen
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Beschreibung
Die "Israeliten" ist ein Werk des empfindsamen Stils. Schon Stoffwahl und Textbehandlung tragen diesem Musikideal Rechnung. Der Hamburger Dichter Daniel Schiebeler, Verfasser weiterer Oratorien- und Liedtexte, verzichtet auf direkte Bibelzitate und setzt stattdessen poetische Reflexionen über Ausschnitte aus dem Alten Testament, die den Zug der dürstenden und entmutigten Juden durch die Wüste behandeln. Erst als Moses auf den lebenspendenden Wasserquell hinweist, gewinnt das Volk seinen Glauben wieder und preist Gott.
In der instrumentalen Einleitung gestaltet Bach in wenigen Takten ein spannungsgeladenes Crescendo. Hier zeigt sich Tonmalerisch-Symbolisches, ähnlich wie in der Vorstellung des Chaos zu Beginn von Joseph Haydns Oratorium Die Schöpfung.
Die wohl schönste Arie des Oratoriums ist die des Moses: Gott, sieh dein Volk im Staube liegen. In einer ruhig dahinfließenden Kantilene stimmen Solofagott und Sänger eine ausdrucksvolle Zwiesprache an, ohne jegliche Koloraturen.